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Historisches Ortslexikon

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5123 Niederaula
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula

Weitere Informationen

Hattenbach

Ortsteil · 265 m über NN
Gemeinde Niederaula, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und geringer Siedlungsdichte westlich unterhalb des Hattenberges an gleichnamigem Bach, einem Zufluss über die Aula zur Fulda. Burg und Kirche in zentraler Lage. Jüngere Siedlungsentwicklung nach Süden und Norden. Durch den Ort führt als Hauptachse von Norden kommend in einer Schleife die K 31 (Hainstraße, Dorfstraße, Am Wehr, Eisfeld). Westlich von Hattenbach treffen sich die Bundesautobahn 7 und die Bundesautobahn 5 am Hattenbacher Dreieck. Im Osten verläuft die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg über die Hattenbach-Talbrücke

Ersterwähnung:

1226

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Niederaula.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1870

Älteste Gemarkungskarte:

1740

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3539588, 5630165
UTM: 32 U 539498 5628353
WGS84: 50.80556° N, 9.560555° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632015010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 641, davon 404 Acker (= 63.03 %), 71 Wiesen (= 11.08 %), 77 Holzungen (= 12.01 %)
  • 1961 (Hektar): 1348, davon 720 Wald (= 53.41 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 73 Hausgesesse
  • 1628: 73 Hausgesesse
  • 1673: 34 Hausgesesse
  • 1747: 48 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 57 Feuerstätten mit 181 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmid, 2 Schreiner, 1 Schuster, 1 Faßbinder, 1 Drechsler, 1 Wagner, 3 Schneider, 35 Leinweber, wovon 4 Kauf-Tuch, die anderen aber neben ihrem Ackerbau nur ihr eigen Haus-Tuch machen, 2 Maurer, 3 Handels-Juden, 1 Müller, 12 Tagelöhner, und Tagelöhnerinnen, 3 Schäfer
  • 1885: 492, davon 474 evangelisch (= 96.34 %), 0 katholisch, 1 andere Christen (= 0.20 %), 17 Juden (= 3.46 %)
  • 1961: 648, davon 543 evangelisch (= 83.80 %), 100 katholisch (= 15.43 %)
  • 1970: 640

Diagramme:

Hattenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1366: Fürstabtei Hersfeld, Schloss und Amt zu Hattenbach
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Gericht Hattenbach (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Hauneck
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Kristallisationspunkt der Herrschaft in Hattenbach ist ein seit 1226 belegter Herrensitz eines von der Reichsabtei Hersfeld lehnsabhängigen Adelsgeschlechts mit gleichem Namen. 1350 verkauft das Kloster Hersfeld Güter bei Gershausen und Hattenbach an Heinrich und Konrad von Reckerode. Nach dem Aussterben des Geschlechts von Hattenbach wurde 1626 die Familie Peterswald mit Dorf und Zubehör belehnt, die es 1651 an die Landgrafen von Hessen veräußerte.1664 erhielt ein illegitimer Sohn Landgraf Ottos, der hessischer Drost zu Rodenburg war, die Hauptburg zu Hattenbach mit zugehörigen Güter, Zinsen und Diensten als Mannlehen. Er führt den Titel Drost Ernst von Hattenbach.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Niederaula eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Burg und Dorf Hattenbach waren Besitz des Klosters Hersfeld, das hier schon 1332 einen Burgmann hatte.
  • Vor Ort gab es die Adligen von Hattenbach.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1560 ist eine Kirche vorhanden.
  • Ursprünglich rechteckiger Saalbau 1632 errichtet, 1966/67 in Zusammenhang mit einem Neubau niedergelegt. Dabei wird ein romanisches Tympanon der Vorgängerkirche in den Turmneubau eingemauert.

Pfarrzugehörigkeit:

1560, 1747, 1872 und 1994 Filial von Niederaula (-Niederjossa). Zur Pfarrei gehören Rummelshausen und Kemmerode

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Juden:

Der Ort gehört seit 1905 zur Gemeinde Niederaula.

1835: 6; 1861: 19; 1905: 15 Juden

Kultur

Schulen:

1766 ist ein Schulhaus vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1766 ist eine Mühle mit oberschlägigem Mahlgang vorhanden, die mit dem Wasser des Hattenbaches angetrieben wird. 1927 stillgelegt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hattenbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3112> (Stand: 23.2.2026)