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Grabdenkmäler

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Johann II. Hilchen von Lorch und seine Frau Elisabeth von Walderdorff 1512, Lorch

Lorch · Gem. Lorch · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Lorch

Gebäude:

Lorch, Kath. Pfarrkirche St. Martin

Angaben zum Standort:

Heute an der Südseite des Mittelschiffspfeilers am Durchgang zum Nordseitenschiff.

Merkmale

Datierung:

1512 (30. Juli und 3. August)

Typ:

Epitaph

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

136 x 290 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

4-5 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Große Platte mit profiliertem Rahmen und den lebensgroßen Figuren des Ehepaares in Halbrelief. Der leicht zur Mitte gedrehte Ritter links ist als Standfigur in voller Rüstung, aber ohne Helm dargestellt, barhäuptig mit einem geschulterten Streitkolben in der linken und einem Rosenkranz in der rechten Hand; neben ihm seine Frau mit Haube, engem Kleid und weitem, auf die Füße fallendem Mantel; in den betend aneinandergelegten Händen hält sie auch einen Rosenkranz. Über den Häupten des Paares sind ihre beiden Vollwappen mit ineinander verschlungenen Helmdecken angebracht. Auf dem nach außen abgeschrägten Rand links die von innen zu lesende Grabinschrift des Mannes mit Beginn links unten, rechts oben beginnend die Grabinschrift der Frau; die obere, inschriftlose Querleiste ist abgeschrägt. Beiden unteren Ecken sind kleine Wappenschilde aufgelegt.

Die Verwendung der deutschen Sprache ist bei allen Lorcher Denkmälern im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts festzustellen. In der Komposition ähnlich dem Lorcher Figurenstein sind die Doppeldenkmäler Philipps VI. von Kronberg (+ 1510) und seiner Ehefrau Katharina von Bach sowie eines Reifenberger Ehepaares (Anfang 16. Jh.) in der Kronberger Burgkapelle.1)

1) Schaum-Benedum 134. Diese Kronberger Denkmäler wurden unterschiedlichen Händen zugeschrieben, so etwa dem Backoffen-Umkreis, Peter Schro oder der Werkstatt des Lienhart Syfer, vgl. Bauer, Kunstdenkmäler 229 f., ohne daß diese Zuschreibungen sich auf Lorch ausdehnen ließen. Die Lorcher Denkmäler sind bislang kunsthistorisch unerforscht.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

weibliche Person(en) · Ehepaar · männliche Person(en)

Stand:

Adlige

Enthaltene Wappen:

Hilchen von Lorch, Diez; Walderdorff, Hilchen von Lorch.

Dargestellte Personen:

Johann II. Hilchen von Lorch und seine Frau Elisabeth von Walderdorff.

Johann II.,2) Sohn Johanns I. und der Agnes von Diez, hatte mit seiner Frau Elisabeth, Tochter Wilderichs von Walderdorff und Liebmuds Hilchen, drei Kinder.3) Die nur wenige Tage auseinander liegenden Todesfälle von mehreren Familienmitgliedern deuten auf eine epidemische Krankheit hin.

2) Humbracht Taf. 147; Möller, Stammtafeln AF III Taf. CXVI.

3) Vgl. Gensicke, Walderdorff 259 f. Nr. 20. Die einzige Tochter Margarete war wie ihre gleichnamige, 1518 verstorbene Tante später Äbtissin in dem Zisterzienserinnenkloster Mariacron zu Oppenheim, vgl. zu ihr DI 23 (Oppenheim) Nr. 156.

Inschrift

Umschrift:

Anno d(omi)ni m d xii vf fritag nach lacobe starb der er[e]nvest johan(n) hilchen uo(n) lorch vn(d) de(n) dinstag da/nach starb [iun]gfrawe elsgin uo(n) wallerdorf sin elich hausfrawe de(r) got gnad vn(d) barmherczich sii Amen

Schrift:

Gotische Minuskel

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 296
  • Rhein. Antiquarius II 10, 239
  • Zaun, Landkapitel 324
  • Roth, Geschichtsquellen III 302
  • Mertens 636f.; Luthmer (1907) Abb. 84
  • Lorch im Rheingau 56 (Abb.)
  • Kdm. 256 Nr. 5, Abb. 638
  • Schaum-Benedum 190f.
  • Struppmann, Chronik Lorch 96, 97 Abb. 2.

Sachbegriffe:

Wappen · Ehepaare · Männer · Frauen · Adlige

Wappen:

Hilchen von Lorch · Lorch, Hilchen von · Diez · Walderdorff

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 308, Nr. 359.

Zitierweise
„Johann II. Hilchen von Lorch und seine Frau Elisabeth von Walderdorff 1512, Lorch“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1972> (Stand: 4.10.2006)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde