Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hesse in the 19th and 20th Centuries

  • 1900
  • 1910
  • 1920
  • 1930
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  • 1950
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  • 1970
  • 1980
  • 1990
  • 2000
  1. 20. Februar 1947: Freigabe des Bad Homburger Stadtwalds zum Holzeinschlag
    Wegen des strengen Winters gibt die Stadt Bad Homburg für ihre Bürger den Stadtwald zum Holzeinschlag frei. Diese Maßnahme ist nur ein lokales Beispiel für die überall in Hessen und ganz Deutschland aufgrund der kritischen Versorgungslage im kalten Winter 1947 freigegebenen Abholzung: Heizmaterial wird zur Mangelware, vielerorts sind die oft aus der Vorkriegs- und Kriegszeit stammenden ... »Details
  2. 10. März 1947: Erste deutsch-amerikanische Besatzungsheirat
    In Frankfurt am Main wird die erste Heirat zwischen einem US-Soldaten und einer Deutschen von der US-Militärregierung genehmigt, und zwar für die 21-jährige Erika Schaefer aus Frankfurt am Main und den 27-jährigen Zivilangestellten der Militärregierung Peter Rupeka aus Hemstead/New York. Sie hatten sich im Frankfurter Zoo kennen gelernt. Die Trauung wird am 27. März stattfinden.Zehn weitere ... »Details
  3. 21. März 1947: Urteile im Euthanasie-Prozess in Frankfurt
    Das Landgericht Frankfurt am Main spricht die Urteile im dritten „Euthanasie“-Prozess gegen 26 Ärzte und Mitarbeiter der „Tötungsanstalt“ Hadamar. Gegen den früheren Anstaltsdirektor Dr. Adolf Wahlmann (1876–1956) und den ehemaligen leitenden Arzt Dr. Hans Bodo Gorgaß (1909–1993) ergeht wegen Mordes in 900 bzw. 1.000 Fällen die Todesstrafe. Neun weitere Angeklagte – darunter ... »Details
  4. 28. März 1947: Allgemeine Schulpflicht in Hessen auf neun Jahre verlängert
    Die allgemeine Schulpflicht wird durch Gesetz auf neun Jahre verlängert.(OV) ... »Details
  5. April 1947: Zusatzmahlzeit für Kinder und Jugendliche aus US-Armeebeständen
    Angesichts der katastrophalen Versorgungslage werden im Rahmen des „Hoover-Plans“ aus amerikanischen Armeebeständen Nahrungsmittel ausgegeben, sodass in Hessen täglich 300.000 Kinder und Jugendliche in der Schule eine Zusatzmahlzeit im Wert von 350 Kalorien erhalten können.Dennoch bleibt die Situation so angespannt, dass US-Oberst James R. Newman (1902–1964) das deutsche Volk noch im Mai ... »Details
  6. 17. April 1947: Katastrophale Versorgungslage in Hessen
    Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967) berichtet auf einer Pressekonferenz über die katastrophale Versorgungslage. Die Lebensmittelvorräte hielten lediglich noch für zwei Wochen vor. Der Flüchtlingsstrom aus Ostmitteleuropa verschärft die Engpässe zusätzlich. So liegt die Nahrungsration in Darmstadt pro Person und Woche bei 500 Gramm Brot, 150 Gramm Fleisch und 50 Gramm Butter – ... »Details
  7. 23. April 1947: Weitere Präzisierung zum Verkehr zwischen den Besatzungszonen
    Durch die Direktive Nr. 49 wird der private Reiseverkehr zwischen den westlichen Besatzungszonen und der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) weiter eingegrenzt. Reisende müssen nun sogenannte Interzonenpässe bei der jeweiligen Besatzungsbehörde beantragen, um zwischen den einzelnen Zonen zu reisen, Geschäfte abzuwickeln oder Familienmitglieder besuchen zu können. Diese Pässe sind für 30 Tage ... »Details
  8. 9. Mai 1947: Frankfurt wird Hauptstadt der amerikanisch-britschen Bizone
