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Hessische Biografie

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Portrait

Johann Wilhelm Hoffmann
(1627–1684)

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Hoffmann, Johann Wilhelm [ID = 1367]

* 1627 Grünberg, † 1684 Ulrichstein, evangelisch
Jurist, Comitialgesandter
Biografischer Text

25jährig kam Johann Wilhelm Hoffmann als Legations-Secretär Darmstädter Regierung 1652 zum Reichstag nach Regensburg. Er hatte bis dahin vermutlich ein Jurastudium absolviert und blieb zunächst ein Jahr und von 1663 bis 1666 nochmals drei Jahre in Regensburg. 1666 erhielt er die Rentmeisterstelle in Ulrichstein.

Vom 5. Juni bis zum 11. Dezember 1668 war Hoffmann der Bevollmächtigte Hessen-Darmstadts beim Reichstag.1 Zwar erfüllte er die Stellung eines Comitialgesandter zur Zufriedenheit seines Landesherrn, begnügte sich jedoch schon nach wenigen Monaten wiederum mit der Rentmeisterstelle in Ulrichstein wegen seiner „bekannten“ Leibesfülle. Er setzte das Amt in Stand, legte ein Salbuch an und richtete wieder den Flachszehnt in Windhausen ein.2 Für seine Verdienste wurde er mit der Ilsdorfer Mühle belehnt.

In Regensburg hatte Hoffmann als Secretair am 3. November 1663 Anna Maria Hansemann von Löwannsegg geheiratet.3 Sie stammte aus einer der ersten Familien der Reichsstadt Regensburg. Ihr Vater hatte mit seinen Brüdern, von denen Zacharias Hansemann als Geheimer Secretair in der kaiserlichen Kanzei tätig war, 1625 den Reichsadel erhalten. Sie war die älteste Tocher. Ihr Bruder Georg Christoph, 1645-1684, wurde 1667 Syndicus der Reichsstadt Regensburg und 1680 der Deputierte der Reichsstädte beim Reichstag, also ein Kollege von Hoffmann. Die Schwester heiratete 1668 den Rats-Consulenten Christoph Sigmund Haeberle in Regensburg. Diese Verbindung und die entsprechenden Kenntnisse über das Personal am Reichstag hatten vermutlich auch 1668 zu der Beauftragung durch den Landgraf 1668 mit dem Darmstädter Votum geführt.4

Hoffmann starb wie seine Frau 1684 in Ulrichstein bzw. Grünberg, vermutlich an der roten Ruhr. Sie sind in Grünberg in der Hospitalkirche begraben.

Lupold von Lehsten


  1. Bittner/Groß I, 256.
  2. Schliephake, Rentmeistergeschlecht, a. a. O., 70.
  3. KB-Auszüge Regensburg L. v. Lehsten und F. W. Euler, Institut für Personengeschichte, Bensheim.
  4. L. v. Lehsten, Reichstagsgesandte 2, 288-293.

Literatur
  • Grünberg. Das Stadtlexikon, Grünberg 2022, S. 91 (Holger Th. Gräf)
  • Repertorium der diplomatischen Vertreter aller Länder seit dem Westfälischen Frieden (1648) / Veröffentlicht vom Internat. Ausschuß f. Geschichtswiss. Hrsg. u. Mitw. v. Walther Latzke und Ludwig Bittner u. Lothar Gross, Oldenburg-Berlin, Bd. 1, S. 256
  • L. v. Lehsten, Die hessischen Reichstagsgesandten 2, 2003, S. 288-293
  • Deutsches Geschlechterbuch, Bd. 64, S. 487
  • Carl Schliephake, Rentmeistergeschlecht Hoffmann aus Grünberg und Ulrichstein (v. Hoffmann, Hoffmann v. Löwenfeld), ein Beitrag zur hessischen Familiengeschichte, in: Hess. Chronik, 25. Jg., 1938, H. 2, 65-98