Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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  1. 1. Mai 1827: Schiffsverkehr zwischen Köln und Mainz eröffnet
    Die Frankfurter „Dampfschifffahrtsgesellschaft von Rhein und Main“ erhält am 12. April 1826 von Großherzog Ludewig I. (1753–1830) die Genehmigung für die Strecke Frankfurt – Mainz für den Dampfer „Stadt Frankfurt“, der ab 1828 zum Einsatz kommt. Das Bankhaus Bethmann (1768–1826) ist dabei involviert. Im September 1825 wurde eine Testfahrt zwischen Köln und Straßburg gemacht, um ... »Details
  2. 26. Juni 1827: Festliche Einweihung des Wiesbadener Hofheaters
    Am 26. Juni 1827 wird das Herzoglich Nassauische Hoftheater in Wiesbaden nach zwei Jahren Bauzeit mit der Jubelouvertüre von Carl Maria von Weber (1786–1826) und der Oper „Die Vestalin“ von Gaspare Spontini (1774–1851) eingeweiht. Das neue Gebäude liegt an der im Rahmen der Stadterweiterung neu angelegten Wilhelmstraße gegenüber dem Kurhaus und ersetzt das sogenannte ... »Details
  3. 28. Juli 1827: Jubiläumsfeier der Philipps-Universität Marburg
    Die Philipps-Universität Marburg begeht ihren 300. Geburtstag. Es wird ein Festgottesdienst mit Festmahl im Rathaus veranstaltet, zudem werden Orden und Ehrenpromotionen verliehen. Seit den 1820er Jahren hat sich zudem der räumliche Ausbau der Deutschordensgebäude verbessert.(StH) ... »Details
  4. 22. Oktober 1827: Liberales Schulgesetz im Großherzogtum Hessen
    Liberale Vorstellungen prägen das neue Schulgesetz im Großherzogtum Hessen. Ganz im Sinne der Aufklärung wird die Simultanschule als Regelschule eingeführt und damit der kirchliche Einfluss zurückgedrängt. Der Staat übernimmt die Kontrolle des Bildungsbereiches und setzt die Schulpflicht für Jungen und Mädchen durch. Neue Normen für Unterricht und Erziehung werden in der „allgemeine ... »Details
  5. 8. Dezember 1827: Gründungsurkunde für Landesbistum Limburg von Wilhelm von Nassau unterzeichnet
    Am 16. August 1821 hatte die Zirkumskriptionsbulle „Provida sollersque“ die Bistumsgrenzen der katholischen Landesbistümer Fulda, Limburg und Mainz festgelegt. Sie gab dem Landesherrn ein Vetorecht gegen Vorschläge des Domkapitels.|Am 8. Dezember 1827 unterzeichnet Herzog Wilhelm von Nassau die limburgisch-katholische Gründungsurkunde des Bistums, woraufhin Jacob Brand (1776–1833) der ... »Details
  6. 1828-1861: Abschaffung des Judeneids
    Da christliche Eidesformeln bei nichtchristlichen Bürgern nicht gültig waren, mussten Juden seit dem Mittelalter bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts einen speziellen „Judeneid“ bei Rechtsstreitigkeiten ablegen. Wortlaut und Formalitäten waren regional unterschiedlich und oft mit diskriminierenden Handlungen verbunden. Auch die Abschaffung des Judeneides erfolgte in den einzelnen ... »Details
  7. 14. Februar 1828: Gründung des hessisch-preußischen Zollvereins in Berlin
    Der Darmstädter Staatsrat August Hofmann (1776–1841) unterzeichnet in Berlin am 14. Februar 1828 mit dem preußischen Finanzminister Friedrich von Motz (1775–1830) die Zollunion zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen. Nach den gescheiterten süddeutschen Zollplänen von Finanzminister Karl du Bos du Thil (1777–1859) entschied er sich – mit Blick auf die Getreide- und Weinexporte ... »Details
