Hessische Biografie
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GND-Nummer
138877223X
Laurenden, Reinhard der Jüngere [ID = 20172]
- * um 1400, † nach 1471
Dr. jur. utr. – Jurist, Rat, Arzt, Priester, Pastor, Schiedsmann - Biografischer Text
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Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Sohn des Freigrafen Reinhard Laurenden d. Ä.1, wird 1458 November 3 als Reinhard von Warburg, Priester der Paderborner Diözese, in Köln ad iura immatrikuliert2, wird als Reiner Reinhards, Pastor in Warburg, 1461 bacc. decretorum in Köln3. 1467 Juni 2 bekundet Landgraf Ludwig II., daß er den wirdigen und hochgelerten heren Regenharde Regenhardes, doctorem in beyden rechten und licentiaten in der medecinen als Rat und Arzt angenommen hat, damit er ihn mit seiner Kunst und Arzenei aufs beste versorge. Dafür soll er in sein Haus zu Kassel, in dem er wohnen bleiben soll, jährlich 3 Ml. Korn Kasseler Maßes zu Michaelis erhalten, dazu 2 Mastschweine, 2 Kühe zum Einsalzen, 30 Fastnachshühner, 2 gute Fd. Bier, 1 Achtel Salz, 1 Vt. Erbsen, ½ Vt. Breimehl, 30 Pfd. Unschlitt zum Geleuchte, 30 Fd. Holz und 2 Fd. Kohlen4, die die Kasseler Amtleute liefern sollen. Er erhält außerdem Hofkleidung wie die anderen Räte5. Schiedsmann Landgraf Ludwigs II. in den Landesteilungsverhandlungen mit Landgraf Heinrich III. 1469 Mai 256 und Juni 237. Im landgräflichen Dienst 1470 August/September8 und wohl auch noch Mitte 14719.
- Siehe dort und ebenso Urkk., Waldecker Urkk. Nr. 4722. ↑
- Diemar, Hessen und Köln (MOHG NF 8, 1899) S. 41 Anm. 3. Sein Bruder Johann war bacc. in decretis (s. Reinhard L. d. Ä) und bis 1470 Inhaber des Altars Johannes d. T. in der Kasseler Stiftskirche (Schultze, Kasseler Klöster Nr. 1026). ↑
- Diemar a. a. O. Zu 1469 um Oktober 11 bezeichnet er ihn als Pastor zu Altwarburg und Kanoniker zu Kassel. Reinhard Laurinder d. J. heißt er 1467 Mai 8 und Dr. Regenhard Laurinder 1470 März 5 ff. (ebd.). ↑
- Diese Mengen Licht und Brennmaterial lassen darauf schließen, daß er selbst experimentierte (nur zur Herstellung seiner Arzneien?). ↑
- Kopiar L 3 Bl. 234. ↑
- Urkk., Samtarchiv Schubl. 75 Nr. 24 ff. ↑
- Kopiar 8 Nr. 5. ↑
- Rechn. I, Grebenstein (53/3 Bl. 17v.) und ebd. Vacha (111/15 Bl. 4). ↑
- Zu diesem Termin heißt es Rechn. I, Wolfhagen (115/9 Bl. 10): Her Conrad Werdeman batht zcum Wolfhagen zcu glogken uff de borch, und ich sante daz cleynode zcu Cassel in doctor Regenhardes huß. ↑
- Literatur
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- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 456.
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 503, Nr. 1795
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 145 f., 289
- Schultze, Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, Marburg 1913
- Diemar, Hessen und die Reichsstadt Köln im 15. Jahrhundert, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins NF 8 (1899), S. 1-186
