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Hessische Biografie

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Portrait

Karl Roland Freisler
(1893–1945)

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Freisler, Karl Roland [ID = 4844]

* 30.10.1893 Celle, † 3.2.1945 Berlin, evangelisch-reformiert
Dr. – Jurist, Richter, Abgeordneter, Staatsrat
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • 1897 Grundschule in Kassel
  • 1901 Wilhelms-Gymnasium in Kassel
  • 1903 Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Aachen, 1912 Abitur als Klassenbester
  • 1912-1914 Studium an der Universität Kiel
  • 1914 Kriegsfreiwilliger, Leutnant der Reserve, Führer eines Spähtrupps 1915 russische Gefangenschaft, lernte fließend russisch sprechen
  • 1917-1920 für die Lebensmittelversorgung seines Lagers verantwortlicher Lagerkommissar
  • 1920 Rückkehr nach Deutschland, Fortsetzung des Studiums an der Universität Jena
  • 1921 Promotion „Grundsätzliches über die Betriebsorganisation“
  • 1921 Referendar bei den Anwälten Dr. Alfred und Dr. Theodor Dellevie
  • 1923 große juristische Staatsprüfung
  • bildet 1923 in Kassel zusammen mit Karl Weinrich, Dr. Wilhelm Paulmann, Dr. Karl Schaumlöffel, Max Köhler, Fritz Lengemann, Rudolf Likus, Heinrich Messerschmidt und Heinrich Moog die NSDAP-Keimzelle
  • 1924-1933 Stadtverordneter in Kassel (NSDAP)
  • 1925 Mitglied der NSDAP, zeitweilig stellvertretender Gauleiter und Gaurechtsberater der Gauleitung Hessen-Nassau-Nord, Ortsgruppenleiter Kassel
  • 1923 Rechtsanwalt in Karlsbad, 1924 in gemeinsamer Kanzlei mit dem Bruder in Kassel, Strafverteidiger
  • 1930-7.4.1933 Mitglied des Kurhessischen Kommunallandtags des preußischen Regierungsbezirks Kassel bzw. des Provinziallandtages der preußischen Provinz Hessen-Nassau für die Stadt Kassel (NSDAP), Nachfolger: Kurt Karl Fröhlich
  • 24.11.1930 wegen Beleidigung des Kasseler Polizeipräsidenten Verurteilung zu einer Geldstrafe von 300 RM
  • 1932-1933 Mitglied des Preußischen Landtags für den Wahlkreis 19: Hessen-Nassau (NSDAP), dort Mai 1932–März 1933 Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verfassungsfragen
  • 1933-1945 Preußischer Staatsrat von Amts wegen
  • 1933-1945 Mitglied des Deutschen Reichstags
  • Februar 1933 Leiter der Personalabteilung im preußischen Justizministerium, Ministerialdirektor
  • 1.6.1933 Staatssekretär im preußischen Justizministerium
  • 1933/1934 Schriftleiter der Zeitschrift „Deutsche Justiz Rechtspflege und Rechtspolitik“
  • 1.4.1934-1942 Staatssekretär im Reichsjustizministerium, zugleich Leiter der Abteilung „Bekämpfung der Sabotage“
  • 20.1.1942 Teilnehmer der Wannsee-Konferenz
  • 24.8.1942 Präsident des Volksgerichtshofs, als solcher Vorsitzender Richter in den Prozessen gegen die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944, fällte in drei Jahren 4000 Todesurteile
  • 1942 NSKK-Brigadeführer, Goldenes Parteiabzeichen
  • 3.10.1933 ordentliches Mitglied der Akademie für Deutsches Recht
  • 1933-1945 Mitglied des Wahlprüfungsgerichts beim Deutschen Reichstag
  • Vize-Präsident der Internationalen Rechtskammer
  • 1935 Ehrenbürger der Stadt Kassel, Aberkennung durch Magistratsbeschluß vom 2.9.1946
  • er starb bei einem Luftangriff auf Berlin

Funktion:

  • Kassel, Regierungsbezirk, Kommunallandtag, Mitglied (NSDAP), 1930-1933
  • Hessen-Nassau, 19. Provinziallandtag, Mitglied (NSDAP), 1930
  • Hessen-Nassau, 20. Provinziallandtag, Mitglied (NSDAP), 1930
  • Hessen-Nassau, 21. Provinziallandtag, Mitglied (NSDAP), 1930
  • Preußen, Landtag, Mitglied (NSDAP), 1932-1933
  • Hessen-Nassau, 22. Provinziallandtag, Mitglied (NSDAP), 1933

Werke:

Lebensorte:

  • Kassel; Aachen; Kiel
Familie

Vater:

Freisler, Julius, GND, * Klantendorf, Mähren, 20.8.1862, † Kassel 18.11.1937, katholisch, Dipl.-Ing., Studienrat in Celle, dann Hameln, 1896 beim Hafenamt in Duisburg, später Professor an der Königlichen Baugewerbeschule in Kassel, Lehrerssohn

Mutter:

Schwerdtfeger, Auguste Florentine*, * Celle 30.4.1863, † Kassel 20.3.1932, evangelisch

Partner:

  • Russegger, Marion* Edith Virginia, * Hamburg 10.2.1910, † München 21.1.1997, Tochter des Bernhard Adolf Cajetan Russegger, aus Pleiske, Kaufmann in Hamburg und Bremen, und der Cornelia Pirscher

Verwandte:

  • Freisler, Oswald <Bruder>, * Hameln 29.12.1895, † 4.3.1939, Dr. jur., Rechtsanwalt und Notar in Kassel
Nachweise

Quellen:

  • Matthias Blazek, Zur Biographie Roland Freislers (1893–1945), in: Journal der juristischen Zeitgeschichte, Heft 1/2010, S. 35 ff.
  • HStAM Bestand 910 Nr. 5666 (Kassel I, Sterbenebenregister, 1937, Nr. 2253)
  • HStAM Bestand 910 Nr. 6017 (Kassel II, Sterbenebenregister, 1932, Nr. 237)

Literatur:

Bildquelle:

Porträt, Brustbild, um 1930, Quelle: HStAM Bestand Slg 7 Nr. b 1488

Zitierweise
„Freisler, Karl Roland“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118693093> (Stand: 3.2.2026)