Hesse in the 19th and 20th Centuries

Rücknahme der bürgerlichen Rechte für die Juden in Frankfurt, 1816
Ende 1811 erhielten die Juden in Frankfurt die gleichen bürgerlichen Rechte wie die christliche Bevölkerung – allerdings erst nach der Zahlung von 440.000 Gulden. Lange währte die Gleichstellung nicht. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurden im Januar 1814 die Gesetze und die Verfassung wieder in Kraft gesetzt, die bis 1803 gültig waren. Damit konnten Juden keine Bürger mehr werden, nicht in das Militär eintreten, jüdische Beamte wurden aus dem Dienst entlassen.
Die Beschlüsse des Wiener Kongresses bestätigten den Verlust der bürgerlichen Rechte für die Frankfurter Juden; die im Oktober 1816 verabschiedete Verfassungsänderung zementierte die Ausgrenzung. Dem vorangegangen waren Verordnungen, die die Rechte der Juden weiter beschränkten, etwa indem ihnen verboten wurde, Häuser und Grundstücke als Eigentum zu erwerben.
Die jüdische Gemeinde wehrte sich gegen die Beschlüsse. In der Öffentlichkeit fand eine Debatte statt, die zum Teil über Leserbriefe in Zeitungen und über Druckschriften für und gegen die Politik des Senats ausgetragen wurde.
(StF)
- Records
- Paul Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 1, Der Gang der Ereignisse, Darmstadt 1983, S. 284-321
- Rachel Heuberger/Helga Krohn, Hinaus aus dem Ghetto… Frankfurt am Main 1988, S. 24-34
- Recommended Citation
- „Rücknahme der bürgerlichen Rechte für die Juden in Frankfurt, 1816“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/7257> (Stand: 16.4.2025)
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