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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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In Willingshausen in der Schwalm etabliert sich eine Malerkolonie, 1824

Die Schwalm mit ihrer reizvollen Landschaft in der westhessischen Senke entlang des gleichnamigen Flusses und die dort beheimatete ländliche Bevölkerung mit ihren bunten Trachten und überlieferten Ritualen entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Anziehungspunkt für bildende Künstler.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die Familie von Schwertzell, die in Willingshausen in ihrem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Herrenhaus ansässig war. Bereits 1814 kam der baltische Offizier Gerhardt von Reutern (1794–1865), ein Verwandter der Familie, zu einem ersten Erholungsurlaub und begann in den Folgejahren, die Region und ihre Bewohner zu malen und zeichnen. 1824 besuchte ihn Ludwig Emil Grimm (1790–1863), der von da an häufig dorthin zurückkehrte und mit ihm das Schwälmer Leben zeichnete. Nachdem Grimm 1832 Professor für Historienmalerei an der Kasseler Akademie geworden war, besuchte er die Schwalm auch mit seinen Schülern. Als Gerhardt von Reutern 1835 zum Studium an die Düsseldorfer Kunstakademie zog, konnte er zudem zahlreiche Mitstudenten auf Willingshausen und die Schwalm aufmerksam machen.

Zu den namhaftesten Künstlern, die den Ort im Laufe der Jahre besuchten, zählte ab 1841 der ebenfalls in Düsseldorf ausgebildete Frankfurter Maler Jakob Fürchtegott Dielmann (1809–1885), der später die Künstlerkolonie in Kronberg gründete. 1844 kam auch sein Freund und Mitstudent Jakob Becker (1810–1872) erstmals zu Studienzwecken nach Willingshausen. Becker, der seit 1841 an der Städelschule lehrte, animierte seine Studenten zu einem Besuch in der Schwalm, dazu zählten auch Heinrich Hasselhorst (1825–1904) sowie der aus Darmstadt stammende Karl Raupp (1837–1918).
(UH)

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„In Willingshausen in der Schwalm etabliert sich eine Malerkolonie, 1824“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/6178> (Stand: 13.4.2025)
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