Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historical Gazetteer

Outline map of Hesse
Ordnance Map
4625 Witzenhausen
Modern Maps
Kartenangebot der Landesvermessung
Topographical Maps
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historical Maps
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen
Gerichtsstätten
Anger in Hebenshausen

Further Information

Hebenshausen

Ortsteil · 222 m über NN
Gemeinde Neu-Eichenberg, Werra-Meißner-Kreis 
Settlement | Statistics | Constitution | Property | Church and Religion | Culture | Economy | References | Citation
Settlement

Settlement Type:

Dorf

Localization:

7 km nordöstlich von Witzenhausen

Geographical Situation:

Straßendorf auf flachem Südhang des Hebenshäuser Baches unmittelbar an der heutigen Landesgrenze zum Bundesland Niedersachsen. Durch den Ort führt die L 3123 (Lange Straße), die kurz hinter der Dorfgemarkung auf die westlich verlaufende B 27 stößt. Zurückliegende Kirche in der Mitte der nördlichen Straßenseite mit davorliegenden Resten eines Lindenplatzes. Nordwestlich hiervon die jüngere katholische Pfarrkirche. Zu beiden Seiten des Baches ein zweiter verkürzter Straßenzug. Gut (Domäne) talaufwärts jenseits der Bundesstraße, ebenso jüngeres Wohnbaugebiet im Nordwesten

Settlement Development:

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Hebenshausen.

Historical Names – Preliminary Note:

Die Zuordnung des frühesten Belegs mit der Namensvariante -stat ist nach Gockel, Die urkundliche Überlieferung des Klosters Fulda zu Thüringen in der Karolingerzeit, S. 68, nicht zu erwägen. Zur Datierung der Erwähnung auf das Jahr 980 s. Eckhardt, Wipperode – Vierbach – Wehretal, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 88 (1980/81), S. 45-49

Historical Names:

Naming:

  • Dorf (1443)

Settlement Sites:

Land Consolidation:

1958/63

Earliest Local Map:

1782

Coordinates:

Gauß-Krüger: 3563669, 5695422
UTM: 32 U 563570 5693583
WGS84: 51.389921° N, 9.913634° O OpenLayers

Statistics

Location Code:

636009030

Land Usage Statistics:

  • 1745: 1598 Acker, 320 Acker Wald
  • 1961 (Hektar): 628, davon 194 Wald (= 30.89 %)

Population Statistics:

  • 1569: 50 Hausgesesse
  • 1575/85: 63
  • 1681: 55
  • 1747: 60 Mannschaften mit 60 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1961: 522, davon 393 evangelisch (= 75.29 %), 127 katholisch (= 24.33 %)
  • 1970: 523 Einwohner

Charts:

Hebenshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Data source: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Constitution

Administrative Area:

  • Um 1400: Herrschaft Everstein (als Lehen ausgetan)
  • Um 1570: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein, Adelsdorf (von Bischausen)
  • 1747: Amt Witzenhausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Leine-Departement, Distrikt Göttingen, Kanton Friedland
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Former Administrative District:

Witzenhausen

Court:

  • um 1570: Niederes und peinliches Gericht von Bischoffshausen
  • 1747: desgleichen
  • 1807: Friedensgericht Friedland
  • 1814: Amt Witzenhausen
  • 1822: Justizamt Witzenhausen
  • 1834: Justizamt Witzenhausen II
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Lordship:

1370: Segeband von Bischoffshausen bestätigt dem Graf Hermann von Everstein die Belehnung mit 3 Huben zu Hebenshausen.

1382: Werner von dem Berge bestätigt dem Graf Hermann von Everstein die Belehnung mit 6 Hufen zu Hebenshausen.

1418: Lehnsrevision der von dem Berge für Gottschalk von Plesse unter anderem über 6 Hufen zu Hebenshausen, wie diese zuvor von der Herrschaft Everstein zu Lehen gingen.

1419: Vorwerk zu Hebenshausen im Besitz der von Gerwardshausen

Im 15. und 16. Jahrhundert geht Anteile von Hebenshausen von unterschiedlichen Lehnsherren zu Lehen aus: Den Landgrafen von Hessen, den Herzögen von Braunschweig und den Herren von Plesse.

1440: Landgraf Ludwig belehnt die von Bischoffshausen mit der Hälfte von Hebenshausen.

1441: Die Familie Kule hat plessisches Mannlehen zu Hebenshausen über 6 Hufen Land.

1443: Joh. von Plesse belehnt Hermann von Bischoffshausen mit 6 Hufen Land zu Hebenshausen.

1444: Hermann von Bischoffshausen verpflichtet sich gegen seinen Lehnsherrn Joh. von Plesse, die Lehnsgüter, die er an die von Hanstein verpfändet hat, binnen 6 Jahren wieder einzulösen; darunter: 6 Hufen Land zu Hebenshausen.

1459: Landgraf Ludwig belehnt die von Bischoffshausen mit der Hälfte von Hebenshausen; im gleichen Jahr verkauft Ernst von Bischoffshausen mit landgräflicher Genehmigung Land aus seinem Vorwerk zu Hebenshausen.

