Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Südhessisches Flurnamenbuch

Schweige

Deutung
Wegen der älteren Belege mit eii gehören die Namen nicht zu ahd. sweiga, mhd. sweige, sweig st. F. ‚Rinderherde, Viehhof, Weideplatz‘, sondern zu ahd. biswih, biswîh ‚Betrug, Trug, List‘, mhd. swîch st. M. ‚Schaden, Betrug‘, in diesen Namen aber mit schwacher Flexion. Die Namen erinnern dann daran, dass mit Grundstücken ein Betrug stattgefunden hat. - Der mündliche Beleg aus Herchenrode kann sprachlich auch zu sweige gehören und damit auf die Rinderhaltung verweisen; das Suffix ist vielleicht aus hart ‚Wald‘ abgeschwächt.
Literatur
Schützeichel 278, Lexer 2, 1352 u. 1371; DWB 9, 2422; Dittmaier (1963), S. 283 s. u. Schwei, Ramge (1979), S. 263 f. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Schweigling; DWB: → schweige; Wörterbuchnetz: → Schweige