  8. 6. April 1828: Ludwig Emil Grimm und Werner Henschel nehmen an der Feier zu Dürers 300. Todestag in Nürnberg teil
    Am 30. März 1828 verließen der Bildhauer Johann Werner Henschel (1782–1850) und der mit ihm befreundete Maler Ludwig Emil Grimm (1790–1863), der jüngere Bruder von Jacob (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859), gemeinsam Kassel, um nach Nürnberg zu reisen. Dort fanden die mehrtägigen Feierlichkeiten zu Dürer 300. Todestag statt, an denen Künstler aus ganz Deutschland teilnahmen. ... »Details
  9. 17. Juni 1828: Abschluss der Stadterweiterung in Wiesbaden nach dem Bebauungsplan von Christian Zais
    Der für Wiesbaden von Landbaumeister Christian Zais (1770–1820) am 11. März 1818 vorgelegte Bebauungsplan, der das „Historische Fünfeck“ durch moderne, geradlinige Straßen einfassen wollte, wird am 17. Juni 1828 mit dem Ausbau der Adolphstraße sowie deren Namensänderung in „Rheinstraße“ abgeschlossen.|Nach dem Tod von Zais hatte Carl Florian Goetz (1763–1829) die Bauleitung und ... »Details
  10. 28. Juni 1828: Exmatrikulation von Gießener Studenten
    In Gießen werden am 28. Juni 1828 insgesamt 48 Verbindungsstudenten von Universitätskanzler Franz Joseph von Arens (1779–1855) im Zuge der „Großen Relegation“ von der Universität verwiesen. Die radikale Burschenschaft der „Schwarzen“ unter Karl Follen (1795–1840), eine Teilgruppe der „Teutschen Lesegesellschaft“, die einen Einheitsstaat forderte, wurde von „Hassia“ und ... »Details
  11. 1. Juli 1828: Erste Beisetzung auf dem Neuen Hauptfriedhof Frankfurt
    Da der alte Peterskirchhof in Frankfurt am Main als Friedhof zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht mehr ausreichend war, begannen schon unter der französischen Besetzung die Diskussionen um einen neuen Friedhof außerhalb der Stadtgrenzen. Für die Friedhofsverlegung aus hygienischen Gründen engagierte sich vor allem der Arzt Dr. Georg Friedrich Hoffmann (1764–1848) in mehreren Publikationen. ... »Details
  12. 18. September 1828: Knoblauch & Schiele produzieren Leuchtgas in Frankfurt
    Als viertes deutsches Gaswerk (nach Dresden, Hannover und Berlin) nimmt die Gasfabrik Knoblauch & Schiele in der Mainzer Landstraße in Frankfurt am Main am 18. September 1828 den Probebetrieb auf.|Nach langem Ringen mit dem Senat war Johann Christian Carl Knoblauch (1789–1878) und Johann Remigius Schiele (1795–1861) 1827 die Gasproduktion aus Rüböl gestattet worden. Aufgrund finanzieller ... »Details
  13. 24. September 1828: Gründung des Mitteldeutschen Handelsvereins
    Der hessen-darmstädtische Gesandte August Hofmann (1776–1841) unterzeichnet am 12. Februar 1828 in Berlin mit dem preußischen Finanzminister Friedrich von Motz (1775–1830) die Zollunion zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen. Nach den gescheiterten süddeutschen Zollplänen von Finanzminister Karl du Bos du Thil (1777–1859) entschied er sich – mit Blick auf die Getreide- und ... »Details
  14. 13. Dezember 1828: Feierliche Einweihung der Synagoge im Kompostellhof in Frankfurt
    Am 13. Dezember 1828 wird die neue Synagoge im Kompostellhof in der östlichen Altstadt von Frankfurt am Main feierlich eingeweiht.|Seit 1813 war das Philanthropin, die „Bürger- und Realschule der israelitischen Gemeinde“, in einem Teil des 1803 durch die Säkularisation frei gewordenen Kompostellhofs, der ehemaligen Herberge der Jakobspilger, untergebracht, der von der jüdischen Gemeinde ... »Details
