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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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Berufung von Clara Schumann zur Dozentin am Dr. Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt, Mai 1878

Die Pianistin und Komponistin Clara Schumann (1819–1896) wird im Mai 1878 als erste Frau an das 1876 neu begründete „Dr. Hoch’s Konservatorium“ in Frankfurt am Main berufen. Ihren ersten Auftritt in der Stadt hatte sie hier bereits am 13. Januar 1832 absolviert, als sie als musikalisches „Wunderkind“ im 1808 gegründeten „Museum“ (später Museums-Gesellschaft) auftrat.

Nach ihrem Amtsantritt mietete Clara Schumann im Frankfurter Westend ein Haus, das sie im Oktober 1878 bezog und schließlich im Juni 1882 kaufte. Ihre beiden ebenfalls als Pianistinnen ausgebildeten Töchter Marie (1841–1929) und Eugenie (1851–1938) wohnten bei ihr und assistierten beim Unterricht. Als „Erste Klavierlehrerin“ blieb sie dem Dr. Hoch’schen Konservatorium bis 1892 verbunden und gab danach noch bis wenige Monate vor ihrem Tod in Frankfurt Privatstunden. Neunzig Prozent ihrer Klavierschüler waren Frauen, die zum Teil von weither kamen. Ihre regelmäßigen Klavierkonzerte waren Höhepunkte im damaligen Frankfurter Musikleben. Auf dem Programm des Festkonzerts zu ihrem sechzigjährigen Künstlerjubiläum 1888 standen ausschließlich Werke von ihr und ihrem Mann Robert Schumann (1810–1856).

Die langjährige Freundschaft mit dem Pianisten und Komponisten Johannes Brahms (1833–1897) zog häufige Aufenthalte und Konzerte des Komponisten in Frankfurt nach sich. Er zählte zu einem Kreis von befreundeten Musikern, zu dem unter anderem der Sänger Julius Stockhausen (1826–1906), der Direktor des Dr. Hoch‘schen Konservatoriums Bernhard Scholz (1835–1916), der Kapellmeister an der neuen Oper Otto Dessoff (1835–1892), und der Cellist Bernhard Cossmann (1822–1910) zählten.
(UH)

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„Berufung von Clara Schumann zur Dozentin am Dr. Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt, Mai 1878“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/6645> (Stand: 16.8.2024)
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