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Südhessisches Flurnamenbuch
Kies
- Deutung
- Zu mhd. kis st. M. N. ‚Kies; Erz, Eisenerz‘. Bereits früher bezeugt ist die Ableitung ahd. kisil. Die Namen kennzeichnen die Bodenbeschaffenheit. Dabei wird meist, so in Verbindung mit GT wie -grube oder -kaute, auf den Abbau von Kiesvorkommen verwiesen. Der als Kies bezeichnete steinige Sand oder Quarzkleinschlag wurde z. B. zum Wegebau verwendet. Vereinzelt können jedoch die unter Käs (s. d.) behandelten Appellative gallorom. *cassinus ‚Eiche‘ oder auch mhd. kes st. N. ‚fester, glatter Boden‘ zu Grunde liegen. Als einziger südhess. Beleg (Webern 1589) enthält kist ein unorganisches -t.
- Literatur
- Lexer 1, 1588 s. u. kis u. 1, 1560 s. u. kes, Baufeld 143; Kluge/Seebold 441; DWB 5, 687 f.; Bach 2, § 292; SHessWb 3, 1284, PfälzWb 4, 197; Dittmaier (1963), S. 141, Ramge (1979), S. 174, Zernecke (1991), S. 276, Vielsmeier (1995), S. 267. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- MHFB: → Kies; DWB: → kies; Lexer: → kis · kes; PfälzWb: → kies; Wörterbuchnetz: → Kies
- Referenz
- Vgl. Käs (Hainst (Odenwald)) · Kiesel.

