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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald

Herfa

Stadtteil · 295 m über NN
Gemeinde Heringen (Werra), Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km östlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss im Seulingswald an gleichnamigen Bach, einem westlichen Zufluss der Werra. Durch führt als Hauptachse, dem engen Talverlauf folgend, die Eisenacher Straße (L 3255), die Kirche befindet sich in zentraler Lage. 1895 wird eine Brücke über die Herfa errichtet. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Nordosten oberhalb des Langen Grabens und südlich der Hauptachse.

Ersterwähnung:

1335

Siedlungsentwicklung:

Rund 1 km westnordwestlich der Ortsmitte von Herfa wurden im Schulzengraben, einem von Norden aus dem Seulingswald kommenden Seitental des Herfatals, auf einem früheren Acker Hinweise auf eine Wüstung gefunden, der bislang keine Namen in Schriftquellen zugewiesen werden konnte. Zwischen Herfa und Friedewald an der Einmündung des Meisebaches in die Herfa befand sich im Bereich des Pfaffenbornes eine Schmiede.

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Heringen.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1335)
  • Dorf (1401, 1553)
  • Dorf, Dorfschaft (1768)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1893

Älteste Gemarkungskarte:

1710

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3564920, 5639631
UTM: 32 U 564820 5637815
WGS84: 50.888359° N, 9.92156° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632009020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 210, davon 149 Acker (= 70.95 %), 44 Wiesen (= 20.95 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 1024, davon 764 Wald (= 74.61 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 23 Haushaltungen (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 148; Der ökonomische Staat, S. 80 gibt 53 an)
  • 1747: 31 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1768: 31 steuerpflichtige Häuser mit 161 Menschen; Gewerbetreibende: 3 Müller, 1 Schmied, 4 Schneider, 1 Wagner, 5 Tagelöhner, 5 einzelne Weibspersonen, die übrigen nähren sich vom Ackerbau
  • 1885: 253, davon 253 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 828, davon 685 evangelisch (= 82.73 %), 135 katholisch (= 16.30 %)
  • 1970: 893

Diagramme:

Herfa: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1401: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
  • 1553: Landgrafschaft Hessen, Gericht/Amt Friedewald
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederfürstentum, Amt Friedewald, Gerichtsstuhl Friedewald
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Friedewald
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Friedewald
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1867: Amtsgericht Friedewald
  • 1879: Amtsgericht Friedewald
  • vor 1945: Amtsgericht Friedewald
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

1335 überträgt Albrecht genannt von Sundhausen (Sunthusen), Burgmann in Vacha, seine Hufe im Dorf Herfa mit der Mühle, die er als hersfeldisches Lehen innhat, dem Kloster Kreuzberg. 1359 erhält das Kloster eine weitere Seelgerätstiftung für das Siechenhaus. 1401 haben Eberhard von Buchenau und sein Sohn Eberhard von Landgraf Hermann von Hessen das Schloss Friedewald sowie die Dörfer und Wüstungen Ausbach, Herfa, Wundorf, Riffelderode und Weißenborn zu Lehen erhalten. Im 15. Jahrhundert geht der Einfluss der Abtei Hersfeld auf den vom Schloss Friedewald aus verwalteten Amtsbezirk zurück. Um 1495 machen die Hessischen Amtleute aus Friedewald Rechte u.a. am Dorf Herfa geltend. Im 16. Jahrhundert fällt das Amt ganz an die Landgrafschaft Hessen, 1553 ist Herfa mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrifft landgräflich, ebenso 1768.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Heringen (Werra) eingegliedert.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1579 wird eine kleine Kirche erwähnt, die 1768 noch vorhanden ist, in der aber nicht gepredigt wird. 1911/12 entsteht ein neuer rechteckiger Saalbau im Stil osthessischer Barockkirchen.
  • 1966 wird die St. Barbarakirche im Neubaugebiet für die Bergbausiedler errichtet

Patrozinien:

  • Barbara (1966)

Pfarrzugehörigkeit:

1585, 1747, 1872 nach Friedewald eingepfarrt, 1950 als Filialgemeinde in das Kirchspiel Heringen umgegliedert

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich ab 1527.

Kultur

Schulen:

1768 ist kein Schulhaus vorhanden, der Schulmeister bewohnt sein eigenes Haus.

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Ackerbau und Landwirtschaft, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Kalibergbau

Mühlen:

1768 sind drei Mühlen vorhanden: Mittelmühle, Obermühle und Untermühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Herfa, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3156> (Stand: 21.7.2026)