  15. 1829: Veröffentlichung des ersten Bandes der „Statistisch-topographischen Beschreibung des Großherzogthums Hessen“
    Der Historiker und Geometer Georg Wilhelm Justin Wagner (1793–1874) publiziert den ersten Band seiner „Statistisch-topographischen Beschreibung des Großherzogthums Hessen“.(StH) ... »Details
  16. 1829: Gründung des Frankfurter Kunstvereins
    Der Frankfurter Kunstverein wird 1829 durch eine Gruppe kunstinteressierter und einflussreicher Bürger gegründet, zu denen unter anderem der Senator und spätere Bürgermeister Johann Gerhard Christian Thomas (1785–1838), der Historiker, Stadtarchivar und Stadtbibliothekar Johann Friedrich Böhmer (1795–1863) und der Maler und Kunstschriftsteller Johann David Passavant (1787–1861) ... »Details
  17. 1829: Johann Nepomuk Zwerger übernimmt die Ausbildung in Bildhauerei an der Städelschule
    Mit der Berufung des in Rom bei Bertel Thorvaldsen ausgebildeten Johann Nepomuk Zwerger (1796–1868) erfolgt 1829 erstmals die Einführung des Unterrichts in Bildhauerei an der Kunstschule des 1815 begründeten Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt am Main. Noch im gleichen Jahr wird Zwerger dort zum Professor für Bildhauerei ernannt. ... »Details
  18. 1829/30: Bau der Infanteriekaserne in Darmstadt
    In der Garnisonsstadt Darmstadt wurde 1829/30 eine neue Infanteriekaserne an der Alexanderstraße erbaut. Das klassizistische Bauwerk, das heute in veränderter Form von der Technischen Universität Darmstadt genutzt wird, hatte der Architekt Franz Heger (1792–1836), dem als Landbaumeister auch das Militärbauwesen im Großherzogtum Hessen unterstand, errichtet. Dieser, ein Schüler und ... »Details
  19. 14. Februar 1829: Karl Grolman stirbt in Darmstadt
    Der Staatsminister der Großherzoglich Hessischen Landesregierung Karl von Grolman (geb. 1775) verstirbt kurz vor seinem Geburtstag in Darmstadt. Seit 1791 studierte er hauptsächlich Rechtswissenschaften an der Universität Erlangen sowie in Gießen, wo er schon mit 23 Jahren Staatsrecht dozierte. Er beschäftigte sich mit der Neuordnung der hessischen Verwaltung, wozu er 1819/20 ins Darmstädter ... »Details
  20. 15. Mai 1829: Eröffnung des „Grand Hotels“ bei Schloss Wilhelmshöhe
    Da das 1767 errichtete Gasthaus neben dem Marstall von Schloss Wilhelmshöhe nicht mehr als ausreichend erachtet wurde, beauftragte Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) Oberhofbaumeister Johann Conrad Bromeis (1788–1855) im Mai 1823 damit, ein neues Gebäude zu konzipieren. Daraufhin legte dieser mehrere Entwurfsvarianten vor, die in der Größe und der Zahl der Flügel variierten. Sämtliche ... »Details
  21. Sommer 1829: Gießener Studenten veranstalten eine Wanderung zur Burgruine Gleiberg
    In Gießen werden am 28. Juni 1828 insgesamt 48 Verbindungsstudenten vom Universitätskanzler Franz Joseph von Arens (1779–1855) im Zuge der „Großen Relegation“ von der Universität verwiesen. Die radikale Burschenschaft der „Schwarzen“ unter Karl Follen (1795–1840), eine Teilgruppe der „Teutschen Lesegesellschaft“, die einen Einheitsstaat forderte, wurde von „Hassia“ und ... »Details
  22. 21. September 1829: Amtseinführung von Bischof Rieger in Fulda
