Hessische Biografie
Weitere Informationen
GND-Nummer
119291320
Westheim, Paul [ID = 24673]
- * 7.8.1886 Eschwege, † 21.12.1963 Berlin (Schöneberg), Begräbnisort: Berlin Jüdischer Friedhof Heerstraße/Scholzplatz, jüdisch
Kunstkritiker, Kunstvermittler, Herausgeber, Journalist, Schriftsteller - Wirken ↑
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Werdegang:
- 1894-1901 Schulbesuch (Abschluss: Mittlere Reife) an der Friedrich-Wilhelm-Schule (Gymnasium für Jungen) in Eschwege
- 1901-1905 kaufmännische Lehre (abgebrochen) in einem Exportunternehmen in Darmstadt
- 1905-1906 freier Journalist unter anderem für die „Frankfurter Zeitung“
- 1906-1912 freier Journalist unter anderem für die Zeitschrift für Bücherfreunde, die Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft; Deutsche Kunst und Dekoration; Reclams Universum; Sozialistische Monatsblätter Berlin
- 1909-1933 Mitgründer; Mitglied; Mitglied des Vorstands, z. B. als Schriftführer im Schutzverband deutscher Schriftsteller (SDS); nach der Wiedergründung im Exil erneut im Vorstand tätig
- 1912-1917 Leiter des Kunstreferats der „Frankfurter Zeitung“ in Berlin
- Januar 1917-März 1933 Herausgeber „Das Kunstblatt“ (zunächst bei Gustav Kiepenheuer in Weimar; 1926/27 bei Athenaion Potsdam; dann bei Hermann Reckendorf in Berlin)
- 1918-1930 Herausgeber „Die Schaffenden. Eine Zeitschrift in Mappenform“
- September 1933 Emigration nach Paris, er schreibt regelmäßig für die deutschsprachige Presse
- 11.6.1935 Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft
- 1940 Mitglied der Union des Journalistes Amis de la République Francaise, Paris
- Oktober 1940-April 1941 Häftling in französischen Internierungslagern Francillon (Département Indre); Chambaran (Département Isère); Le Cheylard (Département Ardèche); Les Milles (Département Bouches du Rhône); Gurs (Département Pyrénées-Atlantiques); Montauban (Département Tarn-et-Garonne)
- Dezember 1941 Flucht, Tätigkeit als Autor und Herausgeber Mexiko-Stadt
- 1953 mexikanischer Staatsbürger
- 1961 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
- 1963 Reise in die Bundesrepublik
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Werke:
- Oskar Kokoschka. Das Werk Kokoschkas in 62 Abbildungen (1918), 2. erw. Aufl. 1925
- Die Welt als Vorstellung. Ein Weg zur Kunstanschauung, 1918, Nachdr. 1919.
- Wilhelm Lehmbruck. Das Werk Lehmbrucks in 84 Abbildungen, 1919, 21922.
- Indische Baukunst (1920)
- Klassizismus in Frankreich, 1923.
- Das Holzschnittbuch mit 144 Abbildungen nach Holzschnitten des 14. bis 20. Jahrhunderts, 1921, Nachdr. 1977, Neuausg. mit einem Nachw. v. Ursula Prinz 2000.
- Für und Wider. Kritische Anmerkungen zur Kunst der Gegenwart, 1923.
- Helden und Abenteurer. Welt und Leben der Künstler, 1931.
- Rassenschande. Novelle (1935)
- Im Camp in Frankreich, 1942. (ungedr. Manuskript, Archiv der Akademie der Künste zu Berlin)
- Arte Antiguo de México, 1950; dt. u. d. T. Die Kunst Alt-Mexikos, 1966.
- La Calvera, 1953, dt. u. d. T. Der Tod in Mexiko, 1986.
- The Sculpture of Ancient Mexico, 1963.
