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Portrait

Johann Carl Hofacker
(1878–1948)

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Hofacker, Johann Carl [ID = 13671]

* 9.3.1878 Roth/Krs. Gelnhausen, † 12.12.1948 Frankfurt am Main, evangelisch-reformiert
Oberverwaltungsdirektor, Gesundheitsmanager
Biografischer Text

Carl Hofacker war das uneheliche Kind einer Dienstmagd und erreichte über Ausbildung und Verwaltungstätigkeit in Hanau und Frankfurt am Main schließlich die Leitung des Hospitals zum Heiligen Geist. Von 1915 bis 1945 hat er als Oberverwaltungsdirektor diese Einrichtung durch Säuglingsheime über Mutterschutz-, Kinder- und Alten- bis hin zu Pflegeheimen erweitert. Er war ein einflussreicher Gesundheitsmanager in der freien Wohlfahrtspflege mit zahlreichen Verbandsämtern.

Carl Hofacker hat deshalb während des „Dritten Reiches“ von Zwangssterilisationen, Zwangsabtreibungen und Euthanasie gewusst. Er äußerte sich negativ über Zwangsarbeiterinnen; seinetwegen kamen Frauen in ein Lager. Häftlinge des Arbeitserziehungslagers Heddernheim mussten Holzbaracken in der Nähe Frankfurts für die „Krankenhaus-Sonderanlage Aktion Brandt, Anlage Köppern i. Ts.“ errichten. Der nach Karl Brandt benannte planmäßige Bau von Behelfskrankenhäusern gegen Kriegsende steht im Kontext einer Euthanasie, bei der durch bewußte Vernachlässigung, Mangelernährung und Verwendung von Medikamenten viele gepflegte Personen sowie Geisteskranke ermordet wurden. Hofacker wurde 1942 der „Inspekteur der Krankenhaus-Sonderanlagen Aktion Brandt“, „der hier ausgezeichnete Arbeit geleistet hat,“1 so Karl Brandt. Hofacker war auch in Köppern der Verwaltungsdirektor. Man muss in Köppern von Euthanasie ausgehen. Hofacker wird zum Zeitraum 1944 und 1945 zitiert: „In Köppern werden sehr viele Leichen seziert ... Der kleine, von früher vorhandene Leichenraum bietet Platz für zwei, allerhöchstens im Notfall drei Leichen. Jetzt liegen in diesem Raum täglich 6-8 Leichen, sehr, sehr oft 10-16-18 Leichen.“2 Hofackers zweite Frau leitete die Apotheke in Köppern ab dem 1. Oktober 1944. Es seien Morde durch Medikamente geschehen, welche der medizinische Leiter aus Berlin mitgebracht habe. Hofacker behauptete nach dem Krieg, er habe „dauernd gegen“ dessen „Gewaltakte angekämpft“;3 demnach hatte er etwas gewusst. Dennoch war er auch in den 1950er Jahren ein in Frankfurt am Main geachteter Mann.

Gunter Stemmler


  1. Siehe Daub, Krankenhaus-Sonderanlage, S. 60 – Anm. 34, mit Verweis auf Institut für Stadtgeschichte, MA 8414/3, Bd. 2.
  2. Daub, Krankenhaus-Sonderanlage, S. 52.
  3. IfS Frankfurt am Main, Rechneiamt IV 53, 18.03.1946, Bl. 2.

Literatur