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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 24. Grossalmerode
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Hausen (Hessisch Lichtenau)

Weitere Informationen

Hausen

Stadtteil · 503 m über NN
Gemeinde Hessisch Lichtenau, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15,5 km südsüdöstlich von Witzenhausen, 7 km östlich von Hessisch Lichtenau

Lage und Verkehrslage:

Langgezogenes Dorf mit geringer Siedlungsdichte am Nordwesthang des Meißners. Durch den Ort fließt der Steinbach, die ummauerte Kirche befindet sich nördlich der Durchgangsstraßen unterhalb eines steil ansteigenden Hanges. Südlich des Steinbachs Gehöftzeile, gegenüber auf kleiner Geländestufe weitere Gehöfte. Hauptverbindungsstraße ist die L 3249 die, von Süden kommend (Steinbachstraße) im Ort abknickt und im Norden (In der Gasse) auf die L 3241 mündet.

Ersterwähnung:

1364

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Meißner.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Das in der Literatur häufig genannte Ersterwähnungsjahr 1300 für Husen [u.a. bei Siegel, Geschichte der Stadt Lichtenau, S. 254] lässt sich nicht verifizieren

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1454, 1553)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1758

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3557964, 5674807
UTM: 32 U 557867 5672977
WGS84: 51.205257° N, 9.828339° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636006030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1454: 22 Huben in der Feldmark
  • 1563: 97 Acker
  • 1779: 1588
  • 1961 (Hektar): 1036, davon 717 Wald (= 69.21 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 22 Hausgesesse
  • 1681: 26
  • 1724: 2 Amtspers., 19 Leinweber, 2 Schneider, 4 Schmiede, 2 Wagner, 3 Zimmerleute, 3 Bergleute, 6 Fuhrleute, 1 Maurer, 12 Ackerleute, 16 Tagelöhner, 1 Hirte; zusammen: 71
  • 1747: 52 Mannschaften mit 45 Feuerstellen
  • 1779: 205 Einwohner
  • 1834; 349
  • 1961: 393, davon 362 evangelisch (= 92.11 %), 22 katholisch (= 5.60 %)
  • 1970: 329
  • Berufsgliederung:

Diagramme:

Hausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1454: Landgrafschaft Hessen, Amt Reichenbach (Lichtenau)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Der ander Ort
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Lichtenau
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1383/87: Amt Lichtenau
  • 1454: Sonder-(Unter-)Gericht südlich Ziffer 5
  • 1553 und 1575: landgräfliches Gericht
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht des Landgrafen
  • 1807: Friedensgericht Lichtenau
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Lichtenau
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1454 und 1553: Landgräfliches Dorf

1609: Landgraf Otto, postulierter Administrator der Abtei Hersfeld, verschreibt dem hersfeldischen Hofmeister Christoph von Scholley Einkünfte zu Hausen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung nach Hessisch Lichtenau, Stadtgemeinde, dessen Stadtteil Hausen seitdem ist.

Besitz

Ortsadel:

1396 - 1401

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1454: Pfarrer
  • Spätgotischer Chorturm mit Malereien um 1400, barock umgestaltet. Schiff 1767

Pfarrzugehörigkeit:

1569-1756: Filiale von Laudenbach. 1756, 1872 und 1994: Filialgemeinde von Velmeden.

1872 ist die Steinbachsmühle eingepfarrt.

Patronat:

1553: Landgraf von Hessen

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat Gensungen

Archdiakonat St. Peter Fritzlar

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1454 und 1553: Bildete mit Velmeden einen Leistungsverband, sowie mit Velmeden, Fürstenhagen und Hollstein ein Sondergericht unter Schultheiß und 3-4 Stadtschöffen von Hessisch Lichtenau

Wirtschaft:

Landwirtschaft und Bergbau

Mühlen:

Vgl. Steinbachsmühle

1454 wird eine Mühle in Hausen genannt, wobei unklar ist, wo sie sich befand. 1544 wird die Obermühle erwähnt, die Untermühle 1550 gebaut. Die Schleensteinkarte zeigt dementsprechend zwei Mühlensymbole.

Im Dorf befanden sich 1779 die Oberste und die Unterste Mühle, die beide über ein oberschlächtiges Wasserrad mit dem Wasser des Steinbachs betrieben wurden. Die Unterste Mühle stellte spästetens 1932 ihren Betrieb ein, die Oberste um 1935.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5934> (Stand: 27.3.2026)