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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 19. Offenbach

Weiskirchen

Stadtteil · 122 m über NN
Gemeinde Rodgau, Landkreis Offenbach 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km westlich von Seligenstadt

Lage und Verkehrslage:

Am rechten Ufer der Rodau gelegen.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Offenbach am Main – Reinheim ("Rodgaubahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1896).

Ersterwähnung:

1287

Historische Namensformen:

  • Wichenkirhen (1287)
  • Wizzinkirchin (1305)
  • Wyzenkirchen (1339)
  • Wyzinkirchen (1357)
  • Wizsenkirchen (1371)
  • Wyßinkirchin (1407)
  • Wyßenkirchen (1421)
  • Wissenkirchen (1473)
  • Weiß Kirchen (1527)
  • Wyßkirchen (1535)
  • Weißkirchen (1542)
  • Weyßkirchen (1642)

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1305)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3491970, 5546223
UTM: 32 U 491898 5544444
WGS84: 50.052232° N, 8.886831° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

438011050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3348, davon 1636 Acker, 556 Wiesen, 1157 Wald
  • 1961 (Hektar): 911, davon 268 Wald (= 29.42 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1576: 37 Familien
  • 1829: 575 Einwohner
  • 1961: 3439, davon 848 evangelisch (= 24.66 %), 2495 katholisch (= 72.55 %)
  • 1970: 4840

Diagramme:

Weiskirchen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Auheimer Mark
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberes Erzstift, Oberamt Steinheim, Amtsvogtei Seligenstadt
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amtsvogtei Seligenstadt
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Seligenstadt
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Seligenstadt
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Seligenstadt
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Offenbach
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Offenbach
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Offenbach
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Offenbach
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Offenbach

Altkreis:

Offenbach

Gericht:

  • Centgericht Steinheim
  • 1821: Landgericht Steinheim
  • 1835: Landgericht Seligenstadt
  • 1879: Amtsgericht Seligenstadt

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Rodgau

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1287 ist Weiskirchen im Besitz des Klosters Seligenstadt. 1305 verkaufen Äbtissin und Konvent des Nonnenklosters Marienborn (ad fontem) Hof und Einkünfte in Weiskirchen der Abtei Seligenstadt.
  • 1576 werden als Grundherren u. a. genannt: Kloster Arnsburg, Deutsches Haus in Frankfurt, Kloster Seligenstadt, Kloster Patershausen, Grafen von Isenburg, Pfarrei Lämmerspiel.
  • Die Hoheitsrechte gelangten von den Herren von Eppstein 1371 zunächst über Verkauf an die Herren von Hanau und 1425 an das Mainzer Erzstift, 1803 an Hessen-Darmstadt.

Zehntverhältnisse:

1378 ist der Zehnte in den Händen der Herren von Hanau.

Ortsadel:

13. Jahrhundert

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • vor 1345: Pleban

Patrozinien:

  • Petrus

Pfarrzugehörigkeit:

Hainhausen und Rembrücken zum Kirchspiel gehörig, Jügesheim war bis 1477 Filiale.

Patronat:

Zunächst die Herren von Münzenberg, ab 1256 die Herren, später Grafen von Hanau, ab 1440 übte es die Pfarrkirche Hanau vorübergehend aus.

Bekenntniswechsel:

Der Ort blieb katholisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzdiözese Mainz, Archidiakonat St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg, Landkapitel Rodgau

Juden:

1830: 16, 1905: 30 Juden, vor 1933: 11 Familien mit 37 Personen

Synagoge in der Hauptstraße

Kultur

Schulen:

1910 Volksschule mit vier Klassen, zwei Schulhäuser von 1840 und 1902

Wirtschaft

Mühlen:

1397 ist eine Mühle belegt, 1473 bereits zwei. Die Meckelsmühle befand sich am Nordrand des Ortes an der Rodau und ist in der Generalstabskarte des Großherzogtums Darmstadt (1832-1850) eingetragen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Weiskirchen, Landkreis Offenbach“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14135> (Stand: 15.8.2023)