1461: Landgraf Ludwig belehnt die von Bischoffshausen mit der Hälfte von Hebenshausen.

1547: Landgraf Philipp gestattet dem Bernhard von Bischoffshausen, sein Vorwerk zu Hebenshausen zu verpfänden.

1575/85: Dorf Hebenshausen ist hessisches Lehen der von Bischoffshausen; 6 Huben sind plessisches Lehen und 3 Huben mit 2 Höfen von Gladebecksches Lehen.

Recent Developments:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Neu-Eichenberg zusammengeschlossen, deren Ortsteil und Gemeindeverwaltungssitz Hebenshausen seitdem ist.

Property

Manorial System and Landholding:

  • 980: Kloster Fulda besitzt 3 Huben zu Hebenshausen.
  • 1325: Die von Rusteberg verschreiben dem Kloster Mariengarten einen Zins zu Hebenshausen.
  • 1327: Hebenshausen ist zum Schloss Rusteberg lieferungspflichtig.

Tithes:

1446: Herzog Friedrich von Braunschweig-Lüneburg belehnt die von Bischoffshausen mit Zehnten und Höfen zu Hebenshausen.

1447: Derselbe belehnt Heinrich von Bodenhausen mit Mannlehen und Zehnten zu Hebenshausen, wie sie der verstorbene Hans von Stockhausen innehatte.

1467: Die von Bodenhausen kaufen den Zehnten zu Hebenshausen von der Witwe des Hans Wickenand, Begründer zu Witzenhausen, zurück.

1521: Herzog Erich von Braunschweig -Lüneburg belehnt Sittich von Berlepsch mit dem halben Zehnten zu Hebenshausen.

1536/7: Die von Bodenhausen schenken der Kapelle im Michaelshospital zu Witzenhausen den Zehnten zu Hebenshausen.

1578: Herzog Wilhelm zu Braunschweig - Lüneburg belehnt die von Bodenhausen mit Zehnten zu Hebenshausen, wie ihn Hans von Stockhausen und der verstorbene Heinrich von Bodenhausen innehatten.

Local Nobility:

1348-83

Church and Religion

Local Churches:

  • Gotische Kirche mit Wehrturm (um 1400), Schiff 1773, dreiteilige Schallarkaden 1830-32, 1980 renoviert

Parochial Affiliation:

Um 1570, 1872 und 1994: Filiale von Berge

1872 und 1925: Rosenmühle eingepfarrt

Patronage:

1446: Herzog Friedrich von Braunschweig belehnt die von Bischoffshausen mit dem Kirchlehen zu Hebenshausen.

1496,1593 und noch im 18. Jahrhundert: Patronat von Bischoffshausen

Conversions:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Intermediate Church Authorities:

Archdiakonat Heiligenstadt

Jews:

Provinzial-Rabbinat Kassel

1603 und 1606 werden Juden genannt; 1745: 20; um 1830 (1835): 92; 1861: 104; 1905: 29; 1925: 6 Juden; 1932/33: 6 Juden

Sie waren meist Viehhändler.

1750 wird eine Synagoge in der Gemeinde genannt. 1848 wird schließlich eine neue Synagoge erbaut, sie liegt Mitten im Ort; bis 1908 finden regelmäßig, dann gelegentlich an hohen Feiertagen Gottesdienst statt. 1937 erwirbt benachbarter Gastwirt W. Waldmann die Synagoge und baut sie zur Scheune um.

Der Friedhof liegt 2 km nördlich Hebenshausen an Bundesstraße 27 Witzenhausen-Friedland mit etwa 350 Gräbern aus 200-250 Jahren.

1938: Grabsteinverzeichnis mit 67 Grabinschriften, beginnend 1817 (alemannia-judaica)

Aus Hebenshausen sollen die Vorfahren des deutschen Reeders Albert Ballin (1857-1918) stammen.

Culture

Schools:

1910 einklassige Volksschule

Language History (Digital Facsimiles):

Economy

Mills:

In der Schleensteinkarte (1708-10) sind zwei Mühlensymbole eingezeichnet. Die Rosen- bwz. Untermühle östlich und die Obermühle am Westausgang des Ortes wurden über oberschlächtige Wasserräder mit dem Wasser des Hebenshäuser Baches betrieben. Die Obermühle wird 1961 nicht mehr betrieben.

Toll:

1622: hessische Zollstätte für Ausländer

References

Sources:

  • Cal. Br. 1 k Friedland l, 19, 26, 40. Han. 88 D Friedland 1 a, 3
  • Cal. Br. 22 X 41
  • Cal. Or. 81h. Celle Or. 8 Band 1 Nr. 182, 245
  • Celle Or. 9 Band I S. 72
  • Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 32, alle Staatsarchiv Hannover
  • Kopiar Mariengarten, Landesbibliothek Hannover

Bibliography:

Citation
„Hebenshausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/ol/id/5940> (Stand: 4.2.2025)