Hesse in the 19th and 20th Centuries

Bose-Museum in Kassel eröffnet, 20. Juni 1884
Im Jahr 1883 hatte die Gräfin Louise von Bose (1813–1883), die älteste Tochter des Kurfürsten Wilhelm II. (1777–1847) und der Gräfin Emilie von Reichenbach-Lessonitz (1791–1843), ein Grundstück an der neu angelegten und später nach ihr benannten Luisenstraße in Kassel für den Bau eines neuen Museums gekauft, das sich der Geschichte des Hauses Hessen widmen sollte. Am 21. Juni 1883 teilte die auch mit wohltätigen Stiftungen in Kassel hervorgetretene Gräfin von Bose die beabsichtigte Schenkung der Stadt mit, und am 3. Oktober 1883 wurde das Museum mit der Testamentseröffnung offiziell gestiftet.
Auf Anweisung der Gräfin Bose wurde das eingeschossige Gebäude nach dem Vorbild des Atelierhauses des in Baden-Baden lebenden baden-württembergischen Hofbildhauers Joseph von Kopf (1827–1903) mit einem Sockelgeschoss in Rustika-Mauerwerk und einem verputzten Hauptgeschoss im neoklassizistischen Stil errichtet. Am 20. Juni 1884 wird das Museum eröffnet, aber erst nach dem Tod des Ehegatten Graf Carl August von Bose 1887 endgültig eingerichtet.
Neben Gemälden umfasste die Sammlung auch Porzellan, Miniaturen, Schmuck, Medaillen und andere Objekte des Kunsthandwerks sowie Urkunden und Schriftstücke zur Familiengeschichte. Dazu kamen Möbel aus dem gräflichen Besitz, die den Museumsräumen ein privates Flair gaben.
Nach dem Ende der preußischen Herrschaft wurde das Museum im Jahr 1921 von der Stadt aufgelöst, die Sammlung wurde eingelagert bzw. in die Städtischen Kunstsammlungen übernommen und das Gebäude in ein Altersheim umgewandelt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude beschädigt und später abgerissen. Auf dem Gelände wurde eine Schule errichtet.
(UH)
- Records
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- Recommended Citation
- „Bose-Museum in Kassel eröffnet, 20. Juni 1884“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/6719> (Stand: 20.6.2025)
