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Grabdenkmäler

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Abt Martin Rifflinck 1506, Eberbach

Eberbach · Gem. Eltville am Rhein · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Eberbach

Angaben zum Standort:

In der Südkapelle freistehend seit 2002. Auf seiner Rückseite trägt der Stein die verworfene Version der Grabplatte für Kraft von Allendorf und Frau Elisabeth Wolf von 1483 / (1500).

Heutiger Aufbewahrungsort:

Kloster Eberbach, Kapitelsaal

Merkmale

Datierung:

4. Oktober 1506

Typ:

Grabplatte

Material:

gelbgrauer Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Beschreibung

Beschreibung:

Grabplatte mit der figürlichen Darstellung des stehenden Abtes im Ordenskleid, mit Buch und Stab. Auf der Randleiste umlaufende Grabinschrift.

Darstellung:

figürlich

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Ordensangehörige · geistliche Personen

Dargestellte Personen:

Abt Martin Rifflinck.

Der aus Boppard stammende Martin Rifflinck wurde am 10. Oktober 1498 vom Konvent im Beisein der als Zeugen füngierenden Äbte Jakob von Arnsburg, Johannes von Marienstatt und Johannes von Disibodenberg zum neuen Abt als Nachfolger des Johannes IV. Edelknecht aus Rüdesheim gewählt.1) Dem am 12. Oktober von Abt Johannes von Disibodenberg abgefaßten Wahlprotokoll zufolge hatte Martin Rifflinck vor seiner Wahl mit der Tätigkeit als Pfarrer zu Mosbach2) seelsorgerische Pflichten inne.3) Mit ihm gewann das Kloster eine dynamische, kunstsinnige und in der Abtschronik als dignissimus bezeichnete Persönlichkeit, die mit dem Umbau und der Ausschmückung der Klostergebäude im Jubeljahr 1500 begann.4) Die Ausmalung von Kirche, Kapitelsaal und Kreuzgang sowie die Verglasung von Kapitelsaal und Kreuzgang standen als umfangreiche Umbaumaßnahmen im Vordergrund. 1501 folgten der Umbau der Dormitoriumsfenster und des romanischen Refektoriums mit Überbauung des Kreuzgangnordflügels sowie der Bau des zu Bibliothek/wecken eingerichteten Fachwerkgeschosses mit Überbauung des Klausurwestflügels. 1502 wurde auch die umfangreiche Klosterbibliothek inventarisiert.5) 1503 stiftete der Abt die Kußtafel .

1) Schnorrenberger 121 mit Anm. 3.

2) Bei Wiesbaden-Biebrich.

3) HStAW 22/1810.

4) Im Catalogus ed. Roth 113 f. heißt es knapp Totum templum una cum ambitu pingi et renovari fecit anno MD qui jubilaeus fuit, organum procuravit, summum altare sculpi instituit, auch zum folgenden.

5) Vgl. Anhang zu Ocul. mem. II, HStAW 22/436, ab fol. 95.

Inschrift

Umschrift:

Anno domini m d vi quarto nonas octobris obiit reverendus in Christo pater ac dominus dominus Martinus Bopardiensis abbas Ebirbacensis xxiv cuius anima requiescat in pace amen.

Schrift:

Gotische Minuskel

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 178
  • Catalogus fol. 31v, ed. Roth, Geschichtsquellen III 116
  • Series abbatum fol. 101v
  • Roth, Geschichtsquellen III 269, IV 116.

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 285 f., Nr. 339.

Zitierweise
„Abt Martin Rifflinck 1506, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1964> (Stand: 5.1.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde