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Südhessisches Flurnamenbuch
Molken
- Deutung
- Wohl zu mhd. molchen, molken st. N. ‚Milch; Käse, Butter‘, einer Ableitung zum Verb melken, ursprünglich in der Bedeutung ‚was an einem Tag gemolken werden kann‘. Im Einzelnen ist das Benennungsmotiv aber unklar. Die auch in anderen hess. Landschaften häufigen Molkenborne und -brunnen können ihren Namen von der milchigen Trübung ihres Wassers herleiten1, aber sie erinnern auch an die Milchbrunnen, die auf die Vorstellungen von der Rolle des Storches bei der Geburt der Kinder Bezug nehmen2. Da es sich bei den Molkenborn-Belegen daher um Umdeutungen handeln kann, ist nicht auszuschließen, dass auch den wenigen übrigen Molken-Namen überhaupt ein ganz anderes Wort zu Grunde liegt, möglicherweise ein im Rheinischen erhaltenes Adjektiv molk ‚trübe, schmutzig‘3.
- Literatur
- Lexer 1, 2194; Kluge/Seebold 566; DWB 6, 2478; SHessWb 4, 732, RheinWb 5, 1242; Ramge (1979), S. 209. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- DWB: → molken; Lexer: → molken; RheinWb: → molken; Wörterbuchnetz: → Molken
- Referenz
- Vgl. Mult.
-
1 v. Hahn (1932), S. 62.
2 Bach 2, § 401.
3 Dittmaier (1963), S. 205 f.