    Der Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, Walter Kolb (1902–1956; SPD), gibt bekannt, dass die Stadt nach einem ihm zugestellten Beschluss der Militärregierung Hauptstadt der amerikanisch-britischen Bizone wird.(OV) ... »Details
  9. 16. Mai 1947: Einstellung der Schulgelderhebung in Hessen
    Unter Bezug auf Artikel 59 der Hessischen Verfassung – „in allen öffentlichen Grund-, Mittel-, höheren und Hochschulen ist der Unterricht unentgeltlich. Unentgeltlich sind auch die Lernmittel mit Ausnahme der an den Hochschulen gebrauchten“ – verfügt Kultusminister Erwin Stein (1903–1992; CDU) die Einstellung der Schul- und Unterrichtsgelderhebung. Obwohl der am 18. September ... »Details
  10. 16. Mai 1947: Rundfunkrede von James R. Newman zur Versorgungs- und Sicherheitslage in Hessen
    Der Leiter der amerikanischen Militärregierung in Hessen, Oberst James R. Newman (1902–1964), verkündet in einer Rundfunkrede, dass das hessische Volk aufgrund der katastrophalen Versorgungslage den Gürtel enger schnallen müsse. Die Militärregierung werde „Streiks und andere[n] Umtriebe[n]“0=Zitiert nach Eckhart G. Franz (Hrsg.), Die Chronik Hessens, Dortmund 1991, S. 412. einen Riegel ... »Details
  11. 19. Juni 1947: Hessischer Landtag bestimmt Mitglieder für den Wirtschaftsrat der Bizone
    Der Hessische Landtag bestimmt fünf Deputierte, die Hessen im Wirtschaftsrat vertreten sollen. Seitens der SPD sind dies der Vorsitzende des hessischen Gewerkschaftsbundes Willi Richter (1894–1972) und Justizminister Georg August Zinn (1901–1976), seitens der CDU der Frankfurter Parteivorsitzende Peter Horn (1891–1967) sowie der Vorsitzende der Landtagsfraktion und stellvertretende ... »Details
  12. Sommer 1947: Vorschlag der IHK Darmstadt zu einer deutschen Währungsreform
    Die Industrie- und Handelskammer in Darmstadt veröffentlicht einen Vorschlag zur Durchführung einer deutschen Währungsreform. Der verantwortlich vom amtierenden Präsidenten der Handelskammer Wilhelm Köhler (1897–1962) erdachte und ausformulierte Plan gliedert sich in drei Stufen und beinhaltet drei Gesetzesentwürfe (zur Beschränkung des überschüssigen Notenumlaufs, über die Erhebung ... »Details
  13. 25. Juni 1947: Konstituierung des Wirtschaftsrats der Bizone in Frankfurt
    Der am 1. Januar geschaffene Wirtschaftsrat der Bizone konstituiert sich im Großen Börsensaal in Frankfurt und wählt den hessischen Politiker Erich Köhler (1892–1958; CDU) zu seinem Präsidenten. In seiner Begrüßungsrede lobt Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) die Einrichtung des Wirtschaftsrats als eine „erste Bresche in die Zonenteilung“.0=Zitiert nach Mühlhausen, ... »Details
  14. 1. Juli 1947: Markante Hitzewelle in Hessen
    Eine Hitzewelle bringt Frankfurt am Main mit 38 °C, die höchste Temperatur seit 60 Jahren.(OV) ... »Details
  15. 1. Juli 1947: Eugen Kogons Aufsatz „Das Recht auf den politischen Irrtum“ erscheint
    In den „Frankfurter Heften“ veröffentlicht Herausgeber Eugen Kogon (1903–1987) den Aufsatz „Das Recht auf den politischen Irrtum“. Darin kritisiert er die seiner Meinung nach ausufernde und viel zu schematische Praxis der Entnazifizierung: Es ist nicht Schuld, sich politisch geirrt zu haben. Verbrechen zu verüben oder an ihnen teilzunehmen, wäre es auch nur durch Duldung, ist Schuld. ... »Details
  16. 17. Juli 1947: Gründungssitzung des hessischen Schulfunk-Ausschusses in Frankfurt
