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Hessische Biografie
Weitere Informationen
GND-Nummer
1165019329
Dienstbach, Karl [ID = 11690]
- * 6.10.1900 Sindlingen (Kreis Höchst), † 30.7.1977 Berlin (?), Begräbnisort: Berlin-Lichtenberg Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Gedenkstätte der Sozialisten
Fabrikarbeiter, Parteifunktionär, Abgeordneter - Wirken ↑
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Werdegang:
- Kindheit in Sindlingen
- 1914-1915 Lehre in einem metallverarbeitenden Betrieb in Höchst am Main
- 1915/16 Hilfskoch bei den Farbwerken Hoechst
- anschließend als Revolverdreher und Einrichter bei verschiedenen Firmen in Frankfurt am Main und Württemberg
- 1918-1921 Heizer bei der Deutschen Reichsbahn
- ab 1921 Maschinist (Chemiearbeiter) bei den Farbwerken Hoechst
- 1925 Eintritt in die KPD
- Mitglied des Betriebs- und Arbeiterrats bei den Farbwerken Hoechst
- Mitglied des Fabrikarbeiterverbandes und der Revolutionären Gewerkschaftsopposition
- Mitglied der Frankfurter Bezirksleitung der KPD, politischer Leiter der Betriebszelle I.G. Farben
- 1930-1932 Mitglied des Nassauischen Kommunallandtags des preußischen Regierungsbezirks Wiesbaden bzw. des Provinziallandtages der preußischen Provinz Hessen-Nassau für den Stadtkreis Frankfurt am Main, dort Mitglied des Rechnungsprüfungs-, Beamten- und Eingabenausschusses (KPD)
- Ende 1930 nach Auseinandersetzungen mit der Firmenleitung von den Farbwerken Hoechst entlassen
- 22.3.1931 Verhaftung wegen Verdacht der Werkspionage in den I.G. Farben-Werken in Hoechst und Ludwigshafen, 12.1931 Verurteilung zu neun Monaten Gefängnis, 5.1932 im Berufungsverfahren Strafe auf zwei Jahre Gefängnis erhöht
- Flucht und Emigration in die Sowjetunion
- bis 1935 Referent und Instrukteur bei der Roten Gewerkschaftsinternationale und beim Zentralrat Sowjetischer Gewerkschaften
- 1934/35 Besuch von Abendkursen an der Lenin-Schule in Moskau
- 1935/36 Automatendreher in Stankowsawod
- 1936/37 Besuch der Panzerschule der Roten Armee in Gorki
- ab 1937 Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Internationalen Brigaden
- 1939-1941 Aufenthalt in der Schweiz und in Frankreich, zeitweise in Internierungslagern
- 3.1941 Ausreise in die Sowjetunion
- 1941-42 Chefkoch beim Volkskommissar/Ministerium für Verbindungswesen in Frunse
- 9.1942-Sommer 1946 Politinstrukteur in NKWD-Kriegsgefangenenlagern im Ural
- Herbst 1946 Rückkehr nach Deutschland (Berlin), Eintritt in die SED
- bis Anfang 1947 Referent beim FDGB-Bundesvorstand
- anschließend bis 1949 hauptamtlicher Vorsitzender des FDGB-Bezirksausschusses Berlin-Mitte
- 1949/50 Besuch der Parteihochschule „Karl Marx“ in Kleinmachnow, 2. SED-Parteisekretär im Polizeipräsidium Berlin
- 1950 Oberst der Volkspolizei, Leitung der VP-Bezirksverwaltung Potsdam
- 1955/56 Volkspolizei-Inspekteur und Leiter der Abteilung Kriminalpolizei in Potsdam
- mehrere hohe Auszeichnungen, unter anderem Hans-Beimler-Medaille, 1975 Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold
- 1.9.1959 Ruhestand
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Funktion:
- Wiesbaden, Regierungsbezirk, Kommunallandtag, Mitglied (KPD), 1930-1932
- Hessen-Nassau, 19. Provinziallandtag, Mitglied (KPD), 1930
- Hessen-Nassau, 20. Provinziallandtag, Mitglied (KPD), 1930
- Hessen-Nassau, 21. Provinziallandtag, Mitglied (KPD), 1930
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Lebensorte:
- Sindlingen; Höchst am Main; Frankfurt am Main
- Familie ↑
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Vater:
Dienstbach, Friedrich
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Mutter:
Heil, Franziska
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Partner:
- Appel, Elisabeth gen. Betty, (⚭ Höchst am Main 31.3.1928, geschieden 1941) * Eschenrod (Kreis Schotten) 5.3.1901, Schneiderin
- Niederkichner, Minna gen. Mia, * Berlin 19.8.1911, † 1982, Heirat Frunse Frühjahr 1942, freireligiös, Tochter des Michael Niederkirchner, * Budapest 3.9.1882, † Berlin 19.8.1949, Rohrleger, Mitglied des ZK der KPD, und der Helene Czomaj, † Berlin 1967, Arbeiterin
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Verwandte:
- Niederkirchner, Käthe gen. Katja <Schwägerin>, GND, * Berlin 7.10.1909, † Konzentrationslager Ravensbrück 28.9.1944, kommunistische Widerstandskämpferin
- Nachweise ↑
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Quellen:
- HStAM Bestand 903 Nr. 8184 (Höchst-Unterliederbach: Familienbuch (Heiratsbuch), 1925–1928, Nr. 8/1928)
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Literatur:
- Burkardt/Pult, Nassauische Parlamentarier, Teil 2: Der Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden, Wiesbaden 2003, Nr. 64
- Lengemann, MdL Hessen 1808–1996. Biographischer Index, Marburg 1996, S. 107
- Zitierweise ↑
- „Dienstbach, Karl“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1165019329> (Stand: 30.7.2025)
