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Portrait

Karl Rudolf Arnold Artur Wilhelm von Drigalski
(1871–1950)

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Drigalski, Karl Rudolf Arnold Artur Wilhelm von [ID = 23396]

* 21.6.1871 Dresden, † 12.5.1950 Frankfurt am Main, evangelisch
Prof. Dr. med. – Bakteriologe, Hygieniker
Biografischer Text

Karl Rudolf von Drigalski wurde 1871 als Sohn des Redakteurs Arthur von Drigalski (1834–1897) und seiner Frau Minna Kuhn (1840–1900) in Dresden geboren. Nach seinem Medizinstudium an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Akademie diente Drigalski von 1895 bis 1907 als Sanitätsoffizier zunächst in der Charité und danach bei einem der in Berlin stationierten Garderegimenter. Hier erwarb der Arzt große Erfahrungen in der Bekämpfung von Typhusinfektionen, mit denen er sich im Laufe seiner medizinischen Studien intensiv beschäftigte. Der maßgebliche Erfolg seiner Forschungsarbeit war die Entwicklung der sogenannten Drigalski-Platte, mit der der Nachweis erbracht wurde, dass Typhusbazillen auch nach der Genesung ihres Trägers von der Krankheit weiter existierten. Im Jahr 1906 habilitierte er sich und wurde zum Privatdozenten an der Technischen Hochschule Hannover ernannt. Zwei Jahre später ließ sich Drigalski als Stadtarzt in Halle an der Saale nieder und erhielt zur gleichen Zeit eine Honorarprofessur der dortigen Universität. Im Jahr 1913 wurde Karl Rudolf von Drigalski zum ordentlichen Professor für Hygiene der Universität Halle berufen.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er eingezogen und diente als Sanitätsoffizier an der Westfront, wo Drigalski für die medizinische Hygiene der Feldlazarette und Seucheneindämmung verantwortlich war. Nach Kriegsende kehrte er nach Halle zurück, wechselte aber 1923 – inzwischen zum Ministerialrat ernannt – nach Berlin, wo er als Leiter des Ressorts für öffentliche Gesundheit fungierte. Zudem übernahm Karl Rudolf von Drigalski in dieser Zeit die Herausgeberschaft der Deutschen Zeitschrift für öffentliche Gesundheitspflege. Kurz nach seiner Pensionierung 1942 siedelte Drigalski von Berlin nach Wiesbaden über. Die Kurstadt am Rhein war die Heimat seiner Ehefrau, der Schriftstellerin Lisbet Dill (1877–1962).

Der Mangel an medizinischem Fachpersonal sowie der Wiederaufbau des öffentlichen Gesundheitswesens führten zu seinem Eintritt in das Innenministerium des neu gegründeten Landes Hessen. Zwischen 1946 und 1948 leitete er als Ministerialrat die Abteilung für öffentliche Gesundheit und stand zudem als Geschäftsführer dem Verein für öffentliche Gesundheitspflege und -politik vor. Zwei Jahre nach seinem erneuten Rückzug aus seinen beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten verstarb Drigalski 1950 im Alter von 79 Jahren in Wiesbaden.

Oliver Teufer


Literatur