- Heil Kadlatz! Der Lebensweg eines alten Kämpfers. Roman, 1977, Taschenbuchausg. 1979, Neuausg. mit einem Nachw. v. Christian Welzbacher 2015
- Ostisch überlagert. Novelle, in: Pariser Tageszeitung v. 13.1.1935.
- Innere Angelegenheit, in: Berthold Jacob (Hg.), Warum schweigt die Welt?, 1936, S. 24–27.
- Die janze Richtung passt ihm nicht. Hitler säubert das Haus der Deutschen Kunst, in: Pariser Tageszeitung v. 13.7.1937.
- Auch Rembrandt, auch Grünwald „entartet“, in: Pariser Tageszeitung v. 17.1.1938.
- Käthe Kollwitz, in: Women under the Swastika, hg. v. Free German League of Culture in Great Britain, 1942, S. 23–25.
- Karton mit Säulen. Antifaschistische Kunstkritik, hg. v. Tanja Frank, 1985 (Gesammelte Kritiken aus den Jahren 1933 bis 1945; DDR-Ausgabe).
- Kunstkritik aus dem Exil, hg. v. Tanja Frank, 1985 (Gesammelte Kritiken aus den Jahren 1933 bis 1945; Westdeutsche Ausgabe).
- (Herausgeber) Das Kunstblatt (1916–1933)
- Die Schaffenden. Eine Zeitschrift in Mappenform, 1918–1930.
- Orbis Pictus. Weltkunstbücherei, 20 Bde., im Ernst Wasmuth Verlag, Berlin, 1920er Jahre (alle Bände erschienen o. J.)
- Clive Bell, Kunst, 1922.
- Künstlerbekenntnisse. Briefe – Tagebuchblätter – Betrachtungen heutiger Künstler, 1925.
- Carl Einstein/Paul Westheim (Hg.), Europa-Almanach. Malerei, Literatur, Musik, Architektur, Plastik, Bühne, Film, Mode. Außerdem nicht unwichtige Nebenbemerkungen, 1925, Nachdr. 1993.
- Familie ↑
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Vater:
Westheim, Aron* Albert, geboren Abterode (heute Gemeinde Meißner) 9.12.1854, gestorben Sayn (heute Bendorf bei Koblenz) 1.1.1916, Kaufmann, Sohn des Bermann* Issachar Westheim, geboren 27.7.1812, gestorben 18.12.1876, aus Abterode, Lehrer, und der Sarah Schloß, geboren April 1820, gestorben Abterode 18.6.1858, aus Stadtlengsfeld (heute Dermbach/Wartburgkreis), Hausfrau
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Mutter:
Oppenheimer, Jeannette, geboren Königstädten (heute Rüsselsheim am Main) 18.3.1866, gestorben Eschwege 2.9.1887, Tochter des Heinemann Oppenheimer, gestorben 7.5.1870, 47 Jahre alt, Handelsmann in Königstädten, und der Babette Löwenthal
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Partner:
- Heiliger, Anna* Bella, (⚭ Berlin-Wilmersdorf 26.6.1918) geboren Hann. Münden 23.3.1874, gestorben Hamburg 1.12.1926, Tochter des Hermann Heiliger, geb. Moritzberg (heute Hildesheim) 19.2.1846, Kaufmann in Minden, und der Jenny Stern, geboren Minden 28.1.1845
- Freund, Marianne Helen, GND (⚭ Mexico City 1957) geboren 4.6.1898, gestorben 24.6.2004, aus Hamburg, Schriftstellerin, Hispanistin, Übersetzerin, emigrierte 1930 nach Mexiko, sie verheiratet I. mit Ernst August Frenk, geb. Cohn, 1895–1957, aus Hamburg, Dr. med., gestorben Mexiko-City, Tochter des Theodor Freund, geboren 27.8.1848, gestorben 1933, und der Regina Pick, geboren 18.2.1861, gestorben 16.10.1927, aus Goltsch-Jenikau (heute Golčův Jeníkov/Tschechien)
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Verwandte:
- Marx, Adelheid <Stiefmutter>, geboren Assenheim (heute Niddatal) 10.6.1863, gestorben London 10.1.1947, Tochter des Leopold Marx und der Elise Reiß
- Nachweise ↑
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Quellen:
