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Hessische Biografie
Weitere Informationen
GND-Nummer
118510193
Beseler, Carl Georg Christoph [ID = 6105]
- * 2.11.1809 Rödemis bei Husum, † 28.8.1888 Harzburg heute Bad Harzburg, evangelisch
Prof. Dr. jur. – Jurist, Politiker, Justizrat, Parlamentarier - Wirken ↑
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Werdegang:
- Besuch der Lateinschule in Husum, ab 1824 der Domschule in Schleswig
- 1827-1829 Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Kiel (unter anderem bei Friedrich Christoph Dahlmann) und München (unter anderem bei Friedrich Julius Stahl)
- 1827 Mitglied der Alten Kieler Burschenschaft Germania
- 1831 erstes juristisches Staatsexamen in Gottorf, keine Zulassung zur Advokatur wegen Verweigerung des Eides auf den dänischen König
- 1831-1833 Repetitor in Kiel
- 1833 Promotion zum Dr. jur. und Habilitation an der Universität Kiel, Privatdozent in Kiel, dann in Göttingen (Freundschaft mit Georg Gottfried Gervinius), Heidelberg
- Vorlesungsverbot wegen Nichtbestätigung des Doktordiploms durch den dänischen König
- 1835 außerordentlicher Professor der Rechte in Basel
- 1836 ordentlicher Professor der Rechte in Basel
- 1837-1842 ordentlicher Professor in Rostock und Mitglied des Spruchkollegiums der Juristischen Fakultät
- ab 1837 auch Richter am Appellationsgericht Rostock
- 1842-1859 ordentlicher Professor in Greifswald, dort Mitgründer des deutschrechtlichen Seminars und des Spruchkollegiums, 1846 erstmals Dekan der Juristischen Fakultät
- 1842 Geheimer Justizrat
- Mitglied der Germanistenversammlungen im Frankfurter Römer (1846) und Lübeck (1847)
- 18.5.1848-20.5.1849 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung für den Wahlbezirk Provinz Pommern (Wolgast)
- 1850 Mitglied des Volkshauses des Deutschen Parlaments (Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Wahlbezirk 2: Wismar)
- 1849-1852 (für den Wahlkreis Merseburg 5) und 1861 (für den Wahlkreis Berlin 4) Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses
- 1853 Rektor der Universität Greifswald
- ab 1857 Mitglied des Gelehrtenausschusses des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg
- 1859-1888 Professor für deutsche Rechtsgeschichte, Privat-, Handels- und Staatsrecht in Berlin, dort 1859-1875 Mitglied und 1875-1888 Vorsitzender des Spruchkollegiums
- bestimmendes Mitglied der erbkaiserlichen Partei (Casino) und der Kaiserdeputation
- Mitglied des Verfassungsausschusses, am Entwurf der Frankfurter Reichsverfassung beteiligt
- 1849-1852 und 1857-1887 Abgeordneter des Preußischen Herrenhauses
- 1850 Mitglied des Erfurter Union-Parlaments
- 1863, 1866 und 1880 Rektor der Universität Berlin
- 1864 Teilnehmer am Deutschen Juristentag in Braunschweig
- Januar 1874-Oktober 1881 Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Schleswig 6 (Glückstadt) (nationalliberal, ab 1877 – nach Auseinandersetzungen mit den Fraktionsvorsitzenden Eduard Lasker – fraktionslos)
- 30.1./5.3.1875-28.8.1888 Mitglied des Preußischen Herrenhauses (berufen auf Präsentation durch die Universität Berlin), dort 14.1.1882-14.1.1888 Vizepräsident
- 1859 Mitglied der Gesetzlosen Gesellschaft in Berlin
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Funktion:
- Deutschland, Reichstag, Mitglied, 1874-1881
- Preußen, Herrenhaus, Mitglied, 1875-1888
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Werke:
- System des gemeinen deutschen Privatrechts, Teil 1 (1847)
- Völkerrecht und Juristenrecht. Leipzig: Weidmann
- Juristische Abhandlungen. Berlin 1885
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Lebensorte:
- Husum; Schleswig; Frankfurt am Main
- Familie ↑
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Vater:
Beseler, Cay* Hartwig, 1765–1818, Königlich Dänischer Kammerrat, Deichinspektor für Schleswig in Rödemis, Sohn des Berthold Jonas Beseler, 1721–1803, Glockengießer in Rendsburg, und der Anna Elisabeth Wommelsdorf, 1734–1786
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Mutter:
Jahn, Sophie* Magdalene, 1768–1820, Tochter des Carl Georg Jahn, Chirurg und Amtsbarbier, und der Catharina Binnemann
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Partner:
- Karsten, Emilie, (⚭ Breslau (?) 14.4.1838) * Breslau 7.6.1816, † Berlin 12.3.1900, Tochter des Carl* Johann Bernhard Karsten, 1782–1853, Mineraloge, und der Adelaide Rosenstiel, 1788–1861
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Verwandte:
- Beseler, Wilhelm* Hartwig <Bruder>, * Schloss Marienhausen bei Jever 2.3.1806, † Bonn 2.9.1884, Jurist, Parlamentarier
- Beseler, Max* Georg Friedrich von <Sohn>, GND, 1841-1921, Landgerichtsrat, 1888 Präsident des Landgerichts Oppeln, 1892 Präsident des Appellationsgerichts Berlin, 1897 Präsident des Oberlandesgerichts Kiel, 1904 Präsident des Oberlandesgerichts Breslau, 1905-1917 Königlich-Preußischer Justizminister, 1905 auch Kronsyndikus, 1905-1918 Mitglied des Preußischen Herrenhauses, setzte die Gleichstellung der Justiz- mit den höheren Verwaltungsbeamten durch, Königlich-Preußischer Adelsstand: 6.12.1917, verheiratet mit Luise Haupt
- Beseler, Hans Hartwig von <Sohn>, GND, 1850-1921, Politiker, General, im Ersten Weltkrieg Gouverneur im besetzten Polen, Königlich-Preußischer Adelsstand: 6.12.1917, verheiratet mit Clara Cornelius
- Helfritz, Sophie, geb. Beseler <Tochter>, verheiratet mit Hugo Helfritz, Bürgermeister von Greifswald
- Beseler, Gerhard von <Enkel>, 1878-1947, Professor für römisches und bürgerliches Recht an der Universität Kiel
- Thierfelder, Luise <Enkelin>, verheiratet mit Hans Thierfelder, 1858-1930, Professor für chemische Physiologie in Tübingen
- Beseler, Wilhelm <Bruder>, GND, * Marienhausen/Oldenburg 3.3.1806, † Bonn 2.9.1884, Advokat in Schleswig, 1846 Präsident der Schleswiger Ständeversammlung, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, 1849-1851 Statthalter der Herzogtümer, dann Flucht nach Braunschweig, Heidelberg, 1860 Kurator der Universität Bonn
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 46, Leipzig 1902, S. 445-472 (Rudolf Hübner)
- Neue deutsche Biographie, Bd. 2, Berlin 1955, S. 174 f. (Dietrich Lang-Hinrichsen)
- Haunfelder, Die liberalen Abgeordneten des Deutschen Reichstags 1871–1918. Ein biographisches Handbuch, Münster 2004, S. 68 f.
- Lengemann, Das Deutsche Parlament (Erfurter Unionsparlament) von 1850. Ein Handbuch, München/Jena 2000, S. 77-79
- Best/Weege, Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1996, S. 97
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 61 f. (Sabine Hock)
- G. Kleinheyer/J. Schröder, Deutsche Juristen aus neun Jahrhunderten. 4. Aufl., 1996, S. 32 f.
- Koch (Hrsg.), Die Frankfurter National-Versammlung 1848/49. Ein Handlexikon der Abgeordneten der deutschen verfassungsgebenden Reichs-Versammlung, Kelkheim 1989, S. 87 (Leoni Krämer)
- Bernd-Rüdiger Kern, Georg Beseler. Leben und Werk (Schriften zur Rechtsgeschichte 26), Berlin 1982
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Bildquelle:
Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin
- Zitierweise ↑
- „Beseler, Carl Georg Christoph“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118510193> (Stand: 2.11.2025)
