Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Errichtung des Großherzogtums Frankfurt, 16. Februar 1810

Am 16. Februar 1810 dekretiert Kaiser Napoleon Bonaparte (1769–1821) die Errichtung des Großherzogtums Frankfurt am Main und ernennt gleichzeitig Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg (1744–1817) zum Großherzog. Der Fürstprimas des Rheinbundes hatte dort bereits seit September 1806 regiert.

Der neue Großherzog erhielt die Gebiete der Grafschaft Hanau, und des Fürstbistums Fulda als Entschädigung für den Verlust des Fürstbistums Regensburg. Damit gliederte sich das Großherzogtum Frankfurt in vier Départements: Frankfurt (mit Wetzlar), Aschaffenburg, Hanau und Fulda. Das vergrößerte Herrschaftsgebiet umfasste rund 300.000 Einwohner. Am 15. August 1810 erhielt das Großherzogtum eine Verfassung nach dem Vorbild derjenigen des Königreichs Westphalen. Ähnlich wie im 1807 errichteten Königreich Westphalen waren jedoch auch hier die Bemühungen, einen von den Prinzipien der Aufklärung geprägten Modellstaat zu schaffen, durch die extremen wirtschaftlichen Belastungen der napoleonischen Kriege zum Scheitern verurteilt.

Im Januar 1812 wurde in der Nachfolge der bereits 1808 durch Karl Theodor von Dalberg als „Fürstlich Primatische und Erzbischöflich Regensburgische Universität“ die Karlsuniversität in Aschaffenburg gegründet, die Landesuniversität des Großherzogtums.

Nachdem sich die Niederlage Napoleons abzeichnete, verließ Dalberg das Großherzogtum bereits am 30. September 1813 und dankte am 28. Oktober zugunsten des von Napoleon designierten Nachfolgers, Eugène de Beauharnais (1781–1824), ab. Infolge der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 wurde das Großherzogtum letztendlich aufgelöst.
(UH)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Errichtung des Großherzogtums Frankfurt, 16. Februar 1810“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6063> (Stand: 26.11.2025)
Ereignisse im Januar 1810 | Februar 1810 | März 1810
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