Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Hessische Biografie

Neue Suche
 
Portrait

Margarete Luise Elfriede Braun
(1893–1966)

Symbol: Anzeigemodus umschalten Symbol: Anzeigemodus umschalten Symbol: Druckansicht

Weitere Informationen

GND-Nummer

119551349

Braun, Margarete Luise Elfriede [ID = 26269]

* 15.12.1893 Hamburg, † 22.4.1966 Hamburg, Begräbnisort: Wiesbaden (Waldfriedhof Dotzheim)
Theologin, Pfarrgehilfin
Biografischer Text

Margarete Braun gehörte zur ersten Generation von Frauen, denen es erlaubt war, ein universitäres Theologiestudium zu absolvieren. Durch ihren steten Einsatz für Gleichstellung von Frauen in der evangelisch-lutherischen Kirche gilt sie als eine der Wegbereiterinnen für Frauen im Pfarrberuf.

Die 1893 in Hamburg geborene Margarete Luise Elfriede Braun war das älteste Kind des Oberpostinspektors Philipp Wilhelm Braun und seiner Frau Marie Klara Gärtner. Ihre Schulausbildung absolvierte sie an den Mädchengymnasien in Lissa (Provinz Posen, heute Leszno/Polen), Eupen und Neuwied und wechselte danach an das Wiesbadener Oberlyzeum, wo sie 1913 ihren Abschluss mit Auszeichnung machte. Von 1914 bis 1915 arbeitete Braun als Lehrerin in Wiesbaden und legte in diesem Zeitraum die Zusatzprüfungen in den Fächern Latein und Griechisch ab. Ihr Studium begann sie 1915 an der Universität in Frankfurt am Main, wechselte aber bis zum Ende ihres Studiums 1921 mehrfach den Studienort. Nach Studienaufenthalten in Breslau und Jena legte sie 1919 das erste theologische Examen an der Philipps-Universität Marburg ab. Von 1921 bis 1925 war Margarete Braun als Pfarrgehilfin in der Ringkirchengemeinde Wiesbaden tätig, wo sie sich in besonderem Maße der Jugendarbeit zuwandte. Im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit veranstaltete sie Kinder- und Jugendgottesdienste, wirkte bei der Herausgabe des Evangelischen Gemeindeblattes mit und nahm an der ersten Tagung des Verbandes Evangelischer Theologinnen in Marburg teil. Aufgrund fehlender Aufstiegsmöglichkeiten in der Nassauischen Kirche wechselte Margarete Braun 1925 zur Hamburgischen Landeskirche, wo sie im liberal eingestellten Pastor Heinz Beckmann einen tatkräftigen Förderer fand. Im Jahre 1926 absolvierte sie als zweite Frau überhaupt das zweite theologische Examen der Landeskirche Hamburg und wurde 1928 als Pfarramtshelferin eingesegnet. Sechs Jahre später wies ihr Landesbischof Franz Tügel gegen den Willen der beliebten Pfarramtshelferin die Aufgabe zu, die Insassen des Allgemeinen Krankenhauses Eppendorf und der Mädchenanstalt Feuerbergstraße in Ohlsdorf zu betreuen. Im gleichen Jahr trat Margarete Braun der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt bei und wirkte zudem als Laienhelferin beim Reichsluftschutzbund. Am 1. Mai 1937 trat sie in die NSDAP (Mitgliedsnr. 5.267.613) und das Deutsche Frauenwerk ein. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur ihrer Pensionierung 1959 wirkte Braun erneut als Betreuerin von Mädchen und junger Frauen zum Beispiel im Mädchenheim Feuerbergstraße. Selbst im Ruhestand engagierte sie sich unter anderem bei der Betreuung von Altersheimen. Margarete Braun starb 1966 im Alter von 73 Jahren und wurde auf dem Waldfriedhof in Wiesbaden-Dotzheim beigesetzt.

Oliver Teufer


Literatur