    Mit der Amtseinführung von Johann Adam Rieger (1753–1831) wird die barocke Klosterkirche in Fulda wieder bischöfliche Domkirche.0=Riegers Vorgänger, Fürstbischof Adalbert von Harstall (1737–1814), hatte bis 1803 im Bistum gewirkt, das im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses säkularisiert worden war. Die Kathedrale wird Mutterkirche für das Kurfürstentum Hessen einschließlich der ... »Details
  23. 1830: Dotationsverträge der Stadt Frankfurt mit den Kirchen
    Die Freie Stadt Frankfurt schließt Verträge mit den christlichen Kirchen ab. Diese „Dotationsverträge“ regeln rechtliche, finanzielle und religiöse Fragen zwischen der Bürgerschaft und der katholischen, wie der lutherischen und reformierten Kirche. Die Stadt übernimmt die Gebäude und den Besitz der Kirchen, muss im Gegenzug die Unterhaltung der Einrichtungen finanzieren.(RKr) ... »Details
  24. 6. April 1830: Großherzog Ludewig I. verstirbt in Darmstadt
    Großherzog Ludewig I. von Hessen und bei Rhein (geb. 1753) stirbt am Tag seines 40. Regierungsjubiläum in Darmstadt. Das Ende einer Epoche, in der der Großherzog seine Bürger vom spätabsolutistischen Regime durch die napoleonische Zeit zum bürgerlichen Verfassungsstaat führte. Noch vor drei Jahren feierte er die goldene Hochzeit, vergab 4.000 Gedenkmünzen sowie eine finanzielle ... »Details
  25. 1. Juli 1830: Friedrich August Ravenstein gründet das „Geographische Institut von August Ravenstein“ in Frankfurt
    Am 1. Juli 1830 gründet Friedrich August Ravenstein (1809–1881) in Frankfurt am Main das „Geographische Institut von August Ravenstein“ (später Ravensteins Geographische Verlagsanstalt), den zweitältesten kartografischen Verlag Deutschlands. Das erste Produkt ist ein Stadtplan von Frankfurt, der im August 1830 erscheint. Es folgten 1835 eine für die Thurn- und Taxissche Postverwaltung ... »Details
  26. 6. September 1830: In Kassel stürmen Bürger die Bäckereien
    Als nach einer Missernte die Brotpreise in Kassel ansteigen und die Bäcker sich aufgrund der von der Regierung gedeckelten Preise weigern, weiter zu backen, bricht am Abend des 6. September 1830 der sogenannte Bäckersturm los, in dessen Verlauf zwölf Bäckereien demoliert wurden. Die daraufhin eingesetzten Soldaten der Kasseler Garnison verhaften über 40 Personen.|Am folgenden Tag beschloss ... »Details
  27. 15. September 1830: Wilhelm II. nimmt die Verfassungs-Petition der Kasseler Bürger an
    Nach den revolutionären Geschehnissen des Bäckersturms am 6. September 1830 in Kassel empfängt Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) am 15. September im Residenzpalais am Friedrichsplatz eine Abordnung Kasseler Bürger, angeführt von Bürgermeister Karl Schomburg (1791–1841). Mit einer sorgfältig formulierten, patriotischen Rede überreichte dieser ihm eine von fast 1.400 Bürgern ... »Details
  28. 24. September 1830: In Hanau stürmen Bürger das Zoll- und Lizenzamt
    Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft bemühten sich die verschiedenen Fürstentümer des Deutschen Bundes um die Beseitigung der vielfältigen Zoll- und Handelsschranken. Am 24. September 1828 trat Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) dem Mitteldeutschen Handelsverein bei, der sich als Konkurrenz zum preußischen Zollverein verstand. Diesem gehörte das Großherzogtum Hessen an, weshalb ... »Details
  29. 30. September 1830: Aufgrund eskalierender Unruhen verkündet Ludwig II. militärische Standrechte
