Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.
Hessische Biografie
Weitere Informationen
GND-Nummer
118524925
Dessauer, Friedrich Josef Hubert [ID = 6045]
- * 19.7.1881 Aschaffenburg, † 16.2.1963 Frankfurt am Main, Begräbnisort: Aschaffenburg, katholisch
Dr. phil. nat.; Dr. h.c. mult. – Biophysiker, Philosoph, Parlamentarier - Wirken ↑
-
Werdegang:
- 1899 Reifeprüfung am Humanistischen Gymnasium in Aschaffenburg
- Studium in München, Darmstadt und Frankfurt
- physikalisch-technische Ausbildung in der väterlichen Zellstoffwerk
- 1901 Gründung eines elektrotechnischen Labors in Aschaffenburg
- Entwicklung der Röntgen-Kinematographie, Entwicklung der Kreuzfeuermethode (Krebstherapie)
- Begründer der Quantenbiologie
- Schulungen für Ärzte
- 1917 als 14. Kandidat von der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt am Main promoviert
- 1920 ordentlicher Professor an der Frankfurter Universität
- 1921 Lehrer am Institut für medizinische Physik
- 1922 Leiter des Instituts für die Physikalische Grundlagen der Medizin der Henry Oswalt-Stiftung (1937 Max Planck-Institut für Biophysik)
- 1919-1924 Stadtverordneter (Zentrum)
- 1924-1933 Mitglied des Deutschen Reichstags
- Gründer und Leiter der „Rhein-Mainischen Volkszeitung“
- 1934 Verhaftung und Haftstrafe, im selben Jahr Antritt einer Professur am Radiologischen Institut des Universität Istanbul
- 1937 Professor und Direktor des Physikalischen Instituts an der Universität Fribourg (Schweiz)
- 1941 Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft
- 1946 Professor der Frankfurter Universität, aber erst 1950 Rückkehr nach Frankfurt am Main, 1956 Emeritierung, hält bis 1959 Vorlesungen
- 1961 Ehrenbürger der Städte Frankfurt und Aschaffenburg
- 1956 Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband
- 1956 Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Darmstadt
- 1956 Orden der Ritter vom Heiligen Sylvester
-
Funktion:
- Deutschland, Reichstag, Mitglied (Z), 1924-1933
-
Werke:
- Leben, Natur, Religion, 1924.
- Philosophie d. Technik, 1927.
- Der Fall Galilei und Wir. Abendländische Tragödie, 1934
- Wissen und Bekenntnis, 1944.
- Isaac Newton. Weltfahrt der Erkenntnis, 1945.
- Seele im Bannkreis der Technik (1945)
- Atomenergie und Atombombe, 1948.
- Mensch und Kosmos, 1948.
- Religion im Lichte der heutigen Naturwissenschaft, 1950.
- Naturwissenschaftliches Erkennen. Beiträge zur Naturphilosophie (1958)
- Prometheus und das Weltübel (1959)
- Was ist der Mensch? Die vier Fragen des Immanuel Kant (1959)
- Kontrapunkte eines Forscherlebens. Erinnerungen (1962)
-
Lebensorte:
- Aschaffenburg; München; Darmstadt; Frankfurt am Main; Istanbul; Fribourg
- Familie ↑
-
Vater:
Dessauer, Philipp, † 1901, katholisch, Kommerzienrat, Generaldirektor der Aschaffenburger Papier- und Zellstoff-Fabriken, Sohn des Johannes Franz Dessauer, getauft Aschaffenburg 17.6.1805
-
Mutter:
Vossen, Elise, katholisch, aus Aachen
-
Partner:
- Elshorst, Elisabeth (Else*) Wilhelmine Helene Theodore Maria, (⚭ Aschaffenburg 17./20.4.1909) gestorben Frankfurt am Main 8.4.1976, Tochter des Gerhard Elshorst, Fabrikbesitzer, und der Maria N.N.
-
Verwandte:
- Dessauer, Gerhard <Sohn>, * 19.8.1910
- Dessauer, Ottmar <Sohn>, * 31.3.1914, 1950-1968 katholischer Studentenpfarrer an der Universität Frankfurt am Main
- Dessauer, Maria <Tochter>, * Frankfurt am Main 3.8.1920
- Dessauer, Christoph <Sohn>, * 13.3.1923
- Nachweise ↑
-
Quellen:
- HStAM Bestand 903 Nr. 11390 (Standesamt Frankfurt am Main Mitte: Sterbebuch (Einträge 1201–1800) 15.2.1963–5.3.1963, Nr. 1246)
-
Literatur:
- Heuer/Wolf (Hrsg.), Die Juden der Frankfurter Universität, Frankfurt am Main/New York 1997, S. 454-457
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 152 f. (Sabine Hock)
- Klein, Die Hessen als Reichstagswähler, Bd. 2/2, Marburg 1993, S. 2101
-
Bildquelle:
unbekannt, DessauerFriedrich, als gemeinfrei gekennzeichnet (beschnitten)
- Zitierweise ↑
- „Dessauer, Friedrich Josef Hubert“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118524925> (Stand: 16.2.2026)