    In Frankfurt am Main wird der Schulfunk-Ausschuss für das Land Hessen gebildet, der das von Radio Frankfurt seit dem 21. Oktober 1946 ausgestrahlte Schulfunkprogramm als (pädagogischer) Beirat begleitet. Er setzt sich aus je einem Lehrer jedes hessischen Kreises, dem Rundfunkreferenten des Kultusministeriums und dem Schulfunkleiter von Radio Frankfurt zusammen. An der heute zum Zweck der ... »Details
  17. 20. Juli 1947: Georg-Büchner-Preis an Anna Seghers
    In der Aula der Technischen Hochschule Darmstadt wird in einer Feierstunde der Georg-Büchner-Preis für 1947 an die gebürtige Mainzerin Anna Seghers (1900–1983), für 1945 rückwirkend an den 1944 im Exil verstorbenen Dichter Hans Schiebelhuth (1895–1944) verliehen. Die Laudatio auf Schiebelhuth hält Fritz Usinger (1895–1982), der den 1923 begründeten Preis 1946 erhielt. Anna Seghers ... »Details
  18. 23. Juli 1947: Errichtung einer „Sonderstelle Geld und Kredit“ des Wirtschaftsrates der Bizone in Bad Homburg
    In Bad Homburg v. d. Höhe gründet der vier Wochen zuvor zusammengeschlossene deutsche Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes („Wirtschaftsrat der Bizone“) die „Sonderstelle Geld und Kredit“, die unter dem Vorsitz des späteren Bundesministers für Wirtschaft und Bundeskanzlers Ludwig Erhard (1897–1977) und parallel zu den Bemühungen alliierter Finanzexperten einen eigenen ... »Details
  19. 20. September 1947: Martin Niemöller Präsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau
    Auf einer gemeinsamen Landesversammlung der evangelischen Kirchen für den ehemaligen Volksstaat Hessen, Frankfurt und Nassau wird Martin Niemöller (1892–1984) zum Präsidenten der erneut vereinigten Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau gewählt. Nach achtjähriger Haft im Konzentrationslager hatte Niemöller – einer der prominentesten Vertreter der „Bekennenden Kirche“ im Dritten ... »Details
  20. 20. - 21. September 1947: Gründung der Deutschen Wählergesellschaft in Frankfurt
    Eine Versammlung bedeutender Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft gründet in Frankfurt am Main die Deutsche Wählergesellschaft als eine überparteiliche Vereinigung, deren alleinige Zweckbestimmung es ist, gegen das Prinzip des Verhältniswahlrechts bei der Wahl der Volksvertreter in die Parlamente und für die Einführung des Personen- und Mehrheitswahlrechts0=Zu den Hintergründen ... »Details
  21. Oktober 1947: Außerordentlicher Parteitag des SPD-Bezirks Hessen-Süd kritisiert Regierung Stock
    Die Politik der Großen Koalition aus SPD und CDU unter Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) ruft in Teilen der sozialdemokratischen Basis Unzufriedenheit hervor, die sich unter anderem auf einem außerordentlichen Parteitag des SPD-Bezirks Hessen-Süd artikuliert. Dessen Vorsitzender Wilhelm Knothe (1888–1952) – zugleich SPD-Landesvorsitzender von Hessen – hatte zuvor im ... »Details
  22. 16. Oktober 1947: Reduzierung der zur Demontage vorgesehenen hessischen Industriebetriebe
    Eine Neufassung der alliierten Demontageliste reduziert die Zahl der im Rahmen der deutschen Reparationsleistungen zur Demontage ganz oder teilweise vorgesehenen Betriebe in Hessen von 112 auf 51. Unter den weiterhin aufgelisteten Betrieben finden sich aus Frankfurt am Main nicht zuletzt die I.G. Farben, die Adlerwerke und die VDM AG. Insgesamt handelt es sich um 26 Rüstungsbetriebe und 25 ... »Details
  23. November 1947: Opel-Werk nimmt Produktion des „Olympia“ wieder auf
