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Portrait

Moritz Gerhard Thilenius
(1745–1809)

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GND-Nummer

1162640324

Thilenius, Moritz Gerhard [ID = 23291]

* 30.4.1745 Eddigehausen (bei Göttingen), † 25.1.1809 Wiesbaden
Dr. med. – Arzt
Biografischer Text

Moritz Gerhard Thilenius (auch Thile genannt) wurde 1745 als Sohn Dr. Johann Heinrich Thiles (1696–1766) und seiner Frau Sophia Eleonora Katherina Brehmen (1712–1783) in der Herrschaft Presse, einer hessischen Enklave im Kurfürstentum Hannover, geboren. Sein Vater war ebenfalls Arzt, der daneben eine eigene Apotheke betrieb.

Moritz Gerhard Thilenius erhielt zunächst Privatunterricht, wobei die Eltern besonderen Wert auf das Erlernen der lateinischen Sprache legten. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Zellerfeld (Harz) absolvierte er von 1761 bis 1765 ein Medizinstudium in Göttingen. 1764 sollte er auf Befehl des hessischen Landgrafen eingezogen werden, wurde allerdings nach 14 Tagen auf Druck des Hannoveraner Kurfürsten und auf Bitten der Universität Göttingen wieder aus Kassel entlassen. Seine Examensprüfungen legte er am 24. Juli 1765 ab und erwarb die licentia practicandi, die Erlaubnis als praktizierender Arzt zu wirken. Obwohl Thilenius beabsichtigte, sich in Berlin niederzulassen, übernahm er doch auf Bitten des Vaters dessen Praxis in Eddigehausen. Im Jahr 1770 wurde er auf Anraten seines Doktorvaters Rudolf August Vogel und durch die Protektion der Universität Göttingen zum Physikus von Einbeck (Kreis Northeim, Niedersachsen) berufen. In den nächsten Jahren profilierte sich Thilenius durch seinen Kampf gegen die Blattern sowie eine Zahl von Publikationen wie die Tenotomie der Achillessehne. Zudem stand er als Mitglied im Brüderverein für Menschenwohl in Kontakt mit einigen der führenden Ärzte seiner Zeit. Mehrere Angebote, unter anderem eine Professur in Hanau, lehnte er in den folgenden Jahren ab. Im Jahr 1795 kam er nach Wiesbaden, das er aber nach Beginn der Revolutionskriege wieder verließ und nach Lauterbach übersiedelte. Von 1801 bis 1803 wirkte Thilenius als Kameralarzt in Wetzlar und wurde dann zum Leib- und Badearzt Fürst Friedrich Augusts von Nassau-Usingen (1738–1816) berufen und zum Geheimen Hofrat ernannt. Die Ernennung resultierte aus Thilenius Ruf als Balneologe bzw. Badearzt, den er durch die Veröffentlichung zahlreicher Brunnenschriften, wie beispielsweise zu den Mineralquellen Schwalheim, Hofgeismar, Fachingen und Bad Ems, erworben hatte. Während seiner Amtszeit widmete er sich vor allem der Verbesserung des Wiesbadener Badebetriebes, wofür er seine Kenntnisse und Eindrücke aus anderen Kuranstalten einfließen ließ. So entwickelte Thilenius neue Verfahren zur Anwendung der heißen Quellen zur Behandlung verschiedener Krankheiten.

Moritz Gerhard Thilenius war zweimal verheiratet. Seine erste Frau, Christine Sophie Döll (1746–1793), heiratete er 1771 in Ober-Öhmen, seine zweite Frau Karoline Christiane Frederike Freiin von Breidenbach (1765–1840) in Lauterbach. Seine Söhne Christian Heinrich (1776–1818) und Otto Heinrich (1800–1869) wurden ebenfalls bekannte Badeärzte, letztere in Eltville.

Oliver Teufer


Literatur