- Nachlass im Archiv der Akademie der Künste zu Berlin
- HStAM Bestand 923 Nr. 1840 (Eschwege, Geburtsnebenregister, 1886, Nr. 206)
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Literatur:
- Bernd Fechner/York-Egbert König, Paul Westheim. Kunstkritiker – Publizist – Sammler, Berlin 2017
- Ines Rotermund-Reynard, „Dieses ist ein Land, in dem ein Kunstmensch leben kann.“ Der Kunstkritiker Paul Westheim im Prozess der Akkulturation während der französischen und mexikanischen Emigration 1933–1963, Diss. phil. Berlin 2012
- Stefan Koldehoff, Die Bilder sind unter uns. Das Geschäft mit der NS-Raubkunst, Frankfurt am Main 2009, S. 37-54
- Melissa Müller/Monika Tatzkow, Verlorene Bilder, verlorene Leben. Jüdische Sammler und was aus ihren Kunstwerken wurde, München 2009, S. 29-43
- Lutz Windhöfel, Paul Westheim und das Kunstblatt. Eine Zeitschrift und ihr Herausgeber in der Weimarer Republik, Köln u. a. 1995 (mit ausführlichem Schriftenverzeichnis Westheims bis 1933)
- Anna Maria Zimmer, Juden in Eschwege. Entwicklung und Zerstörung der jüdischen Gemeinde - von den Anfängen bis zur Gegenwart, Eschwege 1993. S. 236-238
- Ines Rotermund, Die Realität des Visuellen. Der Kunstkritiker Paul Westheim und die französische Kunst, in: Hélène Roussel/Lutz Winckler (Hg.), Rechts und links der Seine. Pariser Tageblatt und Pariser Tageszeitung 1933–1940, 2002, S. 129–144.
- Ines Rotermund, Auf den Spuren des Kunstflaneurs Paul Westheim. Pariser Kunstgalerien der dreißiger Jahre, in: ebd., S. 261–267.
- Peter Chametzky, Paul Westheim in Mexico. A Cosmopolitan Man Contemplating the Heavens, in: Oxford Art Journal 24 (2004), S. 23–44.
- N. N., Paul Westheim. Die Geschichte von Paul Westheim und sein Kampf um die Rückgabe seiner Kunstsammlung, in: SZ-Magazin v. 5.2.2009. (P) (Onlineressource)
- Ines Rotermund-Reynard, Erinnerung an eine Sammlung. Zu Geschichte und Verbleib der Kunstsammlung Paul Westheims, in: Exilforschung 28 (2010), S. 151–193.
- Karl Kollmann/York-Egbert König, Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Eschwege. Ein Gedenkbuch, 2012, S. 245-247.
- Ines Rotermund-Reynard, „Du kannst wirklich froh sein, diesen Wahnsinn verlassen zu haben!“. Der Kunstkritiker Paul Westheim während seines französischen Exils, in: Andrea Baresel-Brand (Hg.), L’Irréparable. Itinéraires d’artistes juifs refugiés d’Allemagne en France 1933–1945, 2013, S. 148–169.
- Ines Rotermund-Reynard, The Art Historian Charlotte Weidler. A Lost Voice Speaks from the Moscow Special Archive, in: dies. (Hg.), Echoes of Exile. Moscow Archives and the Arts in Paris 1933–1945, 2015, S. 105–122
- Leben ↑
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Paul Westheim war von 1917 bis 1933 Herausgeber des „Kunstblatts“, der maßgeblichen Publikumszeitschrift für die Kultur der Weimarer Zeit. Vertreter des Expressionismus und der Klassischen Moderne wie Otto Dix (1891–1969), Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Oskar Kokoschka (1886–1980) und Wilhelm Lehmbruck (1881–1919) wurden durch Westheim einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Als Gegner des Nationalsozialismus emigrierte er 1933 nach Frankreich und floh 1941 nach Mexiko, wo er in Forschungen zur präkolumbianischen Kunst eine neue Lebensaufgabe fand und hohe Anerkennung erfuhr.
