Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Südhessisches Flurnamenbuch

Schlud

Deutung
Die Namen sind möglicherweise von einem einheitlichen Ansatz her zu erklären: Zu mhd. sluot st. F. ‚Schlamm, Pfütze‘ bzw. mhd. slôte st. F. ‚Schlamm, Lehm‘ (s. Schlott) gibt es eine -r-Erweiterung, die nassauisch als schluder ‚sumpfiger Wald‘ belegt ist1. In Lindenfels und Seeheim könnte lokale Beziehung im Sinne von ‚Ort, wo es schlammig ist‘ vorliegen; in Höllerbach ursprünglich ein GewN auf -aff (s. d.): ‚Schlammbach‘. Allerdings sind Alternativen möglich: Schludroff könnte BesitzerN aus einem ÜberN zu mhd. slûraffe, slûderaffe sw. M. ‚üppig lebender Müßiggänger, Schlaraffe‘ sein; Schludderich bezeichnet südhess. eine ‚Kohl- oder Salatpflanze, die keinen Kopf bildet‘.
Literatur
Lexer 2, 992 f.; DWB 9, 807; SHessWb 5, 468 f. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
Wörterbuchnetz: → Schlud

1 Kehrein (1891), S. 354.