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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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Grundsteinlegung für die Frankfurter Stadtbibliothek, 18. Oktober 1820

Als am 18. Oktober 1820 in Frankfurt am Main der Grundstein für die neue Stadtbibliothek gelegt wird, geht damit eine gut dreißigjährige Planungsgeschichte zu Ende. Bereits 1788 war im städtischen Senat über den Neubau einer Bibliothek beraten worden, deren Bestände sich damals in Räumen des Barfüßerklosters befanden. Da man sich jedoch in den wiederkehrenden Beratungen nicht auf einen Standort und die Übernahme der Kosten einigen konnte, blieben erste Pläne, die von Stadtbaumeister Johann Georg Christian Hess (1756–1816) und seinem Sohn Johann Friedrich Christian Hess (1785–1845) 1803 vorgelegt worden waren, auf dem Papier. Erst als der Staatsrat Moritz von Bethmann (1756–1826) 1815 eine größere Summe für den Bau in Aussicht stellte, konnte man sich im Februar 1816 schließlich auf einen Standort für das neue Gebäude einigen. Ausgewählt wurde ein Platz direkt am Main an der Schönen Aussicht neben dem Obermaintor. Johann Friedrich Hess legte daraufhin 1817 erste Pläne für einen querrechteckigen, flachgedeckten Bau vor, die jedoch wegen der zu hohen Baukosten noch mal überarbeitet werden mussten. Auch diese Pläne wurden aufgrund der Einwände des 1818 um ein Gutachten gebetenen Darmstädter Baurates Georg Moller (1784–1852) noch einmal geändert. Im Juli 1825 konnte der Bau endlich seiner Bestimmung übergeben werden. Die sparsam dekorierte Fassade des klassizistisch geprägten Gebäudes wird von dem monumentalen Säulenportikus korinthischer Ordnung dominiert, der im Gebälk die Inschrift „Litteris recuperata libertate civitas“ trägt. 1891 schuf der Bildhauer Friedrich Schierholz (1840–1894) die Figurengruppe im Tympanon, die Athene zwischen Allegorien von Kunst und Wissenschaft darstellt. Auf einer Grundfläche von 900 Quadratmetern bot die Stadtbibliothek Platz für rund 50.000 Bände. Das Gebäude wurde bis auf den Portikus im Krieg zerstört, 1958 baulich gesichert und unter Denkmalschutz gestellt. 1987 wurde die Säulenvorhalle um einen Anbau ergänzt, und diente unter dem Namen „Portikus“ als Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst. 2003–2005 wurde der komplette Bau im Äußeren rekonstruiert und beherbergt das Literaturhaus Frankfurt.
(UH)

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„Grundsteinlegung für die Frankfurter Stadtbibliothek, 18. Oktober 1820“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/6150> (Stand: 27.11.2025)
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