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Südhessisches Flurnamenbuch
Schind, Schinder
- → Auerbacher · Gaul
- Deutung
- Den Namen liegt das starke Verb schinden, ahd. skinten, skinden, mhd. schinden, schinten ‚enthäuten, schälen‘ bzw. die davon abgeleitete Tätigkeitsbezeichnung Schinder ‚Abdecker‘, mhd. schinder st. M. ‚Rindenschäler, Schlächter; Straßenräuber‘ zu Grunde. Der bei weitem vorherrschende Sachbezug in südhess. FlN ist die Abdeckerei, sind besonders die Orte, wo das tote Vieh bearbeitet und die Tierreste und Kadaver vergraben wurden. Die Schinder-Namen beziehen sich entweder auch darauf oder auf Nutzungsstücke des Abdeckers. Ein Bezug zur Tätigkeit des Rindenschälens ist nirgends nachweisbar, zu vermuten vielleicht bei Schindbaum (Groß-Rohrheim) oder bei dem einen oder anderen Namen mit dem GT -busch, -hecke oder anderen Waldbezeichnungen. Sprachlich weisen einige Schind(er)-Namen Senkung /i/ /e/ und (Teil-)Assimilation /nd/ /n/, /ndb/ > /mb/ auf.
- Literatur
- Starck/Wells 544, Lexer 2, 749 f.; Kluge/Seebold 722; DWB 9, 189 f.; SHessWb 5, 300 f., PfälzWb 5, 978 f.; Bach 2, § 385, HessFlNAtl. K. 47; Dittmaier (1963), S. 268. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- DWB: → schind; Wörterbuchnetz: → Schind, Schinder
- Referenz
- Vgl. Schön (Alsbach, Hirschhorn).

