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Grabdenkmäler

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Gerhard Graf von Katzenelnbogen 1402 8!$=§9, Eberbach

Eberbach · Gem. Eltville am Rhein · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Eberbach

Gebäude:

Eberbach, Kloster

Angaben zum Standort:

Die Grabplatte lag nach Winkelmann auf der Erden vor dem Stephansaltar im Südquerhaus.

Angaben zum Aufbewahrungsort:

Nach 1936 wurde die Rotsandsteinplatte an der Innenwand östlich neben dem Portal des Südquerhauses (Plan K Nr. 33) aufgerichtet.

Merkmale

Datierung:

1402 (1403)

Typ:

Grabplatte

Erhaltung:

erhalten

Größe:

134.5 x 280 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

9-10 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Bildfüllende Ritzzeichnung der Standfigur des Geistlichen, wobei der Kopf mit einem Teil der Kopfbedeckung leicht plastisch in Flachrelief gearbeitet ist. Der in Gebetsgestus Dargestellte trägt über der in schmalen Falten auf die sichtbaren Fußspitzen fallenden Albe einen weiten, mehrfach aufspringenden Mantel, der am Hals mit einer Rosettenschließe gehalten wird, während den Kopf das almucium, die Kapuze aus feinem Pelzwerk, bedeckt. Eingestellt ist die auf einem kauernden Löwen stehende Figur in einen Fialen tragenden, dreiteilig gefüllten und krabbengeschmückten Kielbogen, der in eine unterhalb der oberen Textzeile abrupt endende Kreuzblume ausläuft. In den Zwickeln zwei Wappenschilde mit dem Familienwappen, auf der Randzone umlaufende Grabinschrift zwischen Linien. Links eine kleine, zeitgenössische Absprengung, der die Inschrift mit einem weiteren Wortabstand Rechnung trägt.

Reimer hatte mit seiner Untersuchung des Speyrer Seelbuchs die Problematik um das angebliche Sterbedatum des Grafen mit der Datierung auf den 11. Januar 1404 verwirrt,1) während Demandt unter Berichtigung seiner fehlerhaften Eberbacher Quelle das Todesdatum mit dem 18. Dezember 1402 ansetzte.2) Da sich Eglof von Knöringen am 19. Februar 1403 um die Prälatur und das Kanonikat des als verstorben genannten Gerhard von Katzenelnbogen bewarb,3) dürfte die von Demandt genannte Todesangabe 1402 gegen den inschriftlichen Befund zutreffen. Es handelt sich offensichtlich wieder um die Verwechslung von laufendem und vorherigem Monat.

1) Vgl. H. Reimer, Das Todtenbuch des Speierer Domstifts. In: ZGO 26 (1874) 414-444, hier 417; s. auch Karl H. May, Rezension des Demandtschen Regestenwerkes. In: Nass. Ann. 66 (1955) 320-323. Er zitiert gleichfalls das Seelbuch mit dem Wortlaut 1404 III idus Januarii obiit Gerhardus de Katzenelnbogen praepositus huius ecclesiae. Busch /Glasschröder, Chorregel I 49 f. vermerken zusätzlich nur die Eberbacher Tradition.

2) Reg. Katz. 144 und Nr. 2283.

3) Fouquet II 386 f.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Adlige

Enthaltene Wappen:

Katzenelnbogen (zweimal).

Dargestellte Personen:

Gerhard Graf von Katzenelnbogen, Dompropst zu Speyer.

Der Verstorbene war der Sohn des Grafen Johann II. von Katzenelnbogen und der Elisabeth von Isenburg-Limburg.4) 1362 noch unmündig,5) trat er bereits sechs Jahre später als Pastor der Pfarrkirche zu Modau6) auf, wobei ihm die Pfarrkirche von Ramstadt anstelle derjenigen zu Modau übertragen wurde.7) 1377 Domherr zu Trier, wurde er 1382 zum Dompropst in Speyer gewählt; die Präbende war durch den Tod Heinrichs II. von Erenberg freigeworden.8)

4) Möller, Stammtafeln NF II Taf. XLIV; Europ. Stammtafeln III Taf. 81.

5) Reg. Katz. I Nr. 1281 zu 1362 April 16.

6) Heute Modautal, Reg.bez. Darmstadt-Dieburg.

7) Reg. Katz. I Nr. 1384 zu 1368 November 4.

8) Ebd. 44 Nr. 3; vgl. auch Fouquet (wie Anm. 3).

Inschrift

Umschrift:

+ Anno · d(omi)ni · m° · cccciii · xv · k(a)l(endas) / · lanuarii · o(biit) · nob(i)lis · d(omi)n(u)s · Gerhard(us) · comes · de · kaczenellen/bogen · p(re)posit(us) · maioris + / eccl(es)ie · Spire(n)sis cui(us) · a(n)i(m)a · requiescat · i(n) · Chr(ist)o

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1403 (richtig: 1402), am 15. Tag vor den Kalenden des Januar (18. Dezember) starb der edle Herr Gerhard Graf von Katzenelnbogen, Propst des Domes zu Speyer, dessen Seele in Christo ruhe.

Schrift:

Gotische Minuskel

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 154
  • Winkelmann, Hess. Chronic I 115 Nr. VIII
  • Anonymus ed. Roth, Geschichtsquellen III 78
  • Bär, Epitaphiensammlung fol. 1
  • Würdtwein, Epitaphienbuch 233
  • Wenck, Hess. Landesgesch. I UB, Grabschriften 275 Nr. XVIII
  • Aufhebungsprotokoll 20 Nr. XL
  • Roth, Geschichtsquellen III255
  • Beitr. Gesch. Erzstift 26
  • Kdm. 81 Nr. 10
  • Reg. Katz. I Nr. 2283.

Sachbegriffe:

Wappen · Männer · Adlige · Grafen

Wappen:

Katzenelnbogen, Grafen

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 140 f., Nr. 163.

Zitierweise
„Gerhard Graf von Katzenelnbogen 1402 8!$=§9, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1879> (Stand: 5.1.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde