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Grabdenkmäler

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Anna von Rodenstein, geborene Bayer von Boppard 1531, 1560, Fränkisch-Crumbach

Fränkisch-Crumbach · Gem. Fränkisch-Crumbach · Odenwaldkreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Fränkisch-Crumbach

Gebäude:

Fränkisch-Crumbach, Evangelische Kirche

Angaben zum Standort:

Innen an der Ostwand des Chores.

Merkmale

Datierung:

1531, 1560

Typ:

Epitaph

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

85 x 266 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

4 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Vor einer Platte mit abgeschrägten Leisten steht die fast vollplastisch gearbeitete, nach rechts gewandte Figur der Verstorbenen auf einem Löwen. Sie trägt eine Haube mit Kinnbinde sowie einen langen Mantel. Die Hände sind vor der Brust gefaltet, und um die Rechte ist ein Rosenkranz geschlungen. Über dem Kopf sind zwei Vollwappen angebracht, zwischen denen sich ein Steinmetzzeichenbefindet. Zwei weitere Wappen befinden sich unten im Feld. Die Grabinschrift beginnt unten auf der linken Leiste und endet unten auf der rechten Leiste. Die Buchstaben sind teilweise sehr ungenau mit schwarzer Farbe nachgezogen und auf dem zerstörten unteren Teil der rechten Leiste nachträglich aufgemalt worden.

Herchenröder nahm aufgrund der gleichartigen Ausführung der Epitaphien für Anna und ihren Mann die Ausführung beider Denkmäler durch eine Werkstatt an. Dem schloß sich Hotz an und vermutete, daß beide Denkmäler unmittelbar nach dem Tode Hans' IV. 1531 geschaffen wurden. Dafür sprechen auch die unregelmäßigen Abstände der Buchstaben und Ziffern bei der Tages- und Uhrzeitangabe, während die Abstände sonst sehr regelmäßig sind. Die aus einer Haube mit Kinnbinde sowie einem langen Mantel bestehende Kleidung der Figur paßt ebenfalls gut in die Zeit kurz nach 1531. Zudem waren beide Denkmäler ursprünglich aufeinander bezogen, da die Figur Hans' IV. nach links und die seiner Frau nach rechts gewandt ist. Auffällig an dem Denkmal Annas ist die schmucklose Minuskel, die völlig auf Versalien verzichtet, während das Denkmal ihres Mannes eine gut ausgearbeitete Kapitalis zeigt. Die durch das Steinmetzzeichen identifizierbare Werkstatt hat jedoch noch 1550 bei der Grabplatte des kurpfälzischen Kellers Philipp Breunle eine gotische Minuskel verwendet, die mit einer Ausnahme auf Versalien verzichtet.

Darstellung:

figürlich

Geschlecht, Alter, Familienstand:

weibliche Person(en)

Stand:

Adlige

Enthaltene Wappen:

Bayer von Boppard Böcklin vom Eutingertal

Jude vom Stein Hirschberg.

Dargestellte Personen:

Anna von Rodenstein, geborene Bayer von Boppard

Anna entstammte der Ehe Heinrichs Bayer von Boppard mit Margarete Böcklin vom Eutingertal. Sie war mit Hans IV. von Rodenstein verheiratet.

Inschrift

Umschrift:

[an(n)o d](omi)ni <1[5]60> am <28> tag <ivli vmb 7 vr> ist verschieden die edel vnd dvchen/tsame frav anna von rode/nstein witfrau gebore bairin van bopparten dern selen der almechtig · g(nedig) v(nd) b(armherzig) s(ei)

Schrift:

Gotische Minuskel

Nachweise

Literatur:

  • Stocker, Gemmingen II,3 113
  • Herchenröder, Kdm. 100 mit Abb. 92
  • Hotz, Rodensteiner 240.

Sachbegriffe:

Wappen · Frauen · Adlige

Wappen:

Bayer von Boppard · Boppard, Bayer von · Böcklin vom Eutingertal · Eutingertal, Böcklin vom · Jude vom Stein · Stein, Jude vom · Hirschberg

Bearbeitung:

Die Inschriften des Odenwaldkreises. Gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 63), 2005, S. 87 f., Nr. 123.

Zitierweise
„Anna von Rodenstein, geborene Bayer von Boppard 1531, 1560, Fränkisch-Crumbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/193> (Stand: 8.3.2006)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde