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Südhessisches Flurnamenbuch
Orbis
- Deutung
- Die Belege aus Auerbach und Zwingenberg gehören zusammen und beziehen sich, wie in Alsbach, auf eine Höhe am Bergstraßen-Rand; auch die Belege aus Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg und Königstädten gehören wohl zueinander. Der Name wird in der Forschung allgemein mit einem Appellativ ahd. *urmaiʒo verbunden, das jedoch nicht bezeugt ist. Denkbar wäre, dass mhd. meiʒ st. M. ‚Holzschlag, Holzabtrieb‘ eine ahd. Form *ur-meizo vorausging, für die eine Bedeutung ‚auszuschlagender Wald, Urwald‘ nicht ausgeschlossen werden kann. Schwer fällt jedoch die Erklärung des dann vorauszusetzenden Wandels von /m/ /b/. Es ist daher vermutlich zu Recht vermutet worden, dass das /b/ in Orbis durch den sekundären Einfluss eines anderen Wortes, etwa ahd. bîzan ‚beißen‘, vielleicht auch ‚spalten‘, zu erklären ist1.
- Literatur
- Lexer 1, 2090 s. u. meiʒ; Buck (1931), S. 171 f. s. u. Mais, Christmann (1953), S. 425 f., Ramge (1979), S. 225, Müller (1983), S. 320 f., Zernecke (1991), S. 387 f.; Paul, § 129, Anm. 5. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- Wörterbuchnetz: → Orbis
- Referenz
- Vgl. Erbse · Orles.
-
1 Greule (1975), S. 407.

