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Historisches Ortslexikon

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Alt-Hattendorf

Stadtteil · 264 m über NN
Gemarkung Hattendorf, Gemeinde Alsfeld, Vogelsbergkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5,5 km nordöstlich von Alsfeld

Lage und Verkehrslage:

Siedlungskomplex mit regellosem Grundriss auf dem rechten Berfaufer am Fuße des Wehmelsberges; von Norden einmündend ein Seitentälchen. Am Nordrand des Ortskerns Kirche in erhöhter Lage. Hangaufwärts anschließend moderne Bebauung.

Straße Immichenhain - Eudorf (Altkreis Alsfeld) im Zuge einer alten Amtsverbindung Alsfeld - Neukirchen, etwa in Ortsmitte gekreuzt von der Straße von Elbenrod (Altkreis Alsfeld), die ca. 2 km westlich von Hattendorf auf die Bundesstraße 254 trifft.

Ersterwähnung:

1248

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen der aufgelösten Gutsbezirke Domäne Immichenhain und Forst Immichenhain.

Historische Namensformen:

  • Hatthendorf (1248) [Staatsarchiv Marburg A II Kloster Immichenhain]
  • Hahtendorf (1295)
  • Hattindorf (1340)
  • Hattendorf unterseits (1745)
  • Althattendorf (1780)

Älteste Gemarkungskarte:

1714/15

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3521956, 5628743
UTM: 32 U 521873 5626931
WGS84: 50.793712° N, 9.310342° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53500110008

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 950 stellbares Land, 296 Wiesen, 32 Gärten, 4 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 526, davon 309 Acker (= 58.75 %), 78 Wiesen (= 14.83 %), 100 Holzungen (= 19.01 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 6 Männer
  • 1585: 22 Hausgesesse.
  • 1639: 10 Männer, 3 Witwen
  • 1681: 16 Hausgesesse, 1 Ausschuss, 1 Junggeselle.
  • 1777: 2 Schmiede, 1 Wagner, 4 Schneider, 1 Leineweber, 1 Maurer, 1 Branntweinbrenner, 1 Müller, 1 Lohnschäfer, 1 Tagelöhnerin.
  • 1777: 24 Wohnhäuser mit 172 Einwohnern.
  • 1838 (Familien): 20 Ackerbau, 4 Gewerbe, 17 Tagelohnen.
  • 1861: 309 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 291, davon 291 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch

Diagramme:

Alt-Hattendorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Bis zur Bildung des Gerichts Neukirchen (vor 1360/67) ist Hattendorf Zubehör des Gerichts auf den Wasen (Amt Ziegenhain).
  • 1360/67 und später: Gericht (Amt) Neukirchen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Neukirchen
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neukirchen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Neukirchen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

  • 1822: Justizamt Neukirchen.
  • Seit 1867: Amtsgericht Neukirchen.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.10.1937 werden die bisher selbständigen Gemeinden Alt-Hattendorf und Neu-Hattendorf zur Gemeinde Hattendorf zusammengeschlossen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1340 überträgt Heinrich von Liederbach Kloster Immichenhain seine Einkünfte aus der Kloster-Mühle in Hattendorf, die er vom Kloster gekauft hatte.
  • 1360/67 hat Immichenhain Einkünfte von 8 Beständern und aus der Mühle zu Hattendorf.
  • 1417 verkauft Kloster Immichenhain einen Teil seiner Wiese und seines Hofes, genannt in der Kranichaue, an den Alsfelder Schöffen Heinrich Hammershaus.
  • 1569 haben Johann Feigens Erben einen dienstfreien Hof zu Hattendorf und die Mühle zu Hattendorf.

Zehntverhältnisse:

1345 übereignen die Grafen von Ziegenhain Kloster Immichenhain den Zehnten zu Hattendorf.

1471 ist der Zehnte der von Ehringshausen an Kloster Immichenhain versetzt, später aber offenbar wieder eingelöst (vgl. Neu-Hattendorf zu 1574).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1498 und 1569: nach Immichenhain eingepfarrt,

seit Mitte 17. Jahrhundert: Filiale von Immichenhain.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Wirtschaft

Mühlen:

1340 überträgt Heinrich von Liederbach Kloster Immichenhain seine Einkünfte aus der Kloster-Mühle in Hattendorf, die er vom Kloster gekauft hatte.

1360/67 hat Immichenhain Einkünfte von 8 Beständern und aus der Mühle zu Hattendorf.

1569 haben Johann Feigens Erben einen dienstfreien Hof zu Hattendorf und die Mühle zu Hattendorf.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Alt-Hattendorf, Vogelsbergkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10077> (Stand: 1.4.2022)