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Südhessisches Flurnamenbuch

Koch1

Deutung
In Kochsimpel (Gräfenhausen) könnte im BT mhd. köche st. M. ‚Erdauswurf‘ vorliegen, wobei die Deutung des GT unklar bleibt: Ein Anschluss an mhd. sinwelle st. F. ‚Rundlichkeit, Kreis‘ ist allerdings trotz abweichendem Genus möglich, zumal auch das Adjektiv in der Variante simbel überliefert ist. Der Name hat dann ursprünglich einen Erdaufwurf in Kreisform gekennzeichnet. Die Aufwürfe dienten auch als Grenzzeichen. Den anderen Vorkommen liegt entweder mhd. koch als Variante zu mhd. quec ‚lebendig‘ zu Grunde, oder es liegt eine unmittelbare Anknüpfung an ahd. kohhôn ‚kochen, sieden‘, mhd. kochen sw. V. ‚kochen‘ vor, insbesondere in der Bedeutung ‚aufwallen‘. Hierher gehört dann auch der GewN Kocherbach (s. d.).
Literatur
Starck/Wells 339, Lexer 1, 1660, 2, 318 s. u. quec u. 2, 937, Baufeld 146; DWB 10, 1, 1223; PfälzWb 4, 392 f. s. u. Koch III; Dittmaier (1963), S. 156; Vielsmeier (1995), S. 280; Egelhof (1967), S. 54. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
DWB: → koch; Lexer: → quec; Wörterbuchnetz: → Koch1
Referenz
Vgl. Kocherbach · Küche.