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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 45. Sontra
Gerichtsstätten
Anger in Weißenhasel

Weitere Informationen

Weißenhasel

Ortsteil · 258 m über NN
Gemeinde Nentershausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km nordöstlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss im Richelsdorfer Gebirge an der Hasel, einem Zulauf der Sontra. Kirche in zentraler, leicht erhöhter Lage. Jüngere Siedlungsentwicklung um Norden. Durch den Ort führt als Hauptachse in Süd-Nord-Richtung die L 3249 (Kupferstraße), die kurz vor Sontra auf die B 27 stößt. Hiervon zweigt bereits am Südrand des Ortes die gleichfalls nach Norden führende Straße Oberdorf ab

Ersterwähnung:

1317

Weitere Namen:

  • Niederhasel

Vorbemerkung Historische Namensformen:

In den mittelalterlichen Schriftquellen wird erst um 1300, allerdings nicht konsequent zwischen Niederhasel (= Weißenhasel), Oberhasel und Schwarzenhasel differenziert. 1451 und 1480 werden alle drei in den Zinsregistern der Propstei Germerode genannt (Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 492, 498, Nr. 1266, 1279)

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1061, um 1120, 1195)
  • Dorf (1383)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1892

Älteste Gemarkungskarte:

1752

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3565604, 5656260
UTM: 32 U 565504 5654437
WGS84: 51.037739° N, 9.934274° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632013060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 962, davon 579 Acker (= 60.19 %), 82 Wiesen (= 8.52 %), 243 Holzungen (= 25.26 %)
  • 1961 (Hektar): 961, davon 262 Wald (= 27.26 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 70 Hausgesesse (Der ökonomische Staat Landgraf Wilhelms IV., S. 90)
  • 1747: 64 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1765: 90 Häuser mit 479 Menschen; Gewerbetreibende: 3 Müller, 44 Leinweber, 3 Schneider, 2 Schmiede, 1 Zimmermann, 2 Büttner und Wagner, 1 Schuhmacher, 1 Schreiner, 3 Tagelöhner, 5 Hirten und Schäfer, 8 Weibspersonen so sich ihrer Hände Arbeit nähren und Acker Leute [HStAM Best. 49 d, Rotenburg Nr. 352]
  • 1885: 553, davon 553 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 780, davon 658 evangelisch (= 84.36 %), 104 katholisch (= 13.33 %)
  • 1970: 709

Diagramme:

Weißenhasel: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1061: Provinz Hessen, Grafschaft des Werner, die Maden genannt wird (in provincia Hassia in comitatu Werinheri qui dicitur Madena)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Sontra, Vierter Gerichtsstuhl Wommen (Adelsdorf von Baumbach)
  • 1765: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Gericht Nentershausen und Amt Sontra
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Nentershausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Nentershausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sontra
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Nentershausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • Gericht Wommen
  • 1826: Justizamt Nentershausen
  • 1836: Justizamt Rotenburg
  • 1822: Assistenzamt Nentershausen
  • vor 1827: Assistenzamt Nenntershausen des kurhessischen Justizamts (Reservaten-Amts) Rotenburg
  • 1827: Justizamt Nentershausen
  • 1867: Amtsgericht Nentershausen
  • 1879: Amtsgericht Nentershausen
  • 1932: Amtsgericht Sontra

Herrschaft:

1061 tätigen der Edle Erenfrid und seine Ehefrau Rucela einen Gütertausch mit dem Kloster Fulda und begeben sich damit in dessen Lehnsherrschaft. Sie übertragen dem Abt Widerad von Fulda verschiedene Güter in Provinz Hessen in der Grafschaft Werners, die Maden genannt wird, u.a. zu Hasel, und erhalten sie zu Lehen zurück. Außerdem erhalten sie den Hof Morschen als Lehen.

1383 verkaufen die von Buttlar Ludwig von Baumbach d. Ä. ihre Gerechtigkeiten zu Niederhasel und in dem Giesenhagen für 46 Goldgulden.

Landgraf Wilhelm der Mittlere von Hessen bekundet 1492, dass er Ludwig von Baumbach für 100 Gulden das Dorf Niederhasel und die Wüstung zum Erles verpfändet hat. Die niedere Gerichtsbarkeit trugen die von Baumbach seit 1578 als hessisches Lehen, die Oberhoch- undt Peinlichkeit über das ganze Dorf verblieb jedoch bei den Landgrafen.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden als Ortsteil zur Gemeinde Nentershausen zusammengeschlossen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im Einkünfteverzeichnis des Klosters Helmarshausen um 1120 wird Besitz in Hasel aufgeführt.
  • 1195 ist Kloster Germerode u.a. in Hasel begütert. 1275 verzichten die Boyneburger auf ihre Güteransprüche in Hasel zugunsten des Klosters. In der Folge kann der Besitzstand vergrößert werden, ohne das immer erkennbar ist, welches Hasel gemeint ist. 1527 werden die Einkünfte in den dreien Haseln zusammengefasst.
  • 1317 verzichten die Brüder von Berneburg auf ihre Besitzansprüche in Niederhasel zugunsten des Klosters Cornberg. 1344 verkauft Heinrich von Boyneburg, genannt Hohenstein, seiner Verwandten Bertha, Klosterfrau in Cornberg, alle seine Güter in und bei Niederhasel.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • pleban (1273)
  • Kirche (1545)
  • 1909 Neugotischer Neubau im Anschluss an den Turm der Vorgängerkirche von 1659

Pfarrzugehörigkeit:

ab 1585 von Sontra versehen. 1765 ist die Kirche Filial von Dens, 1828 jedoch mit diesem als Filialen mit Nentershausen vereinigt. So 1872 und 1994

Patronat:

1585 hat Hessen die Collatur

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Korrumpf 1555-1588 (bzw. 1600)

Kirchliche Mittelbehörden:

1506: Erzbistum Mainz, Archidiakonat Dorla, Archipresbyterat Renda

Kultur

Schulen:

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Historische Ereignisse:

1635 Kriegszerstörung

Wirtschaft

Mühlen:

1765 sind drei Mühlen vorhanden, die alle mit dem Wasser der Hasel über oberschlächtige Wasserräder betrieben werden.

Bereits 1538 wird die Weißenhaseler Mühle als Mühle oben im Dorff bezeichnet. Diese später Großencurtsche Mahlmühle genannte Mühle im Süden des Dorfes (Hinsbach 1) stellt ihren Betrieb 1959 ein.

Vgl. Roßmühle und Gerlachsmühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Weißenhasel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3139> (Stand: 19.8.2025)