    Der Darmstädter Gesandte August Hofmann (1776–1841) unterzeichnet am 12. Februar 1828 mit preußischem Finanzminister Friedrich von Motz (1775–1830) die Zollunion zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen in Berlin. Nach den gescheiterten süddeutschen Zollplänen von Finanzminister Karl du Bos du Thil (1777–1859) entschied er sich – mit Blick auf die Getreide- und Weinexporte – ... »Details
  30. 16. Oktober 1830: Der kurhessische Landtag tritt in Kassel zusammen
    Am 16. Oktober 1830 finden sich die 29 Deputierten der kurhessischen Landstände unter Vorsitz des Erbmarschalls August Riedesel Freiherr zu Eisenbach (1779–1843) im Schloß Bellevue in Kassel zusammen, um Vorschläge für eine neue, liberale Verfassung zu erarbeiten.|Bis Ende Dezember tagte der kurhessische Landtag und der Verfassungsausschuss unter dem Vorsitz des Marburger Staatsrechtlers ... »Details
  31. 27. November 1830: Gründung der katholisch-theologischen Fakultät an der Universität Gießen
    Am 27. November 1830 findet die feierliche Eröffnung der katholisch-theologischen Fakultät an der großherzoglichen Landesuniversität in Gießen statt. Seit den 1830er Jahren werden somit katholische Priester in Gießen ausgebildet. Einen ersten Entwurf für einen Studienplan gibt es im Februar 1831, im Oktober desselben Jahres wird der Gießener Stadtpfarrer als bischöflicher ... »Details
  32. 1831: Umzug des Ludwig-Georgs-Gymnasiums in Darmstadt in das ehemalige Waisenhaus
    Da das alte Pädagog, die zwischen 1627 und 1629 errichtete Höhere Schule in Darmstadt, aufgrund der hohen Schülerzahlen nicht mehr ausreicht, setzt der Direktor Johann Georg Zimmermann (1754–1829), der die Schule zu einem humanistischen Gymnasium umgestalten wollte, 1822 zunächst die Gründung einer separaten Realschule durch. Zudem konnte 1831 das nahgelegene, ehemalige barocke Waisenhaus ... »Details
  33. 1831: Gründung des „Lesemuseums“ in Kassel
    Im Jahr 1831 wird in Kassel, vermutlich auf Initiative des kritischen Publizisten Friedrich Murhard (1778–1853), das „Lesemuseum“ gegründet, eine bürgerliche Vereinigung in der Tradition der im 18. Jahrhundert sich rasant verbreitenden Lesegesellschaften.|In dem Kasseler Debattierklub mit oppositionell-liberaler Prägung treffen sich vor allem Angehörige akademischer Berufe, pensionierte ... »Details
  34. 1831/1832: Erste hessische Dampfmaschine in Darmstadt in Betrieb
    Die erste hessische Dampfmaschine wird in Darmstadt für das Prägewerk der von Georg Moller (1784–1852) und Franz Heger (1792–1836) ab 1831 erbauten Großherzoglichen Münze in Betrieb genommen. Hofmechanikus und Münzmeister Johann Hector Rössler (1779-1863) hatte sie 1830 in der eigenen Werkstätte gebaut.  ... »Details
  35. 5. Januar 1831: Kurfürst Wilhelm II. unterzeichnet liberale Verfassung
    Nachdem der kurhessische Landtag seit Oktober 1830 in Kassel getagt und Ende Dezember einen Verfassungsentwurf vorgelegt hatte, unterzeichnet am 5. Januar 1831 Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) die von dem Marburger Staatsrechtler Sylvester Jordan (1792–1861) maßgeblich mitentworfene liberale Verfassung. Am 8. Januar wurde das Ereignis in Kassel mit ausgedehnten Feierlichkeiten begangen. ... »Details
  36. 5. Januar 1831: Schulpolitische Ziele in der Verfassung für das Kurfürstentum Hessen-Kassel
