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Portrait

Konrad IV. von Hanau
(vor 1330–1383)

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Weitere Informationen

GND-Nummer

132604175

Hanau, Konrad IV. von [ID = 9954]

* vor 1330 Hanau, † 31.1.1383 Spangenberg, Begräbnisort: Fulda Dreikönigskapelle, katholisch
Mönch, Kanoniker, Propst, Abt
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Weitere Namen:

  • Konrad
  • Conradus
  • Konz
  • Hanawe, Conrad von
  • Hanau, Konrad von
  • Fulda, Abt Konrad IV. von Hanau
  • Holzkirchen, Propst Konrad von Hanau
Wirken

Werdegang:

  • 1325/30: Geburt Konrads sicher auf der väterlichen Stammburg Hanau
  • 1343: Konrad erschien erstmals in den Quellen als Klosterschüler in Fulda
  • Bald nach 1343: Konrad wurde Mönch des Klosters Fulda oder aber Kanoniker an der St. Johanneskirche vor den Mauern in Hildesheim
  • 16.10.1353: Konrad verlor seine Hildesheimer Pfründe durch Exkommunikation, worauf er erst Mönch und dann auch Priester in Fulda wurde.
  • spätestens seit 1355: Konrad war Propst des mainfränkischen Tochterklosters Holzkirchen
  • 1365: Die Mönche bestellten Bevollmächtige, die an der Kurie in Avignon gegen den Abt wegen Verschleuderung des Stiftsbesitzes klagen sollten. An ihrer Spitze stand Konrad.
  • Ende Mai / Anfang Juni 1372: Der Propst von Holzkirchen wurde als Konrad IV. an die Spitze der Abtei gewählt, womit man wohl seine Rolle als Oppositionsführer honorierte. Doch fehlte ihm das kanonische (linke) Auge, sodass seine Kür nach dem Kirchenrecht ungültig war
  • Sommer 1372: Konrad IV. und sein bei der Abtswahl unterlegener Gegner reisten an die Kurie nach Avignon, um die päpstliche Bestätigung ihrer Wahl zu betreiben.
  • 7.2.1373: Papst Gregor XI. bestätigte unter gleichzeitiger Dispens von dem entgegenstehenden Hindernis die Wahl Konrads IV. zum Fuldaer Abt
  • ab 1374: Die Lage von Fulda verschlechterte sich durch fortwährende Fehden und Kämpfe mit der umgebenden Ritterschaft innerhalb und außerhalb des Hochstifts, wo der Abt zwar oft siegte, jedoch große Verluste erlitt und seine Finanzen weiter strapazierte
  • vor 1380: Konrad IV. war an Übergriffen auf das Eigentum von Bürgern beteiligt, ergriff in Konflikten von Zünften und Patriziern für Letztere Partei und schloss die Zünfte zugunsten des Patriziates durch die Einführung eines ständigen, geschlossenen Rates aus. Die Landstände opponierten daher ebenfalls, was die Finanzen des Abtes verschärfte
  • um 1380: Abt Konrad IV. stiftete im Westen der Fuldaer Stiftskirche nahe des Bonifatiusgrabes im Scheitel des die Westapsis umlaufenden Kreuzganges (östliche Kreuzgangexedra) eine Dreikönigskapelle.
  • 1380: Die Städte schlossen zum Teil mit der Ritterschaft eine Einung gegen den Abt.
  • Sommer 1381: Konrad IV. siegte über die Städte, sodass die Ständeeinung scheiterte.
  • Ende 1381: Aufgrund Misswirtschaft, Rechtsverletzungen und Kriegsschulden musste sich der Abt schließlich einer Zwangsverwaltung der Landstände unterwerfen, indem er seine Herrschaft gegen einen Unterhalt an eine 6-köpfige Pflegschaft abzutreten hatte
  • 31.1.1383: Der entmachtete Abt wurde im hessischen Spangenberg, wo er sich bei einer Zusammenkunft von Fürsten aufhielt, in seiner Herberge aus unbekannten Gründen ermordet. Er wurde entweder erstochen oder zwischen einer Tür und deren Türrahmen zerquetscht (getürangelt)
  • Danach überführte man ihn nach Fulda und bestattete ihn in seiner Dreikönigskapelle westlich der Klosterkirche – zwar separat, aber nahe der traditionellen Abtsgrablege.

Funktion:

  • Hildesheim, St. Johanneskirche vor den Mauern, Kanoniker, nach 1343-1353
  • Holzkirchen, Propst, spätestens 1355-1372
  • Fulda, Abt, 1372-1383 (als Konrad IV.)

Lebensorte:

  • Hanau; Fulda; Hildesheim; Holzkirchen; Spangenberg
Familie

Vater:

Hanau, Ulrich II. Herr von, * ca. 1280/88, † 1346

Mutter:

Hohenlohe-Weikersheim, Agnes von, * vor 1295, † 29.11.1346, Tochter des Kraft I. von Hohenlohe-Weikersheim

Verwandte:

  • Hanau, Ulrich I. von <Großvater väterlicherseits>, * 1250/60, † 1305/06, Sohn des Reinhard I. von Hanau, Heirat Elisabeth von Rieneck-Rotenfels
  • Rieneck-Rotenfels, Elisabeth von <Großmutter väterlicherseits>, * ca. 1260, † ca. 1300, Tochter des Ludwig von Rieneck-Rotenfels, Heirat Ulrich I. von Hanau
  • Hohenlohe-Weikersheim, Kraft I. von <Großvater mütterlicherseits>, belegt 1260-1312, Sohn des Gottfried von Hohenlohe, Graf der Romagna
  • Truhendingen-Dillingen, Margarethe von <Großmutter mütterlicherseits>, Tochter des Friedrich Graf von Truhendingen-Dillingen
  • Hanau, Ulrich III. Herr von <Bruder>, * 1310, † 1369/70, ab 1346 Herr von Hanau
  • Hanau, Reinhard von <Bruder>, * nach 1310, Domkustos in Mainz
  • Hanau, Kraft von <Bruder>, * nach 1310, † 1382, Domherr in Köln, Mainz, Würzburg und Worms
  • Hanau, Ludwig von <Bruder>, * nach 1310, † nach 1386, Erzdiakon in Würzburg
  • Hanau, Gottfried von <Bruder>, * nach 1310, † nach 1372, Komtur des Deutschen Ordens
  • Hanau, Elisabeth von <Schwester>, † nach 1365, Heirat Philipp V. von Falkenstein
  • Hanau, Adelheid von <Schwester>, † nach 1378, Heirat Heinrich II. von Isenburg
  • Hanau, Agnes von <Schwester>, † nach 1347, Nonne im Kloster Patershausen
  • Hanau, Irmengard von <Schwester>, † nach 1348, Nonne im Kloster Gerlachsheim, belegt 1343-1347
Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hanau, Konrad IV. von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/132604175> (Stand: 15.4.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde