Historisches Ortslexikon
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
Dinkelrode
-
Ortsteil · 345 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
7,5 km südöstlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Kleine Siedlung mit lockerer Gehöftanordnung in einem zur Solz führenden Tal (Dinkelröder Wasser), entlang der nach Malkomes führenden K 20, die hier auf die L3171 trifft.
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Ersterwähnung:
1240
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Historische Namensformen:
- Tinchemrod; Tichenrod (1240) [Abschriften Klosterarchive 5: Kloster Haina, Band 1, S. 75, Nr. 116]
- Tynkerod (1314) [HStAM, Urk. 56, 206]
- Dinckenrodt (1562) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1636]
- Dinckerodt (1585) [Der ökonomische Staat, S. 85]
- Dinckelrode (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
-
Bezeichnung der Siedlung:
- villa (1240, 1314)
- Wüstung (1516)
-
Umlegung der Flur:
1916
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Älteste Gemarkungskarte:
1705
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3556938, 5634489
UTM: 32 U 556841 5632675
WGS84: 50.842982° N, 9.807337° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632019010
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 89, davon 66 Acker (= 74.16 %), 12 Wiesen (= 13.48 %), 1 Holzungen (= 1.12 %)
- 1961 (Hektar): 95, davon 5 Wald (= 5.26 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1571: 4 Hausgesesse
- 1585: 4 Hausgesesse
- um 1610: - Hausgesesse
- 1628: - Hausgesesse
- 1673: 6 Hausgesesse
- 1747: 9 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1818: 8 steuerpflichtige Häuser mit 44 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schuhmacher, 1 Tagelöhner, 1 Schäfer
- 1885: 98, davon 98 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 157, davon 152 evangelisch (= 96.82 %), 2 katholisch (= 1.27 %)
- 1970: 141
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- vor 1822: Amt Landeck
- 1822: Justizamt Friedewald
- 1832: Justizamt Friedewald
- 1833: Justizamt Schenklengsfeld
- 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
- vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
1240 tragen die von Uffhausen ihr Eigen im Dorf Dinkelrode dem Kloster Hersfeld zu Lehen auf. 1314 überträgt der Abt von Hersfeld dem Burgmann auf der Burg Landeck Albert von Romrod alle Güter im Dorf und in der Gemarkung von Dinkelrode für zehn Jahre. 1366 erwarben die von Romrod hier weiteren Besitz. 1516 übergibt der Abt von Hersfeld die Wüstung an Dolle Malkams und dessen Kinder zu lebenslangem Besitz.
Verwaltungstechnisch gehört Malkomes zum Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen.
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Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- Kloster Hersfeld
- Kirche und Religion ↑
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Pfarrzugehörigkeit:
1747, 1818, 1872 und 1994 zu Schenklengsfeld gehörig
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation vermutlich um 1527.
- Kultur ↑
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Schulen:
1818 keine Schule vorhanden
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 312 (Register)
- Peter Roßkopf, Das Landecker Amt im Kreise Hersfeld
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 91.
- Fundberichte aus Hessen 1991, S. 518 (Sippel) > frühere Kirche
- Zitierweise ↑
- „Dinkelrode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3310> (Stand: 12.5.2026)