    Am 5. Januar 1831 genehmigt Kurfürst Wilhelm II. von Hessen die neue Verfassung für Kurhessen. In ihr wird in Abschnitt 10, § 137 und 138 eine Fürsorgepflicht des Staates gegenüber dem Bildungsbereich festgelegt; ein Unterrichtsgesetz wird in Aussicht gestellt, um die katastrophale Situation in den Schulen, besonders den Volksschulen, zu verbessern.(RKr) ... »Details
  37. 25. Januar 1831: Heinrich Wilhelm Pabst wird ständiger Sekretär in Darmstadt
    Im Großherzogtum Hessen bildet sich ein neuer Landwirtschaftsverein (die „Landwirtschaftliche Zentralstelle“) mit Heinrich Wilhelm Pabst (1798–1868) als ständigem Sekretär, der nicht nur ein landwirtschaftliches Institut auf dem Hofgut Kranichstein bei Darmstadt führt, sondern auch Herausgeber der „Landwirtschaftlichen Zeitschrift“ ist.(StH) ... »Details
  38. 11. Februar 1831: Einsturz der katholischen Bonifatiuskirche in Wiesbaden
    Am 11. Februar 1831 stürzt der fast vollendete Neubau der Bonifatiuskirche am neu angelegten Luisenplatz in Wiesbaden ein. Verantwortlich für den Bau war der herzoglich nassauische Hofbaurat Friedrich Ludwig Schrumpf (1765–1844), der den Bau im klassizistischen Stil entworfen hatte. Der Grundriss der Kirche hatte die Form eines Zentralbaues auf der Basis eines griechischen Kreuzes. Eine ... »Details
  39. 2. Mai 1831: Nassauischer Landtag wird auf unbestimmte Zeit verschoben
    Am 22. Februar 1831 findet sich der Nassauische Landtag in Wiesbaden zusammen, um über die Eigentumsrechte der nassauischen Domäne zu tagen, worunter auch die kurmainzischen Gebiete im Rheingau fallen. Durch einen Streit wird der Landtag jedoch auf unbestimmte Zeit verlegt. Schon beim ersten Treffen des Landtages im Jahr 1818 zählten die Deputierten die Domanialvermögen zum Staatseigentum ... »Details
  40. 19. Juni 1831: Genehmigung zur Errichtung einer „Cur-Anstalt“ in Kronthal
    1818 hatte der nassauische Amtsarzt und Medizinalrat Ferdinand Küster (1791–1854) bei Kronberg einen Sauerbrunnen entdeckt. Er erkannte die Heilwirkung der Quelle und organisierte ab 1821 erste Formen eines Bade- und Kurbetriebs. Die Konzession für den Kurbetrieb erhielt er 1826. Im Jahr 1835 errichtete er ein Kurhaus, das ein älteres Gebäude ersetzte. ... »Details
  41. 12. Juli 1831: Vereinsgründung in Hanau zur Unterstützung von Polen
    Als Reaktion auf die ab dem November 1830 begonnenen Freiheitskämpfe in Polen bildet sich am 12. Juli 1831 in Hanau der „Hauptverein für Verwundete und Leidende im Königreich Polen“ mit wachsender Mitgliedszahl. In Polen löste sich die Bevölkerung von den Zaren und stand nun in Konfrontation mit der russischen Armee. Ähnliche Vereine aus Butzbach, Darmstadt und Gießen wandten sich mit ... »Details
  42. 25. August 1831: Kurhessen schließt sich dem hessisch-preußischen Zollverein an
    Der Darmstädter Gesandte August Hofmann (1776–1841) unterzeichnet am 12. Februar 1828 mit preußischem Finanzminister Friedrich von Motz (1775–1830) die Zollunion zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen in Berlin. Nach den gescheiterten süddeutschen Zollplänen von Finanzminister Karl du Bos du Thil (1777–1859) entschied er sich – mit Blick auf die Getreide- und Weinexporte – ... »Details
  43. 29. September 1831: Hofgericht in Gießen urteilt über Hanauer Unruhestifter
