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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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Die Gießener Auswanderungsgesellschaft, 1833-1834

1833 gründeten der Gießener Rechtsanwalt Paul Follen (1799-1844) (latinisierte Form „Follenius“) und Friedrich Münch (1799-1881), Pfarrer in Nieder-Gemünden, die Gießener Auswanderungsgesellschaft. Sie kannten sich aus ihrer Studienzeit in Gießen, in der sie den republikanisch idealistischen Ideen eines deutschen Idealstaates, die Pauls Bruder Karl Follen (1796-1840) vertrat, folgten. Da sie diese Ziele im Großherzogtum Hessen und den anderen deutschen Fürstentümern nicht verwirklichen konnten, sahen sie nur die Möglichkeit, ihre Pläne in den Vereinigten Staaten umzusetzen.

Paul Follen und Friedrich Münch verfassten im Januar 1833 eine erste Schrift, in der sie andere Auswanderungswillige über ihre Unternehmung informierten und dazu aufriefen, sich ihnen anzuschließen. Im Juli 1833 veröffentlichten sie ein zweites Schreiben, in dem sie die Gründe, Ziele und Bedingungen für den Aufbau eines besseren Lebens in den Vereinigten Staaten genauer darlegten.

1834 brach die Gießener Auswanderungsgesellschaft schließlich in zwei Gruppen über die Weser und über Bremen in die Vereinigten Staaten auf. Insgesamt hatten sich 500 Menschen zusammengefunden. Die Unternehmung erlitt allerdings diverse Rückschläge während der Reise und scheiterte noch bevor die Siedlungsplätze erreicht werden konnten, woraufhin sich die Gesellschaft auflöste.

Die Mitglieder der Gesellschaft zerstreuten sich in der Umgebung. Paul Follen und einige wenige Familien ließen sich zusammen in Missouri nieder, doch auch diese kleine Siedlung löste sich nach einiger Zeit auf. Nach der Ankunft Friedrich Münchs siedelte dieser in der Nähe von Paul Follen und baute dort eine kleine Hofgemeinschaft auf.
(MSch)

Records
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„Die Gießener Auswanderungsgesellschaft, 1833-1834“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/7537> (Stand: 16.4.2025)
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