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Hessische Biografie

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Portrait

Johann der Ältere Antrecht
(1544–1607)

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GND-Nummer

119607859

Antrecht, Johann der Ältere [ID = 696]

* 6.12.1544 Battenberg, † 20.5.1607 Kassel, Begräbnisort: Kassel Freiheiter Kirche (22.5.1607), evangelisch
Dr. jur. utr. – Jurist, Rat, Kanzler
Biografischer Text

Johann Antrecht der Ältere entstammte einer Kaufmanns- und Ratsherrenfamilie der Landstadt Battenberg im hessischen Hinterland. Vermutlich auf Betreiben des Vaters begann er zunächst eine Kaufmannslehre in Antwerpen, die er aber bald nach dessen Tod wieder beendete, um sich 1562 an der Universität Marburg zu immatrikulieren. Seine Familie scheint diese Entscheidung mitgetragen zu haben. 1568 erlangte Johann Antrecht der Ältere in Marburg den Magistergrad und lehrte anschließend einige Zeit am dortigen Pädagogium. 1570 begab er sich auf eine Tour durch die Schweiz und Frankreich, wo er seine Studien in Straßburg, Zürich, Genf und Basel fortsetzte und in Basel am 10. August 1574 zum Doktor beider Recht (JUD) promovierte. Anschließend fand er eine Stellung als Lehrer am Pädagogium in Marburg, wo er vornehmlich die Institutionen des Gaius unterrichtete. Schon im folgenden Jahr 1575 erreichte er eine Stellung als Jurist und wurde Assessor am hessischen Samt-Hofgericht in Marburg. Von hier führte ihn seine Karriere in der für den bürgerlichen Juristen in landesherrlichen Diensten klassischen Weise über den Hofrat Landgraf Wilhelms IV. (1580) zum Vize-Kanzler (1587/88 bis 1602) und schließlich zum Kanzler des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel (1602–1607). Möglicherweise war er schon 1592 zum Kanzler avanciert, da er schon 1596 als Kanzler auf dem Hessischen Landtag erscheint.

Während seiner Zeit am hessen-kasselischen Hof wurde Johann Antrecht d.Ä. mehrfach mit Gesandtschaften nach Norddeutschland betraut. Daneben war er einer Hauptbeförderer der „Hessischen Chronik“ von Wilhelm Dillich.

Lupold von Lehsten / Matthias Seim

Das Biogramm bei Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Band 3: Dienerbuch S. 6 f. steht als PDF-Datei bereit.

Otto Volk


Literatur