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4724 Großalmerode
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 24. Grossalmerode
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Rommerode

Weitere Informationen

Rommerode

Stadtteil · 427 m über NN
Gemeinde Großalmerode, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13,5 km südsüdwestlich von Witzenhausen gelegen

Lage und Verkehrslage:

5 km nordöstlich von Hessisch Lichtenau gelegen.

Y-förmiges Straßendorf am Fuße des Rößberges mit Kirche und Lindenplatz in zentraler Lage. Im nordöstlichen Bereich Fabrikanlagen der Vereinigten Großalmeröder Thonwerke

Haltepunkt der Eisenbahnlinie Hessisch Lichtenau/Walburg – Großalmerode/West (Inbetriebnahme der Strecke 1.2.1884).

Ersterwähnung:

1109

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen der aufgelösten Gutsbezirke Hambach und Forst Hessisch-Lichtenau.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • curtis (1195)
  • Dorf (1454)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1900

Älteste Gemarkungskarte:

1688

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3553790, 5677798
UTM: 32 U 553695 5675966
WGS84: 51.232547° N, 9.769068° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636004040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1454: 11 3/4 Huben Land genannt
  • 1569: 176 Acker Waldwiesen, 4 Acker Rodeland genannt
  • 1778: 1612 Acker
  • 1961 (Hektar): 722, davon 372 Wald (= 51.52 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1539: 16 Mann
  • 1575/85: 22 Hausgesesse
  • 1659: 29 Mann
  • 1681: 36 Hausgesesse
  • 1747: 48 Mannschaften mit 50 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1778: 218 Einwohner
  • 1961: 1268, davon 1083 evangelisch (= 85.41 %), 159 katholisch (= 12.54 %)
  • 1970: 1415 Einwohner
  • Berufsgliederung 1724: 1 Amtsperson, 17 Leinweber, 6 Schreiner, 1 Schmied, 1 Müller, 1 Glaser und Fenstermacher, 1 Raschmacher, 2 Bergleute, 28 Ackerleute, 13 Taglöhner, 2 Hirten; zusammen: 73
  • Gewerbetreibende 1778: 1 Müller, 1 Wirt, so zugleich Wagner, 3 Raschmacher, 1 Schneider, 1 Fenstermacher, 1 Leineweber und Tagelöhner, 1 Hufschmied, 1 Fuhrmann, 18 Salztreiber und Fruchttreiber und Ackerleute, 15 Tagelöhner, 15 Bergleute, Schweinetreiber, 5 mit Taglohnen und Spinnen sich nährende einzelne Weibspersonen

Diagramme:

Rommerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1454: Landgrafschaft Hessen, Amt Lichtenau
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Der sechste Ort
  • 1747: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Lichtenau
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1555: Landgraf hat Gericht, Obrigkeit und Dienst zu Rommerode
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Lichtenau
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Großalmerode
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz: Zwischen zwei alten Linden steinerner Tisch, von 4 steinernen Bänken umschlossen; an einer der Linden ein Halseisen

Herrschaft:

1305: Die von Hundelshausen tragen den von Spangenberg Besitz zu Rommerode als Lehen auf.

Kurz nach 1376: HessischesBurgmannenlehen zu Rommerode an Ludwig von Rimbach ausgetan.

1428: Die Gebrüder von dem Berge erhalten von Landgraf Ludwig 2 Huben zu Rommerode als Burglehen.

1471: Landgraf Ludwig belehnt Hans von dem Berge mit 2 Huben zu Rommerode.

1575/85: "Allerlei" Höfe, Zinsen und Güter zu Rommerode als hessisches Lehen der von dem Berge.

1614: Belehnung der von Berge durch Landgraf Moritz

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Stadtgemeinde Großalmerode, deren Stadtteil Rommerode wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1109: Der Heilige Kreuzaltar im Stift Kaufungen erhält ein Gut zu Rommerode.
  • 1195: Kloster Germerode erhält Besitz zu Rommerode bestätigt.
  • 1442: Kraft von Felsberg trägt Gut zu Rommerode vom Kloster Kaufungen zu Lehen.
  • 1471: Kraft von Felsberg verzichtet zugunsten der von Bischoffshausen auf sein Kaufunger Lehen zu Rommerode.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1592 ist eine Kirche auf der Mercatorkarte zu erkennen, spätestens 1642 lässt sie sich schriftlich nachweisen
  • 1838/39 wird eine neue Kirche als klassizistischer Saalbau mit Giebelturm von Landbaumeister J. F. Matthei erbaut

Pfarrzugehörigkeit:

Bis 1451: zur Pfarrei Laudenbach gehörig

1565-72: Filiale von Velmeden

1573 -1621: Vikarie von Velmeden

1747: Filiale von Velmeden, so auch 1872,

1887: Filiale von Walburg, so auch noch 1994

2007: Mit der Auflösung des Kirchspiels Walburg entsteht ein neues Kirchspiel der Gemeinden Rommerode und Großalmerode-Epterode

Patronat:

1553: Landgräflich

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1778 Schulhaus vorhanden

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Historische Ereignisse:

1921 Großbrand

Wirtschaft

Wirtschaft:

Zunächst schwerpunktmäßig Ackerbau und Flachsanbau, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Fabrikanlagen der Vereinigten Großalmeröder Thonwerke

Mühlen:

Die Mühle befand sich am Südrand des Orts (An der Mühle 8), auf sie bezieht sich vielleicht schon das Symbol in der Mercatorkarte (1592). Sie wurde mit dem Wasser des Wehrebaches über ein oberschlächtiges Wasserrad betrieben, bis der Betrieb in den 1880er Jahren eingestellt wurde.

Nachweise

Quellen:

  • Hundelshauser Kopiar fol. 78, Landesbibliothek Kassel

Literatur:

Zitierweise
„Rommerode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6782> (Stand: 4.3.2025)