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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld

Gosselndorf

Wüstung · 297 m über NN
Gemarkung Kathus, Gemeinde Bad Hersfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Wüstung

Lagebezug:

7,7 km ostnordöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

3,3 km nordöstlich von Kathus und ebenfalls 3,3 km westlich von Friedewald. Eigentlich in der Gemarkung Meckbach gelegen, aber tatsächlich zu Kathus gehörig. Vor Ort befinden sich noch dicht am Wald die Überreste der zugehörigen Gießlingskirche mit einem gut erhaltenen Turmstumpf. Das Friedewalder Salbuch von 1579 sagte dazu: beneben der Krumbacher auw underm Sandberge am wasser, die Breizbach genannt, ist gelegen die wustenung Guessendorf.

An der alten "Straße durch die kurzen Hessen", wo heute parallel etwas nördlich die Bundesautobahn 4 Kirchheim - Eisenach (Thüringen) und etwas südlich eine kleine Straße Sorga - Friedewald verlaufen.

Ersterwähnung:

1183

Siedlungsentwicklung:

1183 wird eine Mühle mit Zubehör genannt. 1312 sind die zum hersfeldischen Klosters Petersberg gehörenden Orte (villae) Gosselndorf, Niederkrumbach, Reitsrode, Breitenbach, Sulingsysee, Hamundeseiche und Berterode seit kurzer Zeit verlassen, während Bettenrode und Wetzelsrode noch bewohnt sind und bei Stockenrode unklar ist, ob es sich überhaupt um eine Ansiedlung handelt.

1716 wollten Bauern hier eine neue Niederlassung begründen, wurden aber wegen Gefährdung des Wildes abgewiesen.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • molendinum (1183)
  • villa (1312)
  • Kirch (1561)
  • wustenung (1579)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3557338, 5639116
UTM: 32 U 557241 5637300
WGS84: 50.884531° N, 9.813739° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63200206003

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1312: Kloster Petersberg (Hersfeld), Vogtei in der Solz

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • Gericht Petersberg

Herrschaft:

Vogtei in der Solz

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1183 bestätigt Papst Lucius III. dem Prämonstratenserkloster Königsbreitungen (bei Salzungen) u.a. den Besitz einer Mühle mit Zubehör zu Gosselndorf.
  • Dorf des Klosters Petersberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld.
  • 1535 wurden Güter zu Gosselndorf verliehen (Hersfelder Kopiar 7).
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Eine Kapelle wurde 1363 und 1386 genannt.
  • 1386 verlieh ihr der Bischof von Würzburg einen Kirchhof.
  • Ihre Trümmer wurden 1561 Geussendorf Kirch, 1636 Gösslerskirche (Geh. Rats Akten, Rodungen) und auf neueren Karten Giesslingskirche bzw. Gießlingskirche genannt.
  • 1919 wurde bei der Gießlingskirche ein romanischer Schlüssel gefunden.
Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gosselndorf, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3401> (Stand: 23.10.2025)