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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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Der Kasseler Kunststudent Carl Heinrich Arnold trifft in Paris ein, 9. Mai 1812

Im April 1812 macht sich der an der Kunstakademie in Kassel ausgebildete Tapetenfabrikantensohn Karl Heinrich Arnold (1793–1874) zusammen mit dem Akademieprofessor Ludwig Hummel (1770–1840) und dessen Frau, der Malerin Marianne von Rohden (1785–1866) per Kutsche auf den Weg nach Paris. Ab Frankfurt am Main schloss er sich dann seinem Freund Justus Krauskopf (1787–1869) an, der zu Fuß unterwegs war. Am 9. Mai 1812 begegneten sie laut seinen 1867 verfassten Erinnerungen am Rande von Paris Kaiser Napoleon auf dem Weg in den Russlandfeldzug.

In der französischen Metropole besuchte er auf Weisung des Vaters mehrere Tapetenfabriken und studierte im Atelier des französischen Hofmalers Jacques-Louis David. In seinen Lebenserinnerungen schrieb er, wie David auf seine Kunst reagierte: „Er schlug die Blätter schnell um, schüttelte den Kopf und sagte: Mon cher ami, oh, comme ça vient de l’académie, il faut que tu commences de nouveau, mais je vois, tu as du talent ainsi que du courage‘“1.

Während der Zeit in Paris traf er sich häufiger mit anderen deutschstämmigen Künstlern, unter anderem mit dem Darmstädter Georg Wilhelm Issel (1785–1870), der 1813 zu Kunstankäufen in die Metropole gereist war, und mit dem Kasseler Architekten Johann Heinrich Wolff (1792–1869). Arnold wollte zunächst von Paris aus weiter nach Italien reisen, doch musste er im Herbst 1813 auf Anordnung des Vaters nach Kassel zurückkehren, wo er in die väterliche Tapetenmanufaktur eintrat, die als eine der ersten ihrer Art in Deutschland sehr großen Erfolg hatte.
(UH)


  1. Zitiert nach: Jugenderinnerungen des Fabrikanten Carl Heinrich Arnold in Kassel. Mit Ergänzungen von August Woringer, in: Hessenland 21, 1907, S. 175
Records
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„Der Kasseler Kunststudent Carl Heinrich Arnold trifft in Paris ein, 9. Mai 1812“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/6074> (Stand: 18.12.2025)
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