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Portrait

Philipp Georg Wicht
(1668–Usingen)

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Weitere Informationen

GND-Nummer

124714447

Wicht, Philipp Georg [ID = 4092]

* 29.5.1668, † Usingen, evangelisch
Theologe, Pfarrer
Biografischer Text

Philipp Georg Wicht entstammte einer großen Familie in Usingen. Seine Paten waren Philipp Georg von Wachenheim, der Sohn des Herrn Ludwig Henrich von Wachenheim zu Ziegenberg, und die älteste Tochter des Herrn Joes Wicht, Pfarrer zu Heftrich. Auch von der Seite seiner Mutter unterstützte ihn eine Theologen-Verwandtschaft. Er selbst konnte durch seine Ehe mit Eva Lucretia Schlaff für ihn später ungemein wichtige Verbindungen zu Christian Schlaff, dem Amtsverweser der Herrschaft Eppstein, Johann Christoph Bilefeld, Hofprediger und Superintendent in Darmstadt, später Gießen, und Johann Hülsemann, Geheimer Rat und Konsistorialrat in Darmstadt herstellen.

Nachdem Wicht 1692 Hessen-Darmstädtischer Feldprediger geworden war, erhielt er 1695 die Pfarrstelle in Kelsterbach. Hier legte er 1700 ein neues Kirchenbuch für Taufen, Trauungen und Begräbnisse an.

1704 erhielt er die besser dotierte Pfarrstelle in Biebesheim als Nachfolger von Johann Wilhelm Sartorius.

Nach neun Jahren machte er sich angeblich des Ehebruchs schuldig, wurde abgesetzt und zum Tod verurteilt. Daß er zu „ewigem Gefängnis“ begnadigt wurde, hatte er sicher seiner noch immer einflußreichen Verwandtschaft zu danken. Wicht konnte aus dem Gefängnis fliehen und soll in Holland zum Judentum übergetreten sein. Der Biebesheimer Pfarrer Wilhelm Heyer schrieb in die Kirchenchronik von Biebesheim: „Pfarrer Dittmar schreibt von ihm: ‚Philipp Georg Wichtius, aus Nassau-Usingen, war zuvor Pfarrer in Kelsterbach und ward 1704 Pfarrer dahier.’ Randbemerkung: Utinam tum 1706 vixisses Perturbator Israelis!! s. Conf. Prot. 1706“.

Lupold von Lehsten


Literatur