Historisches Ortslexikon
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- Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 9. Lauterbach
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 75. Breitenbach
Weitere Informationen
Stärklos
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Ortsteil · 320 m über NN
Gemeinde Haunetal, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
13 km südwestlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem, regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Rhinabach, einem westlichen Zufluss der Haune. Hauptachse ist die den Ort in W-O-Richtung durch ziehende K 25 (Solmser Str.). Im Südwesten der Gemarkung verläufen die L 3471 und die A 7.
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Ersterwähnung:
1294
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Siedlungsentwicklung:
Im 15. Jahrhundert zeitweise wüst.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Engelbach.
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Vorbemerkung Historische Namensformen:
Vgl. auch die Wüstung Starkols (Gemarkung Heimboldshausen). Zur Unterscheidung s. H. Neuber, Geschichte des Dorfes Stärklos. Festschrift zur 700-Jahr-Feier (1294 - 1994), S. 96 Anm. 38.
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Historische Namensformen:
- Starcholves (1294) [HStAD Best. A 3 Nr. 129/8]
- Starkolves (1295) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 146]
- Starkolfes, zume (1327) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 255]
- Starkolfis, zu deme (1369) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 507]
- Sterckelß (1488) [HStAM, 17 e, Holzheim Krs. Hersfeld 3]
- Sterckloß (1686) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 2177]
- Störckles (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16]
- Stärcklos (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 107]
- Starcklos (1773)
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Bezeichnung der Siedlung:
- villa (1294)
- Wustenunge (1369)
- Dorf, Dorfschaft (1773)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
- Paßmühle
- Schlossgut Stärklos (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
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Umlegung der Flur:
1870-1871
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Älteste Gemarkungskarte:
1768/73
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3544838, 5625973
UTM: 32 U 544746 5624162
WGS84: 50.767497° N, 9.634518° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632008120
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 383, davon 182 Acker (= 47.52 %), 36 Wiesen (= 9.40 %), 147 Holzungen (= 38.38 %)
- 1961 (Hektar): 408, davon 106 Wald (= 25.98 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1580: 12 Höfe und Schloßgut
- 1747: 23 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1773: 25 steuerpflichtige Häuser mit 154 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 1 Zimmermann, 1 Schneider, 1 Müller, 2 Leinweber, so auch tagelohnen, 16 Leinweber, so Ackerleute und nur ihre eigen Tuch machen und 4, so blos den Ackerbau treiben und 2 Tagelöhner
- 1885: 188, davon 188 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 217, davon 189 evangelisch (= 87.10 %), 26 katholisch (= 11.98 %)
- 1970: 174
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- um 1600: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Hauneck bzw. Landeck/Herrschaft Holzheim der Herren von Romrod (Hessische Ritterschaft)
- 1686: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld Amt Hauneck
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hauneck
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- vor 1822: Amt Hauneck
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
1294 veräußern Abt und Konvent von Hersfeld auf Bitten ihres Lehnsmannes von Schlitz der Johanniterkommende in Grebenau (Stadt, Vogelsbergkreis) Güter in Stärklos zu dauerhaftem Besitz.
1369 erwerben die Brüder Heinrich, Konrad und Ludwig von Romrod die Wüstung in Stärklos von den Johannitern als dauerhaften Besitz. Die von Romrod bleiben bis 1686 die wichtigsten Grundherren des Ortes, üben die niedere Gerichtsbarkeit aus und errichten 1561 ein Schloßgut.
Im 15. Jahrhundert beginnen die Landgrafen von Hessen, in das Haunegebiet vorzudringen und Rechte der Abtei Hersfeld an sich zu bringen. Stärklos bleibt formal Hersfelder Lehen der von Romrod, die als Lehnsmänner auf der Burg Holzheim saßen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts scheint die Hersfelder Lehnshoheit über Stärklos entfremdet. 1488 bestätigt der Landgraf Kaufverschreibungen über Pertinentien des hessischen Lehnguts zu Holzheim durch die von Romrod. Im 16. Jahrhundert gelingt es den von Romrod, eine Herrschaft über die Dörfer Holzheim, Kruspis und Stärklos zu bewahren, die keinem Amt zugehörig ist und Steuern direkt an die Landgrafen abzuführen. Daher werden die Dörfer im Haunecker Salbuch von 1579 auch nicht aufgeführt. Die Landgrafen reklarmieren die Landeshoheit und versuchen, die Dörfer zu ihren Ämtern (Hauneck bzw. Landeck) zu ziehen. 1686 schließlich verkaufen die von Romrod Stärklos an die Landgrafen von Hessen. 1773 ist das Dorf mit aller Gerichts- und Gerechtbarkeit landgräflich.
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Gemeindeentwicklung:
Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Haunetal eingegliedert.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- Kloster Hersfeld
- 1327 bestätigt der Abt von Hersfeld, das Ludwig von Hattenbach sein Allod in Stärklos an Heinrich von Borsa weiterverliehen hat. Das bis 1675 belegte Vorwerk gelangt danach in den Besitz der von Dalwigk und von Baumbach.
- 1294 veräußern Abt und Konvent von Hersfeld auf Bitten ihres Lehnsmannes von Schlitz der Johanniterkommende in Grebenau (Stadt, Vogelsbergkreis) Güter in Stärklos zu dauerhaftem Besitz.
- 1369 erwerben die Brüder Heinrich, Konrad und Ludwig von Romrod die Wüstung in Stärklos von den Johannitern als dauerhaften Besitz.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- 1773 ist keine Kirche vorhanden
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation vermutlich um 1530.
- Kultur ↑
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Schulen:
1773 ist keine Schule vorhanden, die Kinder gehen nach Cruspis zur Schule. Von 1923-1969 existiert ein Schule vorort.
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Neuber, Haunetal, bes. S. 72-73 und 145-150
- H. Neuber, Geschichte des Dorfes Stärklos. Festschrift zur 700-Jahr-Feier (1294 - 1994)
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 321 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 452
- Mitze, Steinköpfe
- Fundberichte aus Hessen 1996 , S. 443 (Sippel) > Fundverweis
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 1, S. 350-353
- Zitierweise ↑
- „Stärklos, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3286> (Stand: 26.6.2026)

