Hessische Biografie
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GND-Nummer
1388769026
Hollauch, Thielmann [ID = 20073]
- * um 1410 Felsberg, † um 1456
Jurist, Notar, Kanzler, Kaplan, Kanoniker - Biografischer Text
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Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Von Felsberg, Priester und Notar von kaiserlicher und päpstlicher Gewalt1, ist 1430 erfolgreich für Landgraf Ludwig I. und sich selbst in Rom tätig, denn 1430 Oktober 7 erhält er vom hessischen Kammerschreiber 24 fl.2 wegen der von ihm in Rom für das Kasseler St. Martinsstift erwirkten Ablaßprivilegien3 und desgleichen noch 10 fl. 1431 Januar 24. 1431 April 16 bewilligt Papst Eugen IV. die Supplik Hollauchs um erneute Provision mit einer erledigten Vikarie im Katharinenkloster der Neustadt Fritzlar5. Vor 1433 November 30 verzichtet Hollauch auf die St. Nikolauskapelle in Kalden6. 1438 März 23 ist er landgräflicher Kaplan7 und wird auch als solcher Ostern 1442 in Erfurt [erneut] immatrikuliert8. 1440 Januar 25 ist er Inhaber eines Altars in der Cyriacuskirche der Altstadt Kassel9, 1443 September 26 und November 22 Kanoniker des kaiserlichen Stiftes Kaufungen10. Kanzler Ludwigs I. 1445 April 1211 und 1446 Februar 312; vielleicht auch noch 1449 Oktober 30/3113. Da der hessische Chronist Wiegand Gerstenberg Aufzeichnungen Thielmann Hollauchs14 aus den Jahren 1449 bis 1456 benutzt hat15, die auf landgräflichen Urkunden beruhen, muß er mindestens bis zu dem letztgenannten Jahr Zutritt zur landgräflichen Kanzlei gehabt haben und für sie tätig gewesen sein.
- Die Herkunft gibt seine Unterschrift in seinen Notariatsinstrumenten an. Das erste stammt von 1432 März 10 (Urkk., Kloster Hasungen). Weitere Instrumente aus den Jahren 1434 (Mai 16) und 1439 (Juni 5) nennt Gundlach III S. 106. ↑
- Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 209 Nr. 85. ↑
- Schultze, Kasseler Klöster Nrr. 934, 935, 937. ↑
- Küch a. a. O.S. 218 Nr. 187. ↑
- Repertorium Germanicum Nr. 764. ↑
- Urkk. Gen.-Rep. Calden. Arı diesem Tage präsentierte der Edle Gottschalk von Plesse dem Offizial der Propstei Hofgeismar für die durch die Resignation Hollauchs freigewordene Kapelle den Johannes Freddeborn. Freddeborns Nachfolger wurde der hessische Kammerschreiber Siegfried Schrunter (siehe dort). ↑
- Schultze, Kasseler Klöster Nr. 395. ↑
- Da Hollauch schon 1432 Notar war, muß er ein früheres Studium absolviert haben. Ein erneutes Studium ist auch in anderen Fällen belegt. Die Erfurter Matrikel (1, 190) bezeichnet ihn als Dominus Thilmanus Holloch capellanus domini lantgravii Hassie. ↑
- Schultze, Kasseler Klöster Nr. 408. ↑
- v. Roques, Kaufunger UB II Nr. 429, 430. ↑
- Gundlach zitiert das Fritzlarer Kopialbuch VII Bl. 132. ↑
- v. Roques a.a.O. Nr. 438. ↑
- So Gundlach a.a.O. unter Bezug auf die Eschweger Schultheißenrechnung. ↑
- Vgl. J. Pistor, Der Chronist Wigand Gerstenberg (ZHG 27, 1892) S. 91. Hierzu bemerkt Gundlach a.a.O. „Das von Gerstenberg benutzte „Register“ Hollauchs wird nichts anderes gewesen sein als ein amtliches Kopialbuch mit regestenartigen Einträgen. Das scheint aus Gerstenbergs Zitaten so gut wie sicher hervorzugehen. Siehe auch Diemar, Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg S. 86“. ↑
- Es handelt sich um landgräfliche Erwerbungen aus den Jahren 1449, 1451, 1453 und 1456. Es müßte sich demnach um Aufzeichnungen handeln, die in den heutigen Kopiaren Nrr. 3 oder 4 stecken. ↑
- Literatur
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- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 434
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 369, Nr. 1285
- v. Roques, Urkundenbuch des Klosters Kaufungen in Hessen, Bd. 2, Kassel 1902
- Weißenborn, Erfurter Matrikel 1: Päpstliche Stiftungsbullen, Statuten von 1447, Allgemeine Studentenmatrikel, erste Hälfte (1392–1492), Halle an der Saale 1881
- Diemar, Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg, Marburg 1909
- Friedrich Küch, Eine Quelle zur Geschichte des Landgrafen Ludwig I., in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 43 (1909), S. 145-277
- Schultze, Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, Marburg 1913
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 105 f.