Westheim besuchte von 1894 bis zur Mittleren Reife 1901 die Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege und begann danach auf Wunsch seines Vaters eine kaufmännische Lehre in einem Exportunternehmen in Darmstadt. Stärker an Kunst und Literatur als an seiner Ausbildung interessiert, fühlte sich Westheim in Darmstadt von der 1899 gegründeten Künstlerkolonie Mathildenhöhe angezogen. Nach dem Abbruch seiner Lehre 1903 schrieb er als Journalist für Presseagenturen und veröffentlichte 1904/05 erste feuilletonistische Beiträge für die „Frankfurter Zeitung“.
1906 übersiedelte Westheim nach Berlin, wo er Vorlesungen zur Kunstgeschichte bei Heinrich Wölfflin (1864–1945) hörte und seinen Lebensunterhalt als freier Mitarbeiter unter anderem der „Zeitschrift für Bücherfreunde“, der illustrierten Monatshefte „Deutsche Kunst und Dekoration“, der illustrierten Wochenschrift „Reclams Universum“ sowie der „Sozialistischen Monatsblätter“ bestritt. 1909 gehörte Westheim unter anderem mit Theodor Heuss (1884–1963) zu den Gründern des Schutzverbands deutscher Schriftsteller (SDS), dessen Vorstand er seit 1909 angehörte.
1912 übernahm Westheim das Berliner „Kunstreferat“ der „Frankfurter Zeitung“ und erlangte in der Folge publizistischen Einfluss auf nationaler Ebene. Seit September 1915 als Landsturmmann nahe Königsberg (Preußen, heute Kaliningrad, Russland) stationiert, wurde Westheim nach wenigen Monaten als frontunfähig entlassen. Im Januar 1917 gründete er die im Kiepenheuer Verlag veröffentlichte Monatsschrift „Das Kunstblatt“, die er bis März 1933 herausgab. Es wollte „der werdenden Kunst dienen. Einer Kunst, die – alles Mechanische hinter sich lassend – das Schöpferbegehren, die gottvolle Innerlichkeit setzt an Stelle des formelhaft Schönen, glitzernd Gefälligen und sinnlich Reizsamen“ und gehörte damit zu den meinungsbildenden Periodika der Weimarer Republik in Fragen der bildenden Kunst der Moderne und der Architektur bei einer geschätzten Auflage von ca. 1000 Exemplaren.
Dabei lagen ihm die Künstler des Expressionismus und der Klassischen Moderne besonders am Herzen, sie wollte er bekannt machen, er kaufte und sammelte ihre Werke und stellte sie aus.