    Der Darmstädter Gesandte August Hofmann (1776–1841)hatte am 12. Februar 1828 mit dem preußischen Finanzminister Friedrich von Motz (1775–1830) die Zollunion zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen in Berlin unterzeichnet. Nach den gescheiterten süddeutschen Zollplänen von Finanzminister Karl du Bos du Thil (1777–1859) entschied er sich – mit Blick auf die Getreide- und ... »Details
  44. 30. September 1831: Kurprinz Friedrich Wilhelm übernimmt die Regentschaft
    Während der revolutionären Ereignisse in Kurhessen 1830/31 zielt der Unmut der Bevölkerung vor allem auch auf den Kurfürsten Wilhelm II. (1777–1847) und seine Mätresse, die von ihm zur Gräfin von Reichenbach-Lessonitz erhobene Emilie Ortlöpp (1791–1843).|Nachdem es nach der Unterzeichnung der neuen Verfassung im Januar 1831 in Kurhessen wegen der Rückkehr der unbeliebten Gräfin und ... »Details
  45. 7. Dezember 1831: Erste „Garde-Du-Corps-Nacht“ in Kassel
    Obschon die am 30. September 1830 erfolgte Übertragung der Mitregentschaft an den Kurprinzen Friedrich Wilhelm (1802–1875) in Kassel große Zustimmung bei der Bevölkerung gefunden hatte, führte schon bald der Familienzwist wegen seiner nicht standesgemäßen Heirat mit der von ihm im Oktober zur Gräfin Schaumburg erhobenen, geschiedenen Bürgerlichen Gertrude Lehmann (1803–1882) zu ... »Details
  46. 1832: Kritik an der Auswanderung
    Der Frankfurter Autor Wilhelm Sauerwein (1803–1847), der aufgrund seiner liberalen und republikanischen Gesinnung wiederholt Probleme mit den Behörden hatte, veröffentlichte 1832 eine ironische Schrift, die er den „deutschen ABC-Schützen, welche die Freiheit erzielen möchten, aus Patriotismus“ widmete. Im Kapitel „Der Bauer“ setzte er sich mit der Lage der ländlichen Bevölkerung ... »Details
  47. 1832-1833: Die berufliche Emanzipation der Juden
    Die Bemühungen von staatlicher als auch jüdischer Seite, „bürgerliche“ Berufe für die Juden zu öffnen, wurden innerhalb jüdischer Kreise als wichtiger Schritt zu einer vollständigen rechtlichen Gleichstellung gesehen.  ... »Details
  48. 1. Januar 1832: Erste Ausgabe des „Hessischen Volksblatts“ sowie Neugründungen von politischen Zeitungen
    Schon am 5. Januar 1831 versprach die kurhessische Verfassung die Pressefreiheit, jedoch wurde noch kein diesbezügliches Gesetz erlassen. Zu Beginn des Jahres bildeten sich nicht nur ein Presseverein zur Förderung freier Zeitungen in Zweibrücken, sondern es erschien auch am 1. Januar 1832 durch die Lockerung der Zensur die erste Ausgabe der neu gegründeten, pfälzischen, liberalen Zeitung ... »Details
  49. 19. Februar 1832: Fest der „Freunde Hessischer Eintracht“ in Gießen
    Gut drei Monate vor dem legendären revolutionären Fest auf dem Hambacher Schloss (27. bis 30. Mai 1832) wird am 19. Februar 1832 in Gießen das „Fest der Freunde Hessischer Eintracht“ mit etwa dreihundert Teilnehmern veranstaltet. Im Gegensatz zu der späteren Veranstaltung verlief das Gießener „Verbrüderungsfest“ mit Teilnehmern aus Gießen und Marburg im konstitutionellen ... »Details
  50. Juni 1832: Gründung der Landeskreditkasse in Kassel
    Im Juni 1832 gründet das Kurfürstentum Hessen die Landeskreditkasse als staatliche Grundkreditanstalt, die Bauern und Kommunen zinsgünstige Kredite gewähren sollte. Diese steht unter der Aufsicht des Innenministeriums. Die Kredite werden durch langfristige Schuldverschreibungen finanziert.|1833 erwarb der Kurhessische Staat das Pfarrhaus der Oberneustädter Gemeinde in Kassel und richtete dort ... »Details