    Im Rüsselsheimer Opel-Werk wird die Wiederaufnahme der Produktion des bis 1940 gefertigten Modells „Olympia“ gefeiert, das nun in technisch modifizierter Version mit der Vorderachskonstruktion der Vorkriegs-Ausführung des Modells „Kapitän“ (ohne die von der Konzernmutter General Motors übernommene und in den 1930er Jahren verwendete Synchronfederung) erhältlich ist. Der Wagen wird ... »Details
  24. 12. Dezember 1947: Einrichtung des Hessischen Staatsgerichtshofs in Wiesbaden
    In Wiesbaden wird der für Verfassungsklagen vorgesehene Hessische Staatsgerichtshof eingerichtet. Die Hessische Verfassung legt fest: ... »Details
  25. 18. Dezember 1947: Beratungen des Wirtschaftsrates der Bizone in Frankfurt
    Der Wirtschaftsrat der amerikanisch-britischen Bizone tritt in Frankfurt am Main zusammen und berät über die Folgen der am 15. Dezember abgebrochenen alliierten Außenministerkonferenz in London, die in zentralen Fragen der weiteren Entwicklung in Deutschland keine Einigung erreichen konnte. Der Wirtschaftsrat beschließt, weiterhin die wirtschaftliche und politische Einigung ganz Deutschlands ... »Details
  26. 1948: Gründung des Internationalen Musikinstitut in Darmstadt
    Ausgehend von den seit Sommer 1946 abgehaltenen Ferienkursen für internationale Neue Musik wird in Darmstadt das „Internationale Musikinstitut“ gegründet. Wie schon bei den Ferienkursen tritt auch hier der seit 1945 das Amt des Kulturreferenten und die Leitung des Kulturamtes der Stadt Darmstadt innehabende Theater- und Musikkritiker Dr. Wolfgang Steinecke (1910–1961) als Initiator in ... »Details
  27. 1. März 1948: Einrichtung der Bank Deutscher Länder in Frankfurt
    Im Vereinigten Wirtschaftsgebiet wird die Bank Deutscher Länder mit Sitz in Frankfurt am Main errichtet. Im Juni schließt sich auch die französische Besatzungszone der neuen Zentralbank an. Am 1. August 1957 erhält sie den Namen Deutsche Bundesbank.(OV) ... »Details
  28. 2. März 1948: Verwaltungsdirektoren des „Zweiten Wirtschaftsrats“ der Bizone in Frankfurt gewählt
    Der im Vorjahr gebildete bizonale Wirtschaftsrat tritt in eine zweite Phase ein, wird von 52 auf 104 Mitglieder vergrößert und wählt in Frankfurt am Main den „aus dem Direktorium hervorgegangene[n] und mit neuen Kompetenzen ausgestattete[n] Verwaltungsrat“.0=Conze, Suche nach Sicherheit, S. 164. Nachdem sich die SPD für die Oppositionsrolle entschieden hatte, weil ihr die bürgerliche ... »Details
  29. 1. April 1948: Erneute Verschärfung des Interzonenverkehrs
    Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) verschärft durch weitere Bestimmungen den Interzonenverkehr. Besonders der Straßen- und Binnenschifffahrtsverkehr zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und den westlichen Zonen ist dadurch betroffen, in Hessen vor allem die Gebiete an der Werra. Nach den Verordnungen vom 30. Juni und 29. Oktober 1946 sowie dem 23. April 1947 wird ... »Details
  30. 10. April 1948: Gründung des Deutschen Fußball-Ausschusses in Frankfurt
    Unter Beteiligung von Fachvertretern aus Nord- und Süddeutschland und Berlin, sowie Gästen aus der französischen Zone wird in Frankfurt am Main der Deutsche Fußball-Ausschuss ins Leben gerufen. Als eine der ersten Amtshandlungen beschließt er die Ausrichtung einer deutschen Fußballmeisterschaft. Die Gründung des Deutschen Fußball-Ausschusses setzt einen wichtigen Markstein in der ... »Details