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Südhessisches Flurnamenbuch
Hunger
- Deutung
- Zu ahd. hungar, hunger, mhd. hunger st. M. ‚Hunger‘. Die Namen zeigen minderwertige, wenig fruchtbare Böden an: Ackerstücke, die keinen Ertrag abwerfen, und Weiden, auf denen wenig Gras wächst. Die Namen Hungerbrunnen und Hungerbach wiederum verweisen auf Quellen und Wasserläufe, die bei längerer Trockenheit versiegen. Auffällig ist das besonders häufige Vorkommen des Namenkompositums Hungerberg; da der Hungerbühl in Heppenheim als anderer Name des Landbergs offenbar auf Hunne, Hunde ‚Zentrichter‘ zurückzuführen ist1, stellt sich die Frage, ob nicht auch andere Vorkommen durch Umdeutung aus nicht mehr verstandenem Hunne hervorgegangen sind und somit auf alte Gerichtsberge verweisen.
- Literatur
- Schützeichel 171, Lexer 1, 1385; Kluge/Seebold 388; DWB 4, 2, 1943; SHessWb 3, 809, PfälzWb 3, 1245; Bach 2, § 285; Dittmaier (1963), S. 119, Ramge (1979), S. 163, Zernecke (1991), S. 254, Vielsmeier (1995), S. 240. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- MHFB: → Hunger; DWB: → hunger; Lexer: → hunger; PfälzWb: → hunger; Wörterbuchnetz: → Hunger
- Referenz
- Vgl. Hunne.
-
1 Metzendorf (1986), S. 135.

