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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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Gründung der Schauspielschule in Frankfurt, 1. September 1919

In Frankfurt am Main gründet der für seine expressionistische Darstellungsweise bekannte deutsche Schauspieler und Regisseur Carl Ebert (1887–1980) gemeinsam mit anderen Schauspielern des Frankfurter Theaters eine dem Schauspiel angegliederte Schauspielschule.

Carl Ebert ist seit 1915 am Schauspielhaus Frankfurt engagiert und leitet die Schauspielschule bis 1922. Als junger Bankangestellter kam er 1909 an das Deutsche Theater zu Max Reinhardt (1873–1943), wo er bis 1915 seine Lehrjahre als Schauspieler verbrachte. 1922 nimmt er ein Engagement am Staatstheater in Berlin an. Nach seinem Weggang aus Frankfurt übernehmen die Theaterschauspieler Hans Nerking (1888–1964) und Mathieu Pfeil (1862–1939) die Leitung der Schauspielschule.

Carl Ebert profiliert sich in der darauf folgenden Zeit unter anderem auf der Position des Leiters der neu gegründeten Staatlichen Schauspielschule an der Hochschule für Musik in Berlin. Das Publikum sieht ihn trotz dieser Tätigkeit als Hochschullehrer weiterhin in einer Vielzahl von Rollen auf der Bühne. 1927 ernennt man ihn zum Generalintendanten des Hessischen Landestheaters in Darmstadt, wo er das Musiktheater radikal reformiert und als Opernregisseur große Bekanntheit erlangt. Politisch der Sozialdemokratie nahestehend und mit dem Gewerkschafter und sozialdemokratischen Politiker Wilhelm Leuschner (1890–1944) befreundet, muss Ebert seine 1931 übernommene Stellung als Intendant der Städtischen Oper Berlin im Zuge der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten aufgeben. Als „Kulturbolschewist“ verfemt, emigriert er 1933 ins Ausland.
(KU)

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„Gründung der Schauspielschule in Frankfurt, 1. September 1919“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/2104> (Stand: 1.9.2024)
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