Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Historical Gazetteer

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4625 Witzenhausen
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Topographical Maps
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historical Maps
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Werleshausen

Further Information

Werleshausen

Stadtteil · 141 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Settlement | Statistics | Constitution | Property | Church and Religion | Culture | Economy | References | Citation
Settlement

Settlement Type:

Dorf

Localization:

5 km südöstlich von Witzenhausen gelegen

Geographical Situation:

Kleines geschlossenes Dorf mit unregelmäßigem Grundriß am Ostufer der Werra, am Westrand des Eichsfelds, unmittelbar an der heutigen Landesgrenze zum Freistaat Thüringen. Über der Mündung des Siesterbaches die Kirche, darunter hufeisenförmig ummauerter Lindenplatz und und kleinem Gut; nach Süden straßendorfähnlicher Dorfteil, am Ende großes Gut. Durch den Ort führt heute die L 3469 (Bornhagener Straße)

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bebra – Friedland ("Bebra-Friedländer-Bahn"; "Werratalbahn III") (Inbetriebnahme der Strecke 15.5.1876).

Earliest Reference:

876

Settlement Development:

Das Dorf lag von 1945-1990 an der innerdeutschen Grenze, abseits der Durchgangsstraßen und war somit von der Teilung in besonderem Maße betroffen.

Historical Names – Preliminary Note:

Unter den Namensformen sind auch Belege (1455, 1485, 1512 und 1634) einzuordnen, die W. Küther im Historischen Ortslexikon Witzenhausen, S. 152, fälschlich zu einer angeblichen Wüstung Widdershausen gestellt hat. Hierzu Gockel, Die urkundliche Überlieferung des Klosters Fulda zu Thüringen in der Karolingerzeit, S. 156

Historical Names:

Naming:

  • 876: villa (Fälschung)
  • 1336: Dorf

Settlement Sites:

Land Consolidation:

eingeleitet 1963

Coordinates:

Gauß-Krüger: 3563962, 5688271
UTM: 32 U 563863 5686435
WGS84: 51.325622° N, 9.916559° O OpenLayers

Statistics

Location Code:

636016150

Land Usage Statistics:

  • 1885 (Hektar): 520, davon 301 Ackerland (= 57,88 %), 24 Wiesen (= 4,61 %), 73 Holzungen (= 14,03 %)
  • 1961 (Hektar): 628, davon 186 Wald (= 29.62 %)

Population Statistics:

  • 1885: 392, davon 380 evangelisch (= 97 %), 12 katholisch (= 3 %)
  • 1961: 509, davon 435 evangelisch (= 85.46 %), 70 katholisch (= 13.75 %)
  • 1970: 551 Einwohner

Charts:

Werleshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Data source: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Constitution

Administrative Area:

  • 1357: Gerichtsherrschaft Hanstein (Fuldisches Lehen)
  • 1803-1807: Königreich Preußen, Fürstentum Eichsfeld, Oberkreis (Bezirk Heiligenstadt)
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement des Harzes, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Gerbershausen
  • 1816: Königreich Preußen, Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt, Kreis Heiligenstadt
  • 1872: Königreich Preußen, Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt, Kreis Heiligenstadt, Amtsbezirk Werleshausen
  • 1945: Groß-Hessen (sowjetische Besatzungszone), Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt, Kreis Eichsfeld (8. August)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen (17. September, Wanfrieder Abkommen)
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Former Administrative District:

Witzenhausen

Court:

  • 1357-1849: Gesamtgericht Hanstein
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen

Lordship:

Ein Teil der Besitzausstattung der fuldischen Propstei Frauenberg lag in Werleshausen (Gockel, Die urkundliche Überlieferung des Klosters Fulda zu Thüringen in der Karolingerzeit, S. 156)

1336: Die von Hanstein tauschen dem Berthold von Boykendorf ihren Hof zu Werleshausen.

1355: Die von Hanstein erwerben den halben Zehnten und 4 Hufen zu Werleshausen als Pfand von Thilo von Wikenand und Lotze von Witzenhausen; den Rest des Dorfes erwerben sie von den Gebrüdern von Worbis.

1357: Abt Heinrich von Fulda belehnt die Gebrüder von Hanstein mit Dorf Werleshausen und den Gütern, die sie von den von Worbis kauften.

1364: Elsbeth von Ebeleben, Witwe des Heinrich von Hanstein, verkauft dem Wilhelmitenkloster Witzenhausen ein Vorwerk und Zinsen aus der Mühle des Dorfes Werleshausen.

1388: Revers der Söhne und Töchter des Thilo von Wikenand zur Erwerbung von 1355

1458: Landgraf Ludwig belehnt die von Bodenhausen mit dem halben Zehnten zu Werleshausen.

1455: Die von Hanstein durch Kloster Fulda unter anderem mit Gütern zu Werleshausen belehnt, wie diese von ihren Eltern auf sie gekommen waren; folgend Belehnungen bis 1512

1634: Landgraf Wilhelm belehnt dieselben mit den gleichen Stücken.

1727: Belehnungen derselben durch Abt Adolf von Fulda

Recent Developments:

Wegen der Eisenbahnlinie werden im Wanfrieder Abkommen 1945 Werleshausen und Neuseesen dem Kreis Witzenhausen in der amerikanische Besatzungszone angegliedert.

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Werleshausen wurde.

Property

Manorial System and Landholding:

  • 1447: Das Wilhelmitenkloster Witzenhausen erwirbt einen Zins zu Werleshausen.
  • 1495: Die Gebrüder von Hanstein verkaufen 2 Teile ihres Dorfes Werleshausen an Dietr. von Schachten.
  • 1525 und 1527: Das Wilhelmitenkloster Witzenhausen besitzt Zinsen zu Werleshausen.

Tithes:

874: König Ludwig der Deutsche bestätigt dem Kloster Fulda Zehntrecht zu Werleshausen.

Fälschung 1299: Heinrich von Ziegenberg entsagt seinen Äckern zu Rieden als Entschädigung für den Zehnten zu Werleshausen, den der Erzbischof von Mainz dem Kloster Hilwartshausen übertragen hat.

1324: Die Richter des Stuhls zu Mainz erkennen die Entsagung des Heinrich von Ziegenberg auf den Zehnten zu Werleshausen an.

Church and Religion

Local Churches:

  • Fachwerkkirche 1803 - 1806 erbaut, Kanzelaltar von 1806

Parochial Affiliation:

1567: Pfarrei

Werleshausen und Neuseesen gehörten früher zur Kirchenprovinz Sachsen und wurden ab 1945 vorläufig von der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck verwaltet. 1974 wurden sie vertraglich im Tausch gegen die Kirchengemeinden Asbach, Weidenbach und Vatterode als Filialgemeinden dem Kirchspiel Werleshausen eingegliedert.

Conversions:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Intermediate Church Authorities:

Vor 1945: Kirchenkreis Heiligenstadt

1945: Kirchenkreis Witzenhausen

Economy

Mills:

1364 wird eine Mühle zu Werleshausen erwähnt.

Die Mühle befand sich am Nordrand und wurde mit dem Wasser des Siesterbaches über eine Turbine angetrieben

References

Bibliography:

Citation
„Werleshausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/ol/id/7251> (Stand: 24.2.2025)