Publizistisch trat Westheim während der Weimarer Zeit zudem unter anderem als Herausgeber der in Mappenform veröffentlichten Zeitschrift „Die Schaffenden“ (1918–1930) hervor, die alle Formen der künstlerischer Druckgrafik enthielten: Holz- und Linolschnitte, Lithografien und Farblithografien sowie Radierungen zeitgenössischer Künstler enthielten. In den 1920er Jahren gab er die globalgeschichtlich konzipierte, kunsthistorische Buchreihe „Orbis pictus“ (20 Bde.) heraus, deren ersten Band („Indische Baukunst“) er selbst verfasste und für die er unter anderem Carl Einstein (1885–1940), Alfred Salmony (1890–1958) und Wolfgang Fritz Volbach (1892–1988) als Autoren gewann. Überdies verfasste Westheim grundlegende Monografien über die Kunst des 20. Jahrhunderts und sprach dazu auch im Rundfunk. 1925 gab er mit Carl Einstein den sensationellen „Europa-Almanach“ heraus, der die unterschiedlichsten Gattungen der Gegenwartskultur (Malerei, Literatur, Musik, Architektur, Plastik, Bühne, Film, Mode) in Form einer Anthologie vereinte und alle Künstler und Strömungen von internationaler Bedeutung aus Deutschland, der Sowjetunion, Frankreich, England, Holland, Belgien und Italien aufführte.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden Westheims Schriften verboten, das „Kunstblatt“ stellte mit dem März-Heft 1933 sein Erscheinen ein. Zum Rücktritt als Hauptvorstand des SDS genötigt, von Verhaftung bedroht und in der NS-Zeitschrift „Angriff“ antisemitisch attackiert, emigrierte Westheim im August 1933 nach Paris, wo er regelmäßig für die deutschsprachige Exilpresse schrieb, u. a. für das „Pariser Tageblatt“, das „Neue Tage-Buch“, die „Neue Weltbühne“ (Prag) und „Die Sammlung“. In seinem 1935/36 in der „Pariser Tageszeitung“ veröffentlichten Fortsetzungsroman „Heil Kadlatz“ karikierte er das deutsche Kleinbürgertum, indem er den Aufstieg eines sozialdemokratischen Pförtners zum raffgierigen NS-Handlanger schildert. Seine wiederholte Kritik an den politischen Verhältnissen in der Heimat, auch gegen den staatlich organisierten Verkauf moderner Kunst, führte zur Ausbürgerung Westheims im Juni 1935.
1937 erneut in den Vorstand des SDS gewählt, fungierte Westheim 1938/39 als Herausgeber der Zeitschrift „Freie Kunst und Literatur“. Nach der Einnahme von Paris durch die deutsche Wehrmacht war Westheim von Oktober 1940 bis April 1941 Häftling in französischen Internierungslagern, ehe er sich nach Marseille absetzen konnte, von wo aus ihm mit Unterstützung des US-amerikanischen Emergency Rescue Committees über Lissabon die Flucht nach Mexiko gelang.
Seit Dezember 1941 in Mexiko-Stadt lebend, schrieb Westheim für die Zeitschriften „Freies Deutschland“ und „Demokratische Post“, verfasste Künstlerporträts und verriss die Kunst des „Dritten Reichs“. Er veröffentlichte Aufsätze und Bücher über die präkolumbianische Kunst Mexikos und zur zeitgenössischen lateinamerikanischen Kunst, unter anderem in „Die Weltkunst“ und „Das Kunstwerk“. Seine Beschäftigung mit der mexikanischen Archäologie schlug sich unter anderem in der Monografie „Arte Antiguo de México“ (1950) oder etwa auch in „Ideas fundamentales del arte prehispanico en México“ (1957) nieder. Zwischen 1947 und 1950 arbeitete er zudem als Kultur-Korrespondent für die „Frankfurter Rundschau“. Seit 1951 bemühte er sich vergeblich um eine finanzielle Wiedergutmachung für seine 1933 zurückgelassene Kunstsammlung, bekam aber für seine Ausbürgerung und die damit verbundene Vermögensbeschlagnahmung immerhin eine Rente aus der Bundesrepublik. Er galt als linksliberal, auf seine dauerhafte Rückkehr wartete man daher in beiden deutschen Staaten nicht. 1953 erhielt er die mexikanische Staatsbürgerschaft. 1963 reiste er erstmals in die Bundesrepublik und sollte anlässlich der Eröffnung des Lehmbruck-Museums in Duisburg eine Rede halten, die aufgrund seines plötzlichen Todes nicht mehr stattfand.
York-Egbert König
- Zitierweise ↑
- „Westheim, Paul“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/119291320> (Stand: 19.5.2026)
